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Greifswald Schulneubau für 47 Millionen Euro geplant
Vorpommern Greifswald Schulneubau für 47 Millionen Euro geplant
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17:58 06.11.2018
An der Verlängerten Scharnhorststraße soll ein großer Schulcampus für über 700 Schüler entstehen. Quelle: Hansestadt Greifswald
Greifswald

Das sind sehr ambitionierte Pläne: Die Hansestadt Greifswald beabsichtigt, bis Sommer 2023 in der Stadtrandsiedlung für rund 47 Millionen Euro einen großen Schulcampus zu errichten. Der Komplex mit dem Arbeitstitel „Am Ellernholzteich“ soll aus einer dreizügigen Grundschule inklusive Hort und Zweifeld-Sporthalle sowie einer bis zu dreizügigen Regionalschule mit Orientierungsstufe bestehen. Maximal geplante Schülerzahl: 728

Damit hat sich das ursprüngliche Vorhaben stark gewandelt. Erst vor zwei Jahren beschloss die Greifswalder Bürgerschaft, an der Verlängerten Scharnhorststraße eine Grundschule mit Einfeld-Turnhalle zu bauen. Die erste Kostenschätzung ging damals von zehn bis zwölf Millionen Euro aus. Notwendige Kapazitäten im Regionalschulbereich sollten indes an der Friedrichschule geschaffen werden. „Neue Prognosen zeigen aber, dass die geplanten Erweiterungen nicht ausreichen“, sagt Oberbürgermeister Stefan Fassbinder (Grüne). Deshalb seien in den vergangenen Monaten intensiv mehrere Alternativen geprüft worden. „Letztlich sind wir zu dem Ergebnis gelangt, dass ein inklusives Schulzentrum sowohl aus pädagogischer als auch aus städtebaulicher Sicht die sinnvollste Variante wäre“, so der OB. „Den Schülern wird damit ein längeres gemeinsames Lernen an einem Ort vom ersten bis zum zehnten Schuljahr in einem Klassenverband ermöglicht“, nennt Carola Felkl, Abteilungsleiterin für Schulverwaltung, einen weiteren Vorteil.

In fünf Jahren 200 Grundschüler mehr

Laut Schulentwicklungsplanung des Landkreises Vorpommern Greifswald steigen die Schülerzahlen im Grundschulbereich von aktuell 1512 Kindern auf über 1700 ab dem Schuljahr 2023/24 an. Damit würden in jenem Jahr an vorhandenen Einrichtungen allein sieben Klassenzimmer für die Erst- bis Viertklässler fehlen. Weitere zwölf Klassen seien in den weiterführenden Jahrgängen bis Klasse 10 unterversorgt. Die einstige Idee, das Problem mit einem Anbau an der Caspar-David-Friedrich-Schule zu lösen, sei nicht sinnvoll. „Sie wäre dann siebenzügig, hätte also eine sehr hohe Schülerzahl. Das ist aus pädagogischer, sozialer und verkehrstechnischer Sicht nicht erstrebenswert“, argumentiert Fassbinder. Auch andere Varianten, wie etwa die Nutzung der Pestalozzi-Förderschule oder der Beruflichen Schule an der Beimlerstraße, wurden von der Verwaltung verworfen. Sie sollen zwar perspektivisch aufgelöst werden, der Kreis als Schulträger könne dafür aber noch keinen Zeitpunkt nennen. Zudem müssten beide Häuser umfangreich saniert werden. Kosten: ungewiss.

Stadt hofft auf Fördermittel

Für den Schulcampus am Ellernholzteich spreche auch, dass das Grundstück der Hansestadt gehört. Zwar bestehen derzeit noch Pachtverträge mit Kleintierzüchtern und Kleingärtnern (die OZ berichtete). „Doch die Verträge laufen Ende 2019 aus. Wir sind mit den Vereinen im Gespräch und prüfen Ersatzstandorte“, versichert der OB.

Der Verwaltung sei klar, dass es sich bei dem Schulcampus um ein sehr ehrgeiziges Vorhaben handele. Nach dem bereits beschlossenen Bau des Zentrums für Life Science und Plasmatechnologie für etwa 38 Millionen Euro wäre es das zweite Mammutprojekt, das die Stadt in den nächsten Jahren neben weiteren Baumaßnahmen stemmen will. „Voraussetzung ist, dass es mit den Fördermitteln klappt“, betont Fassbinder. Erste Gespräche mit den beteiligten Landesministerien seien vielversprechend verlaufen. Demnach könnte der Bau von Grundschule, Hort und Turnhalle (Gesamtkosten: 29 Millionen Euro) mit Städtebaufördermitteln unterstützt werden. Der Anteil der Stadt würde sich in diesem Fall auf 19,5 Millionen Euro reduzieren. Frühester Baustart: 2021. Für die Regionalschule mit Orientierungsstufe habe das Energieministerium empfohlen, Efre-Mittel zu beantragen. Der Fördersatz läge bei 75 Prozent, sodass die Stadt von den 18 Millionen Euro Kosten lediglich 4,5 Millionen Euro tragen müsse. Heißt in Summe für Greifswald: 24 Millionen Euro. „Dabei haben wir nicht nur die Erschließung des Grundstücks, Außenanlagen und Ausstattung mit einkalkuliert, sondern auch eine Baukostensteigerung von 17 Prozent und einen Sicherheitspuffer von zehn Prozent“, sagt der OB.

Das Konzept wird ab morgen in den bürgerschaftlichen Gremien vorgestellt und diskutiert. Die Bürgerschaft soll am 17. Dezember entscheiden.

Petra Hase

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