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Greifswald Fusion im Greifswalder Umland?
Vorpommern Greifswald Fusion im Greifswalder Umland?
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14:27 30.10.2018
Die alte Schule ist das Gemeindezentrum von Diedrichshagen Quelle: Eckhard Oberdörfer
Diedrichshagen

Die Zeichen in Diedrichshagen stehen auf Fusion mit Weitenhagen. Auf einer gut besuchten Einwohnerversammlung im Gemeindezentrum am Montagabend sprach sich eine ganz große Mehrheit der Redner für eine Fortführung der im März 2017 begonnenen Gespräche aus. Bereits am kommenden Montag steht dazu ein formaler Beschluss auf der Sitzung der Gemeindevertretung an.

Durch die Eingemeindung in das dank hoher Gewerbesteuereinnahmen vergleichsweise finanzstarke Weitenhagen und die Fusionsprämie von 400.000 Euro erhofft sich Diedrichshagen Möglichkeiten, dringend notwendige Investitionen durchführen zu können. Auch eine bessere Unterhaltung der vorhandenen Infrastruktur sei dann möglich, schätzt Bürgermeister Detlef Neumann ein. Der derzeitige Gemeindearbeiter hat nur eine 12-Stunden-Stelle. Mehrere Wege wie die befinden sich inzwischen zumindest teilweise in einem beklagenswerten Zustand, so der Kleine Weg, den Kleinbahndamm, der Schwarze Weg und die Lange Reihe. Auch der Vorsitzende des SV 2000 Diedrichshagen, Eberhard Lüdtke, sprach sich für eine Fusion aus. Nur so könne die bestehende Infrastruktur erhalten werden. Diedrichshagen verfügt neben dem Bogenplatz über einen in jeder Jahreszeit bespielbaren Kunstrasenplatz mit Flutlicht, der gern auch von Weitenhäger und Kiesowern genutzt wird. Allerdings muss der Belag bald erneuert werden. Die geschätzten Kosten betragen 25.000 bis 30.000 Euro.

Nur ein Wirtschaftsweg ab Guest

Einig waren sich die Anwesenden auch, den Verkehr zwischen den künftigen Ortsteilen Guest und Weitenhagen möglichst gering zu halten. Dessen Ausbau gilt als Bedingung für eine Fusion. Bisher gibt es dort nur einen Waldweg. In Guest fand sogar eine Unterschriftensammlung statt. Viele Bürger des Ortsteils befürchten, dass eine neue Straße zu Verkehrsverlagerungen führt. Der Guester Patrick Remy zeigte sich erfreut, dass Bürgermeister Neumann als eine mögliche Variante einen abgepollerten Wirtschaftsweg vorstellte, der nicht für jedermann ohne Weiteres passierbar ist. Eine solche Verbindung gibt es vom Wolgaster Ortsteil Hohendorf in die Herzogstadt. Laut Neumann ist ein Spurplattenweg ausreichend, um beispielsweise die Durchfahrtsmöglichkeit für die Weitenhäger Feuerwehr zu ermöglichen. So ein Weg zugleich als Teil eines Radwegs um Greifswald interessant. Das Land hat eine wohlwollende Prüfung eines Antrags aus Förderung für den Straßenbau zugesagt.

Weitenhagen ist lukrativer Partner

"Weitenhagen steht sehr gut da", erinnerte Gemeindevertreter Ulf Reichardt. Die Investitionen in das Gewerbegebiet seien im nächsten Jahrzehnt abbezahlt. Diedrichshagen habe Anlass, der Weitenhäger Gemeindevertretung für die bisherigen guten Gespräche dankbar zu sein.

Dass es durch eine größere Gemeinde einen gewissen Verlust an demokratischer Mitwirkung gebe, sei nicht zu leugnen, so Bürgermeister Neumann. In der Versammlung sprachen sich darum mehrere Bürger für eine Ortsteilvertretung Diedrichshagen aus. Der langjährige Gemeindevertreter Frithjof Erdmann appellierte an die Bürger, sich aktiv einzubringen und auch für Ämter zu kandidieren.

Der Ball liegt nun in Weitenhagen. Die dortige Gemeindevertretung hatte ihr weiteres Vorgehen vom Verlauf der Einwohnerversammlung in Diedrichshagen abhängig gemacht (die OZ berichtete). Auch in Weitenhagen müssen Einwohner angehört und Beschlüsse gefasst werden. Im Gegensatz zu Diedrichshagen hatte sich Weitenhagen nicht am Prozess der Bildung einer Großgemeinde mit insgesamt acht Partnern im Amt Landhagen beteiligt.

Eckhard Oberdörfer

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