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Greifswalder auf verlorenem Posten

Greifswald Greifswalder auf verlorenem Posten

Die Aufstiegschancen der Reeck-Elf sind gesunken / Trainer geht mit Spielern hart ins Gericht

Greifswald. Als Schiedsrichter Christian Allwardt gestern Nachmittag das Verbandsliga-Spitzenspiel zwischen dem Greifswalder FC und Mecklenburg Schwerin abpfiff, gab es viele lange Gesichter im Volksstadion. Die Elf von Hagen Reeck verlor die Partie nach einem schwachen Auftritt mit 0:4 und hat damit neben der Tabellenführung auch den Oberliga-Aufstieg gegen den direkten Konkurrenten so gut wie verspielt.

 

OZ-Bild

Nur selten konnten sich die Greifswalder, hier Tom Selchow, durchsetzen. Fotos (8): Werner Franke

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Die Leistung in der Defensive verdient den Namen nicht.“Hagen Reeck, Trainer

Das Duell zwischen dem Tabellenführer aus Greifswald und dem einzigen Verfolger, Schwerin, lockte 1128 Zuschauer in das Volksstadion. Mit einem Sieg hätten die Hansestädter den vorentscheidenden Schritt in Richtung Meisterschaft gehen können, doch letztlich zeigten sich die Schweriner in allen Belangen überlegen. „Die Jungs wollten das Ding hier heute unbedingt ziehen. Das ist uns dann auch völlig verdient gelungen“, analysierte Gäste-Trainer Martin Pieckenhagen. Der ehemalige Bundesliga-Torhüter dürfte aber ähnlich überrascht wie die Zuschauer gewesen sein, wie einfach es letztlich gegen völlig überforderte Greifswalder war.

Von Anfang an war den Schwerinern der größere Siegeswille anzumerken. Mit langen Bällen konnten sie immer wieder in den Rücken der GFC-Abwehr gelangen und sich so einige Chancen erarbeiten. Das 0:1 fiel schließlich nach einem Missverständnis zwischen André Gellentin und Torhüter Christian Person. Nach einem langen Ball reagierten beide zu zögerlich, so dass Schwerins Angreifer, Felix Michalski, an den Ball kam und ins leere Tor einschieben konnte. Der Greifswalder FC schien vom Gegentreffer geschockt zu sein. Einfache Ballverluste führten zu den nächsten Riesenchancen der Schweriner, aber Tino Wittkowski scheiterte mit einem schwachen Schuss (20.) an Person, der Versuch von Felix Michalski segelte nur knapp am Dreiangel vorbei.

Nach einer halben Stunde fand dann auch endlich der Greifswalder FC in die Begegnung. Zunächst konnten zwei Schussversuche (37.) von Tom Selchow und Mike Bütterich geblockt werden. Danach stand Tom Selchow nach einem Pass (40.) in die Tiefe plötzlich allein vor Schwerins Torhüter Eric Rohde, scheiterte aber kläglich. Und auch kurz vor dem Pausenpfiff war es Selchow, der im Mittelpunkt stand: Er fasste sich aus 18 Metern ein Herz und zog ab. Sein unplatzierter Schuss wurde von Rohde nur nach vorn prallen gelassen, doch kein weiterer Greifswalder war in der Nähe, um die Kugel über die Linie zu drücken. Mit 0:1 ging es also in die Pause.

Wer hoffte, dass Greifswald in der zweiten Halbzeit an diese gute Phase anknüpfen würde, sah sich getäuscht. „Die Defensivleistung in der zweiten Halbzeit hat mit kontrollierter Abwehr nichts zu tun.

Im Mittelfeld haben wir viel zu fahrig agiert“, konstatierte GFC-Trainer Hagen Reeck.

Neben Enrico Kargs Treffer zum 2:0 (67.) waren es noch zwei Konter in der Schlussphase, die der FC Mecklenburg verwerten konnte (Thomas Friauf, 85. und Jean-Pier Bohmann, 89.). Allerdings hatten es die Hausherren neben Torhüter Person vor allem dem Schweriner Unvermögen zu verdanken, dass die Niederlage nicht noch höher ausfiel. Gleich in drei Situationen liefen die Mecklenburger mit drei Spielern allein auf den Torhüter zu, doch Person behielt in allen Duellen die Oberhand. Die einzige Greifswalder Möglichkeit vergab Christian Gutjahr in der 69. Spielminute. Nach seinem Schuss sahen vielen Zuschauer den Ball hinter der Torlinie. Das Schiedsrichtergespann entschied allerdings auf Weiterspielen. Durch die Niederlage konnte Schwerin die Tabellenführung erobern und auch im vor der Partie deutlich schlechteren Torverhältnis zum Greifswalder FC aufschließen.

„Man muss dann irgendwann auch die Frage nach der Qualität stellen. Wir haben in den Spitzenspielen gegen Schwerin, Torgelow und Pampow schlecht ausgesehen. Vielleicht sind wir einfach noch nicht so weit“, gab Reeck zu Protokoll. „Wir geben jetzt nicht auf. Wir versuchen, die sechs Punkte aus den letzten beiden Spielen zu holen“, so Reeck weiter. „Die Niederlage ist unfassbar ärgerlich. Was bleibt, ist allerdings die Erkenntnis, dass der Fußball in Greifswald angenommen wird. Das war eine tolle Kulisse heute“, befand GFC-Präsident Michael Lüdeke. Auch Pieckenhagen pflichtete dem bei:

„Dieser Rahmen war für dieses Spiel natürlich traumhaft. Über 1000 Zuschuaer, viele Gästefans und das beste was die Verbandsliga in dieser Spielzeit sportlich zu bieten hat.“ Der GFC hat noch die Spiele in Güstrow und gegen Förderkader René Schneider vor der Brust, um vielleicht doch noch Erster zu werden und den Aufstieg zu realisieren. Schwerin spielt ebenfalls gegen Güstrow und muss noch im brisanten Derby gegen Pampow bestehen. „Die Saison ist noch nicht zu Ende und wir werden bis zum Schluss versuchen, dass wir am Ende der Saison ganz oben stehen“, gab sich Lüdeke kurz nach dem herben Rückschlag schon wieder kämpferisch.

Chris-Benjamin Beling

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