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Greifswald Greifswalder Landwirte sollen weniger Glyphosat verwenden
Vorpommern Greifswald Greifswalder Landwirte sollen weniger Glyphosat verwenden
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15:59 13.06.2018
Glyphosat wird auf den Flächen der Hansestadt nicht verboten. Quelle: Jens Büttner/dpa
Greifswald

Nach monatelangen Diskussionen soll die Bürgerschaft in Kürze ein Leitbild für die nachhaltige Nutzung landwirtschaftlicher Flächen verabschieden. Für die Erarbeitung der Leitlinien haben sich die Stadtverwaltung und die Agrarinitiative der Landwirte mehrfach getroffen.

Pächter sollen sich in Agrarinitiative einbringen

Mitglied der Agrarinitiative sind neben den Landwirten, die Flächen der Stadt pachten, die Michael-Succow-Stifttung, die Pächter bei der Universität Greifswald, der Peter-Warschow-Stiftung und der Kirche. Insgesamt sind 54 Pächter Mitglied der Initiative. Als die Debatte Ende 2017 Fahrt aufgenommen hat, ging es im Kern um die Verwendung von Pestiziden und Gefahrenstoffen. Mittlerweile sind die Leitlinien, die zur Abstimmung gestellt werden, viel allgemeiner ausgerichtet. „Wir schlagen vor, in ein Kooperationsmodell einzusteigen. Die Pächter werden verpflichtet, an der Agrarinitiative mitzuwirken. Wer sich schlecht einbringt, bekommt irgendwann keinen Pachtvertrag mehr“, erklärt Winfried Kremer, Leiter des Immobilienverwaltungsamtes.

Landwirte sollen sich verpflichtet fühlen

Er macht gleichzeitig deutlich, dass der eingeschlagene Weg einen hohen Abstimmungsbedarf und damit auch einen hohen Arbeitsaufwand für die Verwaltung bedeutet.  Den Leitlinien nach sollen sich die Landwirte den Grundsätzen kooperativ, wissensbasiert, wertorientiert und landschaftsbezogen verpflichtet fühlen.Ursprünglich wollte die Verwaltung stringente Vorgaben festlegen. Hier habe ein Umdenkprozess stattgefunden. „Es ergeben sich Folgen, die man am Schreibtisch nicht so einfach überblicken kann. Wir müssen ins Gespräch kommen, die Probleme des anderen kennen“, sagt Kremer.

Deutliche Reduktion von Gyphosat statt Verbot

Was das viel diskutierte Glyphosat angeht, hat sich die Stadt statt eines Verbots für eine deutliche Reduktion bis 2020 entschieden. „Das ist ein Kompromiss, mit dem die Landwirte und die Verwaltung gut leben können“, so Kremer. Glyphosat ist der weltweit am häufigste eingesetzte Unkrautvernichter. Weil er möglicherweise Krebs verursacht, wurde lange über ein EU-weites Verbot diskutiert, das jedoch abgelehnt wurde. Glyphosat bleibt für weitere fünf Jahre zugelassen.

Neue Vorlage bekommt viel Lob

Anerkennung für das Konzept gibt es während der Sitzung des Bauausschusses von Jörn Kasbohm, Vorsitzender der Linksfraktion. „Wir ziehen unsere alte Vorlage zum Thema zurück, weil wir alle Punkte, die uns wichtig sind, in der Vorlage der Verwaltung wiederfinden. Sie ist sogar deutlich umfassender“, so Kasbohm. Lob auch von Monique Wölk (SPD), Vorsitzende des Bauausschusses. Nachhaltige Landwirtschaft und der Umgang mit den Pächtern auf den landwirtschaftlichen Flächen rund um Greifswald seien sehr wichtige Themen, die sich in der Vorlage wiederfinden. Sowohl der Finanzausschuss als auch der Bauausschuss haben den Vorstoß einstimmig begrüßt. Endgültig entscheidet die Bürgerschaft während ihrer Sitzung am 2. Juli.

Degrassi Katharina

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