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Greifswald Greifswalder Zeitsoldat schenkt Chance auf Leben
Vorpommern Greifswald Greifswalder Zeitsoldat schenkt Chance auf Leben
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14:04 02.05.2018
Sieht schlimmer aus, als es ist: Viereinhalb Stunden dauerte es, die Stammzellen zu gewinnen. Maik Röpke ließ sie sich in der Berliner Charité entnehmen. Quelle: DSD
Greifswald

Es sei ein überwältigendes Gefühl gewesen, als er die Nachricht erhielt. Anfang März klingelte bei Maik Röpke das Telefon. Die Deutsche Stammzellspenderdatei (DSD) teilte ihm mit, dass sie einen Empfänger für seine Stammzellen gefunden hat. „Ich konnte das erst gar nicht realisieren. Dann habe ich nur gedacht: ,Wow, ich kann ein Leben retten’“.

Die Chance, die Krankheit zu besiegenDer Greifswalder hat sich im Oktober 2017 als Stammzellspender registrieren lassen. Er ist somit einer von weltweit 32 Millionen potenziellen Spendern, die im Zentralen Knochenmarkspender-Register Deutschland (ZKDR) erfasst sind. Jährlich erkranken allein in Deutschland etwa 11 000 Menschen an Blutkrankheiten wie Leukämie, auch Blutkrebs genannt. Während einem Teil der Patienten mit Medikamenten geholfen werden kann, sind viele auf die Transplantation von Knochenmark oder Blutstammzellen gesunder Spender angewiesen. So wie im Fall von Röpke. Sein „genetischer Zwilling“, also ein Patient mit den gleichen genetischen Merkmalen, hat mit der Spende des Greifswalders die Chance, die Krankheit zu besiegen. „Nur etwa ein Prozent der Registrierten können tatsächlich ihre Blutstammzellen spenden“, sagt Katja Kluger, Öffentlichkeitsmitarbeiterin der DSD. Für sie ist der Zeitsoldat, der in Bad Sülze bei der Flugabwehrraketengruppe 24 stationiert ist, ein Held: „Maik Röpke hat einer ihm Unbekannten eine Chance auf Leben gegeben.“

Operationen sind seltenAngst vor der Spende hatte der 28-jährige gebürtige Greifswalder keine: „Es war möglicherweise die große Verantwortung oder die Freude darüber, etwas Gutes zu tun. Ich habe auch keine Sekunde gezögert“, sagt Röpke, der sich fünf Tage vor der Spende ein Medikament spritzen musste. Dieses lässt die Stammzellen vom Knochenmark ablösen und ins Blut übergehen. Viereinhalb Stunden dauerte die ambulante Behandlung, bis seine gesunden Stammzellen aus seinem Blut gefiltert wurden. „Ich habe alles sehr gut überstanden und konnte auch gleich wieder gehen.“ In etwa 80 Prozent der Fälle werden die Stammzellen aus dem Blut entnommen, nur selten ist eine Operation der Spender notwendig, in der etwa fünf Prozent des Knochenmarkes aus dem Beckenkamm entnommen werden. Die Bundeswehr Mecklenburg-Vorpommern unterstützte sein Vorhaben von Beginn an: „Ich habe dafür auch Sonderurlaub bekommen“, so Röpke. Und nicht nur das: Als ein ehemaliger Zeitsoldat erkrankte, ließen sich über 320 Kameraden und Zivilangestellte der Bundeswehr MV bei einer Aktion in Trollenhagen bei Neubrandenburg in der Hoffnung typisieren, dem Mann oder einer anderen Person damit helfen zu können.

Tausend Kilometer entferntOb die Spende des Greifswalders das Leben seines „genetischen Zwillings“ rettet, weiß Röpke nicht: „Mir wurde aber gesagt, dass die Chancen bei einer Spende recht gut sind.“ Und was weiß er über den Empfänger? „Die Stammzellen sind für eine Frau. Sie ist 59 Jahre alt und kommt aus Amerika.“ Irgendwann, sagt Röpke, will er ihr einen Brief schreiben und sie kennenlernen. Jetzt wünscht sich der Zeitsoldat, dass sein „genetischer Zwilling“ gesund wird und seine Spende das Leben eines anderen Menschen retten kann.

Christin Weikusat

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