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Greifswalder Grundlagen: Fortbildung gegen den Schmerz

Greifswald Greifswalder Grundlagen: Fortbildung gegen den Schmerz

Mit der Anatomie des menschlichen Körpers beschäftigen sich angehende Mediziner meist nur zu Studienbeginn — und dann auch nicht besonders gerne.

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Uwe Preuße, Karlhans Endlich, Jürgen Giebel und Thomas Koppe (v.l.) vermitteln Grundlagen der Anatomie.

Quelle: Kai Lachmann

Greifswald. Mit der Anatomie des menschlichen Körpers beschäftigen sich angehende Mediziner meist nur zu Studienbeginn — und dann auch nicht besonders gerne. Der Stoff ist umfangreich, die Prüfung dementsprechend schwer. Im weiteren Ausbildungsverlauf können die Grundlagen in Vergessenheit geraten, da die Spezialisierung auf ein anderes Fachgebiet wichtiger wird. Für Patienten mit chronischen Schmerzen kann dieses Nicht-mehr-Wissen fatale Folgen haben. Denn oftmals werden sie von Ärzten an den Stellen behandelt, wo der Schmerz lokalisiert wird — aber nicht dort, wo er entsteht.

Das Curriculum Anatomie und Schmerz in Greifswald setzt an diesem Punkt an. 50 Ärzte aus verschiedenen Fachbereichen trafen sich Ende vergangener Woche zur mittlerweile 16. Auflage der Fortbildung im Institut für Anatomie, um ihre Kenntnisse in dem Bereich aufzufrischen. „Die Veranstaltungen verfolgen einen ganzheitlichen Ansatz“, sagt der Greifswalder Jürgen Giebel, einer der drei wissenschaftlichen Leiter. Sein Kollege Uwe Preuße aus Essen nennt ein Beispiel: „Bei chronischen Problemen im Handgelenk muss man als behandelnder Arzt wissen, dass die Muskeln bis in den Rücken reichen und der Schmerz auch knapp oberhalb der Hüfte entstehen kann.“

Im Mittelpunkt der Fortbildung standen diesmal die oberen Extremitäten wie Arme, Schultern oder Halswirbel. Theorie und Praxis wechselten sich dabei ab: Neben Vorträgen haben die Ärzte auch im Präparationssaal an Körperspenden gearbeitet und Muskelstränge und Nervenbündel analysiert. Nicht wenigen Teilnehmern, die mitunter seit Jahrzehnten eine Praxis betreiben, öffnet das die Augen: „Es gibt niemand hier, der sagt: ,Das weiß ich alles schon‘“, so die Beobachtung von Thomas Koppe, ebenfalls wissenschaftlicher Leiter.

Wie wichtig aber die Anatomie-Kenntnisse sind, verdeutlichen folgende Fakten: Die Zahl der Schmerzpatienten in Deutschland nimmt seit Jahren zu. Preuße: „In der Regel hat sich ein Patient mit chronischen Schmerzen schon von zahlreichen Ärzten behandeln lassen. Bis er auf jemanden trifft, der ihm tatsächlich helfen kann, vergehen im Durchschnitt elf Jahre.“ kl

 

OZ

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