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Greifswald Greifswalder Feuerwehr probt für den Ernstfall
Vorpommern Greifswald Greifswalder Feuerwehr probt für den Ernstfall
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18:42 28.08.2018
Nach dem Einsatz mit Gefahrenstoffen dekontanimieren die Männer in weiß den Kollegen in blau. Quelle: Christopher Gottschalk
Greifswald

Zwei Männer in blauen Ganzkörperanzügen stehen vor einem Tank, aus dem giftiges Methanol läuft. Sie atmen durch tragbare Atemlufttanks und haben maximal zwanzig Minuten, dann müssen sie abbrechen. Den Rest übernehmen die Kameraden.

Insgesamt 16 Teilnehmer aus ganz Mecklenburg-Vorpommern lernen, wie sie Giftstoffe auffangen oder radioaktive Strahlung eindämmen. Dabei bleiben ihnen mitunter nur 20 Minuten Zeit.

Damit das im Ernstfall klappt, proben noch bis Freitag 16 Feuerwehrleute aus ganz Mecklenburg-Vorpommern Notfälle mit radioaktiven und chemischen Gefahrenstoffen auf einem Lehrgang in Greifswald.

Aus dem blauen Tank auf dem Gelände der Berufsfeuerwehr Greifswald läuft deswegen auch Wasser und kein Methanol. Doch selbst die Übung verlangt den Teilnehmern einiges ab. Sie tragen einen sechs Kilogramm schweren, blauen Chemieschutzanzug (CSA), auf den Schultern lastet ein mindestens doppelt so schwerer Tank mit Atemluft. Der ist nach höchstens 30 Minuten leer. Das Sichtfeld hinter Kunststoff ist eingeschränkt und Reden nur über ein Funkgerät im Helm oder Zeichensprache möglich. „Mehr als Handzeichen und Kopfschütteln ist nicht drin“, sagt Hannes Lenz von der Berufsfeuerwehr Rostock. „Spaß macht so eine Übung trotzdem immer.“

Wie alle anderen auch gehört Lenz zu jeweils einem Zwei-Mann-Trupp, der eine bestimmte Aufgabe erfüllt. Die einen stellen fest, welcher Gefahrenstoff ausläuft und welche Geräte benötigt werden. Bei der Übung mit dem auslaufenden Methanol kommt ein aufblasbares Gummikissen zum Einsatz, mit dem ein Gulli abgedichtet wird, eine Stahlwanne leitet das Wasser über ein auf Dreikanthölzern gebautes Gefälle in einen Auffangbehälter. Spanngurte befestigen eine Gummiabdichtung über dem Leck am Tank, Pumpe und Schläuche entfernen so viel Giftstoff daraus, bis die Gefahr gebannt ist. „Es läuft überraschend gut“, sagt Ausbilder Thomas Mielke (33), Berufsfeuerwehrmann und Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Greifswald. Jeder Trupp hätte seine spezielle Aufgabe gemeistert – gerade beim ersten Übungsdurchlauf keine Selbstverständlichkeit. Vor der Übung in den Anzügen wurden alle Schritte bereits einmal ohne CSA durchgegangen. „Uns geht es darum, Ruhe zu vermitteln“, sagt Mathias Herenz, Leiter der Greifswalder Feuerwehr.

Die sei bei solchen Einsätzen gefragt, obwohl es von denen, wie Herenz sagt, jährlich nur drei bis vier Verdachtsfälle gibt. Beispielsweise wenn ein verdächtiges Paket gefunden wird.  Oder Chlorgeruch gemeldet wird, es sich aber um ein harmloses Putzmittel handelt. Sollte es jedoch ernst werden, fühlen sich die Einsatzkräfte bereit. „Dass das hier eine Übung ist, vergessen die Männer schnell“, sagt Herenz. „In dem Anzug herrscht eine enorme Hitze und es ist körperlich anstrengend“, bestätigt Mathias Kunicke, Wehrführer in Tutow und Sachgebietsleiter für Brand- und Katastrophenschutz beim Landkreis Vorpommern-Greifswald. „Für Leute, die Platzangst haben, ist das nichts“, scherzt er. Hannes Lenz, der Feuerwehrmann aus Rostock, möchte noch mehrmals üben, fühlt sich dann aber gewappnet für einen Einsatz, an dessen Ende die Dekontamination steht. In einem zwei Meter hohen Ein-Mann-Zelt spritzen Kameraden Wasser auf die CSA, reinigen mit Bürsten jede Falte, ehe die Einsatzkräfte aus ihren 3500 Euro-Anzügen steigen.

Jeder Kursteilnehmer muss innerhalb der zwei Wochen drei Übungen mit radioaktiven oder chemischen Stoffen absolvieren. Am Ende steht eine schriftliche Prüfung an. Bei den zwei Kursen, die die Berufsfeuerwehr Greifswald mit der Landesschule für Brand- und Katastrophenschutz bisher organisierte, haben alle bestanden.

Christopher Gottschalk

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