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Greifswald Forscher revolutionieren Desinfektionsverfahren
Vorpommern Greifswald Forscher revolutionieren Desinfektionsverfahren
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16:42 29.11.2018
Dr. Ansgar Schmidt-Bleker und Dr. Jörn Winter (v.l.) vom Gewinnerteam „Nebula Labs“. Quelle: Till Junker
Greifswald

Schätzungen zufolge erkranken jährlich rund 500 000 Menschen in Deutschland an Krankenhausinfektionen. Etwa 15 000 Patienten sterben an den multiresistenten Keimen. Ein Drittel der Infektionen wäre durch entsprechende hygienische Maßnahmen vermeidbar.

Greifswalder Wissenschaftler vom Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie (INP) wollen das Desinfektionsverfahren nun revolutionieren. Ihre Idee: ein auf plasmabasiertes Desinfektionsmittel. Beim diesjährigen Unique+-Businessplanwettbewerb erlangte das Team „Nebula Labs“ mit Dr. Jörn Winter, Dr. Ansgar Schmidt-Bleker und Prof. Dr. Klaus-Dieter Weltmann mit dieser Entwicklung den ersten Platz.

Seit zweieinhalb Jahren arbeiten die Forscher an dem Desinfektionsmittel, das durch einen Zufall entstanden ist. „Ursprünglich wollten mit einem Plasmaverfahren die Stickoxide von Schornsteinen reduzieren. Wir haben dann bemerkt, dass die chemischen und biologischen Prozesse gegenüber den Bakterien ähnlich sind“, sagt Dr. Jörn Winter. Die herkömmlichen Desinfektionsmittel in Krankenhäusern basieren auf Ethanol. „Alkohol tötet allerdings keine Bakteriensporen und hartnäckige Viren ab“, so Winter. Das Desinfektionsmittel von „Nebula Labs“ basiert auf Wasser, wirke sowohl gegen Bakterien als auch gegen Viren und habe eine kurze Einwirkzeit.

Bereits vergangenes Jahr belegte das Team rund um Winter den ersten Platz beim Unique-Ideenwettbewerb. Seit Jahren unterstützt dieser Wettbewerb verschiedene Gründungsideen in Greifswald. Seit 2013 gibt den Unique+-Businessplanwettbewerb, bei dem die finanzielle, technische und organisatorische Umsetzung eines Geschäftskonzeptes im Vordergrund steht. In diesem Jahr mit 1500 Euro prämiert, steht dem Team „Nebula Labs“ noch ein weiter Weg bevor. Fünf bis sechs Jahre, schätzt Winter, brauche es noch, bis das Desinfektionsmittel für den Markt zugelassen wird. „Es werden noch viele Tests erfolgen. So muss geprüft werden, ob das Mittel eventuell krebserregend ist.“ Im kommenden Sommer will das Team ein Unternehmen gründen.

Das zweitplatzierte Team des diesjährigen Businessplanwettbewerbs hat das bereits hinter sich gebracht. Die Nipoka GmbH von Prof. Dr. Nicole Endlich und Prof. Dr. Karlhans Endlich von der Uni Greifswald will die Untersuchung mit dem Superresolution-Mikroskop, die schnelle Rückschlüsse auf die Funktion der Niere in einer Gewebeprobe (Biopsie) ermöglicht, als Dienstleistung anbieten. Den dritten Platz beim diesjährigen Businessplanwettbewerb belegte die „Duftmanufaktur“ von Rima Rifai und Benedikt Hirthammer. Mit einem speziellen Paket-System soll beim Öffnen eines Päckchens ein Duft freigesetzt werden, um beim Kunden eine emotionale Bindung zum Online-Shop herzustellen.

Christin Lachmann

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