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Greifswald Greifswalder Schulprojekt dauert länger
Vorpommern Greifswald Greifswalder Schulprojekt dauert länger
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11:42 28.11.2018
Standort des geplanten Schulneubaus an der Verlängerten Scharnhorststraße Quelle: Petra Hase
Greifswald

Über das 47-Millionen-Projekt eines inklusiven Schulzentrums am Ellernholzteich wird weiter heftig diskutiert. Geplant sind eine dreizügige Grundschule mit Hort und Sporthalle sowie eine bis zu dreizügige Regionalschule für insgesamt maximal 728 Kinder und Jugendliche. Denn die Greifswalder Schülerzahl steigt deutlich an, schon jetzt sind die Grundschulen voll. Möglicherweise müssen aber Realschüler im nächsten Jahrzehnt übergangsweise in Containern unterrichtet werden.

Denn das Vorhaben soll nicht wie zunächst gedacht in einem, sondern in zwei Bauabschnitten verwirklicht werden. Wenn alles wie erhofft läuft, steht zum Schuljahr 2023/24 zunächst nur eine Grundschule, aber noch keine Realschule zur Verfügung. Für beide Abschnitte des Schulzentrums hofft Greifswald auf Fördermittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (Efre). Der maximale Fördersatz liegt bei 75 Prozent. Ausgereicht wird das Geld durch das Land.

„Die Abschnittsbildung ist für mich neu“, sagte Milos Rodatos (Grüne/Forum 17.4) auf der Sitzung des Hauptausschusses der Bürgerschaft. „Liegt es am Geld oder an den Kapazitäten bei der Planung?“ Wenn Mittel fehlten, müsse man bei Bund und Land aktiv werden, forderte er.

„Zum Bauen braucht man Geld und Personal“, entgegnete Bausenatorin Jeanette von Busse (CDU). „Unsere Mitarbeiter sind bereits sehr ausgelastet.“ Momentan stünden keine Kapazitäten für diese Planung zur Verfügung. Ferner fehlten die Voraussetzungen für die Planung wie eine bestätigte Schulentwicklungsplanung des Kreises, erinnerte Winfried Kremer, Leiter des Immobilienverwaltungsamtes. Außerdem könnten die erhofften Fördermittel der EU aus dem Efre-Programm für den Realschulteil erst ab 2021 beantragt werden, sagte von Busse. Dann muss konkret geplant werden, europaweite Ausschreibungen sind nötig, das dauert. „Wir wollen schon so schnell wie möglich bauen“, pflichtete Oberbürgermeister Stefan Fassbinder (Grüne) von Busse bei. Aber die Verwaltung wolle keine unrealistischen Erwartungen wecken.

Verzicht auf Hanseringumbau käme Stadt teuer zu stehen

Erik von Malottki (SPD) forderte, notfalls andere Projekte zu schieben. Auch die Realschule werde 2023/24 bereits dringend gebraucht, um genug Räume für alle Schüler zu haben. Von Busse und Fassbinder rieten ab. Der OB argumentierte, dass man zwar eines der beiden Turnhallenprojekte (Sporthalle II und II) schieben könnte, aber das würde dem guten Ruf der Stadt bei den Fördermittelgebern beeinträchtigen. Bei diesen beiden Vorhaben steht bereits die Finanzierung. Die Entscheidung liege bei der Bürgerschaft, die Verwaltung weise nur auf mögliche Konsequenzen hin, so der OB.

„Sitzen denn in Schwerin solche Bürokraten“, fragte Peter Multhauf (Linke). Die Landesregierung sei doch sicher zu überzeugen, dass zugunsten des Bildungsprojektes andere Vorhaben warten müssten. Konkret hat er dabei den Verzicht auf den Umbau eines Teils des Hanserings im Auge. Das aber könnte sehr teuer werden, so die Leiterin der Stabsstelle Stadtsanierung, Beate Schinkel. Denn die Fördermittel für den derzeit laufenden Neubau der Erwin-Fischer-Schule (insgesamt 18 Millionen Euro) und den Umbau des Hanserings zu einer dreireihigen Allee für alles in allem fünf Millionen Euro seien in einem Paket miteinander verknüpft. Bei Verzicht auf das Hansering-Projekt müsste die EU nach gültiger Gesetzeslage die für die Fischerschule ausgereichten zehn Millionen Euro Fördermittel von der Stadt zurückfordern, erläuterte Schinkel.

Unterstützung für die Verwaltung kam von Jürgen Liedtke (CDU). Man solle nicht ein Projekt gegen das andere ausspielen, mahnte er. Außerdem säßen im Rathaus kompetente Fachleute. „Das Geld fällt nicht vom Himmel, wir brauchen Schwerin wieder.“ Natürlich müsse am alles daran setzen, um das Projekt schnell umzusetzen. „Wenn es nicht anders geht, muss man ein bis zwei Jahre mit Containern leben“, sagte Liedtke.

Eckhard Oberdörfer

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