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Greifswald Greifswalder Dozent auf dem „heißen Stuhl“
Vorpommern Greifswald Greifswalder Dozent auf dem „heißen Stuhl“
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00:00 08.09.2018
Greifswald

Auf dem „heißen Stuhl“ einer Quizshow zu sitzen und vor den Augen von Millionen von Fernsehzuschauern knifflige Fragen zu beantworten – das würden sich wohl die wenigsten Menschen zutrauen. Der Greifswalder Dozent Dr. Daniel Hunold aber stellte sich der Herausforderung und ist heute Abend in der ARD bei der Quizshow „Ich weiß alles“ zu sehen.

Power-Posing hilft bei Prüfungsangst: Dr. Daniel Hunold beschäftigt sich mit Lernstrategien. Quelle: Foto: Anne Ziebarth

Über den Ausgang der im Vorfeld aufgezeichneten Show darf der 33-Jährige nichts verraten, immer noch leuchten seine Augen aber bei der Erinnerung an die Dreharbeiten zur Show in Köln. „Auf diesem Studiostuhl zu sitzen und Fragen zu beantworten, ist etwas ganz anderes als Zuhause. Da kann ich die Vermutung vieler Zuschauer bestätigen“, sagt er. „Man denkt nicht so klar, außerdem vergeht die Zeit unglaublich schnell.“

Die Aufregung vor dem Auftritt habe er aber ziemlich gut im Griff gehabt, stellt er fest. Kein Wunder, ist der Wirtschaftswissenschaftler der Uni Greifswald doch auch Autor eines Buches über Lernstrategien und Prüfungsangst. Während die anderen „Ich weiß alles“-Kandidaten vor der Show noch versuchten, letzte Fragen zu lernen, setzte Hunold auf Meditation und Power-Posing. „Bei letzterem nimmt man eine selbstbewusste, offene Körperhaltung ein, etwa die typische Supermanpose“, erklärt er. „Auch, wenn man sich zunächst nicht so fühlt – Die Haltung des Körpers beeinflusst auch den Geist. Man fühlt sich besser und optimistischer.“ Außerdem habe er versucht, sich selbst nicht so wichtig zu nehmen, sondern die Möglichkeit zu nutzen, den Zuschauern sein Steckenpferd „Lernen“ näherzubringen. Schließlich hat der Marketing-Dozent auch eine eigene Vortragsreihe zu dem Thema gehalten und betreibt einen Youtube-Kanal mit dem Namen „motiviert studiert“. Doch wie lernt ein Profi für eine Quizshow?

„Alle Wissensgebiete kann man nicht abdecken. Schon gar nicht in der kurzen Zeit, ich habe etwa drei Wochen zur Vorbereitung gehabt und dabei rund acht Stunden pro Tag gelernt“, so der Dozent. „Ich bin zunächst nach den Themen gegangen, die mich besonders interessieren. Dabei lernt man schneller.“ Dazu muss allerdings gesagt werden, dass es wenig Dinge gibt, für die der gebürtige Thüringer kein Interesse aufbringt. „Ich lerne immer am besten aus Geschichten“, erzählt er. „So habe ich mich auch den Biografien von Politikern und anderen Berühmtheiten genähert.“ Es seien doch die menschlichen Hintergründe, die besonders im Kopf blieben. „Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger zum Beispiel soll ein miserabler Chef gewesen sein, der seine Mitarbeiter getriezt hat. Konrad Adenauer dagegen war zwar sehr beliebt, ist aber vereinsamt gestorben“, zählt er einige Details auf. Vom reinen Auswendiglernen hält er wenig. „Beim Quiz war eine Frau dabei, die alle Hauptstädte der Welt auswendig kannte“, erinnert er sich. „Als Quiz-Profi braucht man das Wissen vielleicht. Für die hier geforderten Multiple-Choice-Fragen reicht es in der Regel, wenn man die Antworten einmal verinnerlicht hat und wiedererkennt.“

Geographische Begebenheiten prägte sich Hunold mithilfe von Karten ein. „Wichtig ist dabei, dass man auch unterschiedlich gestaltete Karten nutzt, damit man den Inhalt über verschiedene Informationsstränge absichert“, sagt er. „Ich habe bei meiner Vorbereitung auch immer auf eine Mischung der Medien gesetzt. Also auf Texte, gesprochene Inhalte, Dokumentationen und auch Filme. Das macht ja auch Spaß.“ Abends zum Beispiel widmete sich Hunold dem Thema Stars und Sternchen. „Jeden Tag habe ich mir einen berühmten Kinofilm angesehen und parallel recherchiert, welche Auszeichnungen er bekommen hat“, so Hunold. „So konnte ich mich auch auf diesem Gebiet etwas weiterbilden.“

Letztendlich sei nur ein winziger Bruchteil des Gelernten in „Ich weiß alles!“ gefragt gewesen, für die passenden Fragen sei immer auch eine gehörige Portion Glück dabei, meint Hunold. „Aber das macht nichts, die Erfahrung, so eine Show mitzuerleben ,war großartig. Und das Gelernte bleibt mir.“

„Ich weiß alles“

Die neue Eurovisions-Quizshow feiert am Sonnabend um 20.15 Uhr in der ARD Premiere. Kandidaten müssen sich in Extrem-Wissensduellen beweisen und haben die Chance auf 100000 Euro.

Moderiert wird die Show von Quizmaster Jörg Pilawa. Auch Günther Jauch ist am Start: Gegen den langjährigen Moderator von „Wer wird Millionär“ müssen die Kandidaten antreten.

Anne Ziebarth

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