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Greifswald Greifswalder Boxer feiert einen Sieg mit Schmerzen
Vorpommern Greifswald Greifswalder Boxer feiert einen Sieg mit Schmerzen
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00:01 05.12.2017

Mitte der zweiten Runde muss es passiert sein. Ein Schlag auf das Ohr, und fortan war der Schmerz da. „Ich wusste sofort, dass da irgendwas kaputt ist“, sagte der Greifswalder Profiboxer Dennis Lewandowski hinterher. Wenig später, und zwar in der Ringpause, war der Greifswalder Schwergewichtler dann schon etwas genauer.

„Scheiße, ich glaube, das Trommelfell ist wieder durch“, gab er seiner Ringecke, in der sich Trainer Martin Dachschütt sowie der Familienclan – bestehend aus Vater und Bruder – befand, zu verstehen.

„Natürlich mussten wir da erstmal kräftig schlucken“, gab Dachschütt zu. „Doch Dennis hat das Ding souverän nach Hause geboxt, das war stark.“ Am Ende stand ein klarer Punktsieg gegen den sich tapfer wehrenden Ungarn Zoltan Csala. Von dem hatte Lewandowski selbst erst am Kampftag erfahren. Der ursprünglich geplante Kontrahent hatte wohl Probleme mit dem Visum, hieß es offiziell. „Wir wussten rein gar nichts über unseren neuen Gegner, außer seinen Namen“, so Dachschütt. Zoltan Csala, Ungar und vom Typ her furchteinflößend.

Für Dennis Lewandowski – auch gern mal „Der Ostseehammer“ genannt – jedoch nicht. Er schien seinen ersten Auftritt in der „Großen Freiheit 36“, eine der Kult-Adressen auf dem Kiez in St. Pauli, echt zu genießen. Abgesehen natürlich von den Schmerzen im Ohr. Zwar hatte Lewandowski seinen Kontrahenten in der zweiten und dritten Runde jeweils schon einmal am Boden und zwang dem Ringrichter, „anzählend“ einzuwirken, doch ging der Kampf letztendlich komplett über die angesetzten sechs Runden.

Keineswegs uninteressante sechs Runden, wie sich herausstellen sollte. Beide Boxer lieferten sich einen offenen Schlagabtausch mit klaren Vorteilen für Lewandowski. „Ich persönlich finde es gar nicht so schlecht, dass es über die volle Distanz ging“, verkündete Vater Christian Lewandowski unmittelbar nach dem Kampf – stolz, aber auch ein wenig besorgt. „Die Geschichte mit dem Trommelfell ist natürlich blöd. Hoffentlich kriegt der Junge das schnell wieder in den Griff.“

Dennis’ Bruder – wie der Vater Christian heißend – hätte jedoch viel lieber den Knockout des Gegners gesehen. „Du hattest ihn zwei-, dreimal soweit“, so der Bruder. „Da dachte ich echt, jetzt knallt’s gleich.“ Und schob grinsend hinterher: „Im Sparring gehst du anders mit mir um. Da haust du so kräftig drauf, dass ich fast denken muss, das du mich hasst.“

Ein wenig Glück hatte der Ungar jedoch, dass der zweite Niederschlag zeitgleich mit dem Gong zur dritten Ringpause kam. „Wäre es da normal weitergegangen, hätte er sich davon nicht mehr so schnell erholt“, wusste Trainer Martin Dachschütt, der trotzdem recht zufrieden klang. „Dennis hat jede Runde für sich entschieden. Man hat schon gesehen, dass der Ungar kein Fallobst war und selbst sogar einige Treffer setzen konnte.“

Nach dem dreizehnten Sieg im vierzehnten Profi-Kampf wartet am 8. April der nächste Kampf auf Dennis Lewandowski – wieder in der „Großen Freiheit 36“ auf dem Hamburger Kiez. „Vorausgesetzt, das verletzte Trommelfell ist bis dahin vollkommen ausgeheilt“, schränkt Dachschütt ein. Einen weiteren Kampf mit einem gerissenen Trommelfell möchte er seinem Schützling nämlich möglichst ersparen.

Peter Krüger

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