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Greifswald Gästeansturm auf Greifswalder Campingplatz
Vorpommern Greifswald Gästeansturm auf Greifswalder Campingplatz
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14:13 04.11.2018
Anne Breitsprecher und Carsten Becker gehen auf Werbetour für den Campingplatz "An der Dänischen Wiek" Quelle: Eckhard Oberdörfer
Greifswald

Der Campingplatz an der Dänischen Wiek ist gefragt. Im Juli dieses Jahres wurden mit 4785 fast doppelt so viele Übernachtungen registriert wie 2016. Im letzten Jahr war der Platz wegen des Streits im Stadtparlament um den Verkauf städtischer Grundstücke geschlossen. Denn lange Zeit wollte eine Mehrheit der Bürgerschaft nur einen Erbpachtvertrag abschließen.

„Wir hatten insgesamt 2018 etwa ein Viertel mehr Gäste als 2016, obwohl wir erst Ende Mai geöffnet, und schon am 22. Oktober geschlossen haben“, informiert Betreiber Carsten Becker. Vor zwei Jahren empfing er bereits im März die ersten Gäste, die aktuelle Statistik bezieht sich also auf etwa zweieinhalb Monate weniger als 2016. „Es war wie bei der Eröffnung im Jahre 2015“, erzählt Mitarbeiterin Anne Breitsprecher. „Das erste Wohnmobil stand schon auf der Einfahrt, als es hieß, dass wir wieder öffnen.“ Eigentlich sollte erst die neue Zufahrt Höhe Rostocker Straße vernünftig hergestellt werden, bevor regulär Gäste empfangen werden. Das sollte dann im Juni erfolgen. „Wir dachten, es wird ruhiger, weil wir ja keine Reservierungen angenommen hatten“, sagt Becker. Aber das war eine Illusion, der Gästeansturm blieb im Juni und in den Folgemonaten.

Viele Schweizer und Schweden übernachteten in diesem Jahr in Eldena

„Wir hatten richtig viele Gäste aus dem Ausland“, freut sich Anne Breitsprecher. „Deutlich mehr als vor zwei Jahren.“ An der Spitze rangierten im Juli die Schweizer mit 215 Übernachtungen knapp vor Schweden und dahinter Niederländern, dann folgten Österreicher, Dänen, Polen und Norweger. Sogar Australier und US-Amerikaner übernachteten im Sommer in Eldena. Dagegen wurden im Juli nur 29 Übernachtungen von Tschechen gezählt, die zu DDR-Zeiten eine ganz wichtige Urlaubergruppe an der Ostsee waren.

Die Geschichte

 Seit 2010 bemühte sich der gebürtige Greifswalder Carsten Becker um das Campingplatzprojekt. 2012 begann er zu investieren. Unter anderem wurden illegal abgelagerter Müll und Reste von Stallanlagen entsorgt. Inklusive nötiger Grundstückskäufe gab Becker 1,2 Millionen Euro aus.

Der Probebetrieb für den Campingplatz „An der Dänischen Wiek“ begann 2014. Nach langem Streit beschloss der Hauptausschuss der Bürgerschaft im Dezember 2016, die städtischen 8500 Quadratmeter nicht wie vom Investor gewünscht, zu verkaufen. Stattdessen sollte ein Pachtvertrag geschlossen werden.

Daraufhin blieben die Tore des Campingplatzes 2017 zu. Am 24. Mai dieses Jahres kippte die Bürgerschaftsmehrheit den Beschluss des Hauptausschusses. Nach Auslaufen des Pachtvertrags 2022 sollen die städtischen Grundstücke verkauft werden.

„Wir haben in diesem Jahr die Grenzen des Machbaren überschritten“, schätzt Carsten Becker ein. „Es gab keine Reserven mehr, wir mussten sogar Gäste abweisen. Darum müssen wir die Notbremse ziehen.“ Auch im Interesse der Stammgäste will Becker im nächsten Jahr in der Hochsaison keine Gäste mehr aufnehmen, die nur einen Tag bleiben. Ferner werde man zur Saison 2019 einen Mitarbeiter einstellen.

Carsten Becker möchte in Erweiterung investieren

„Wir möchten gern investieren, die aktuell für den Campingplatz zur Verfügung stehende Fläche erweitern und die Flächen für Zelte und Wohnwagen auf dem Gelände ordnen“, sagt Carsten Becker. „Die dafür nötigen, angrenzenden Grundstücke gehören uns.“ Das Problem sei der städtebauliche Vertrag, der mit der Stadt für die Erarbeitung eines Bebauungsplans für den Platz nötig ist. Auch fünf Monate nach der Entscheidung des Stadtparlaments für den Verkauf liege ihm kein prüffähiger Entwurf vor.

Ende Mai hatte die Mehrheit der Bürgerschaft entschieden: Mit Auslaufen des aktuellen Pachtvertrages im Jahre 2022 werden etwa 8500 Quadratmeter städtischer Fläche für 154000 Euro an Becker verkauft. Dem Investor gehört in vier Jahren auch das gesamte Grundstück des jetzigen Platzes. Stadtsprecherin Andrea Reimann bestätigt auf Nachfrage laufende Abstimmungen innerhalb der Verwaltung und mit Becker.

Stadt muss Hausaufgaben machen

CDU-Fraktionschef Axel Hochschild hat immer den Verkauf unterstützt. Die Verwaltung habe ihm auf Nachfrage zugesagt, dass die Arbeiten beschleunigt würden, informiert er. Da Becker ab 2022 sie gesamte Fläche besitze, solle er nun die gesamten Kosten für den B-Plan übernehmen. Drüber würde kurzfristig mit Becker gesprochen. Bisher ist eine Teilung der Kosten auf Stadt und Investor vorgesehen. Auch Peter Multhauf (Linke) hat den Verkauf unterstützt und auf Bürgerschafts- und Hauptausschusssitzungen mit Fragen „genervt“. „Es sollte möglich sein, den Vertrag bei etwas guten Willen der Verwaltung bis spätestens Weihnachten auf dem Tisch zum haben“, sagt er.

Anne Breitsprecher und Carsten Becker sind im Herbst mit ihrem Campinganhänger auf Werbetour in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen für ihren Platz und für Greifswald.

 

Eckhard Oberdörfer

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