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Greifswalder feiern 500 Jahre Reformation

Greifswald Greifswalder feiern 500 Jahre Reformation

Viele lokale Akteure haben Veranstaltungen für das Gedenkjahr vorbereitet

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Die Refor- mation ist nicht nur eine Erfolgs- geschichte.“Prof. Thomas Kuhn, Leiter der AG 2017

Greifswald. Luther und die Reformation – das muss gefeiert werden! Auch in Norddeutschland. Darüber sind sich viele Greifswalder ganz unterschiedlicher Einrichtungen einig. Aber warum eigentlich? Weshalb sollten sich heutige Generationen mit den Lehren des Theologen beschäftigen, der am 31. Oktober 1517 seine 95 Thesen an die Tür der Wittenberger Schlosskirche genagelt haben soll? Und vor allem: Wie feiert man so ein Jubiläum – in dieser hochsäkularisierten Region, in der verhältnismäßig wenig Menschen noch einen Bezug zu Kirche und Religion haben?

Die Antwort liefern die Akteure von mehr als zwei Dutzend Institutionen, Kirchengemeinden, Vereinen, Schulen und Kulturstätten. Sie alle stellten gemeinsam in mehreren Workshops ein Programm auf die Beine, das Antworten geben soll, aber auch Fragen aufwirft, zum Disput einlädt, Widerspruch und ganz sicher auch Zuspruch findet.

Mehr als 60 Angebote umfasst ein druckfrischer, gestern erstmals vorgestellter Veranstaltungskalender für die kommenden zwölf Monate. Ein Auftakt. „Denn sicher werden noch weitere Angebote hinzu kommen, sodass wir unsere Homepage ständig aktualisieren“, sagt Professor Thomas Kuhn von der Theologischen Fakultät der Uni Greifswald. Unter seiner Leitung hat die Vorbereitungsgruppe „AG 2017“ in den vergangenen Jahren intensiv an einem Konzept für das Gedenkjahr gearbeitet.

Ein Gedenkjahr, das auch die Ambivalenzen der Bewegung in den Blick nehme. „Denn die Reformation ist nicht nur eine Erfolgsgeschichte“, betont Kuhn. „Dabei war uns wichtig, dass wir einen lokalen Ansatz für das Programm wählen und für einen großen Pluralismus ganz unterschiedliche Akteure einbinden.“ Neben Themengottesdiensten, Lesungen, Konzerten, Ausflügen, Vorträgen und Gesprächsrunden werde es deshalb zum Beispiel auch Theater geben: Wenn sich die gigantische 500- Jahr-Feier in ganz Deutschland ihrem Ende zuneigt, veranstaltet das Theater eine „Martin-Luther-Halloween-Nacht“ mit Spiel, Gesang und Performance. Auch ein Luther-Musical ist geplant. Die Kunstwerkstätten beschäftigen sich in Workshops mit viel zitierten Luther-Aussprüchen, die jeder kennt. Und das Gospelkombinat Nordost inszeniert ein Open-Air-Musical, das Johannes Bugenhagen in den Mittelpunkt rückt. Jenen Reformator also, den Luther in den Norden sandte. Denn er selbst setzte nie einen Fuß auf Greifswalder Boden.

„Das Angebot ist breit gestreut“, versichert Ulrike Schäfer-Streckenbach, Pastorin der Kirchengemeinde St. Marien. Wer sich auf Veranstaltungen einlasse, habe die Chance, sich über die eigene Geschichte klar zu werden, „sich selbst und andere besser kennenzulernen, zu verstehen“. Die Reihe „Gnade dir Gott“ etwa lade zum Nachdenken über Barmherzigkeit ein. Und wer daneben das Unterhaltsame sucht: Der 3. Ökumenische Kirchentag Vorpommern hält auch Jazzmusik bereit, in der Martin Luther ganz neu entdeckt werden kann.

Im Gegensatz dazu wird es im Pommerschen Landesmuseum gemächlich zugehen: Das Haus eröffnet im Mai die große Sonderausstellung „Luthers Norden“, die gemeinsam mit den Schleswigholsteinischen Landesmuseen Schloss Gottorf konzipiert wurde. Kurator Joachim Krüger verspricht viele spannende Exponate, aber auch Begleitveranstaltungen. Gelegenheiten zum Reden also – über Gott und die Welt, Luther und die Reformation.

Ein Blick ins Programm

60 Veranstaltungen beinhaltet das Programm derzeit zum Gedenken an 500 Jahre Reformation. Erste Angebote unterbreiten die Volkshochschule und das Krupp Kolleg mit Reihen, die nächste Woche beginnen. Die Luther-Bibel wurde im Urtext gelesen, neu übersetzt und wird am 30. Oktober 2016 in allen Kirchengemeinden mit Veranstaltungen neu eingeführt.

„Jetzt ist die Zeit der Gnade“ lautet der Titel des 3. Ökumenischen Kirchentages Vorpommern, der am 16. September 2017 in Greifswald stattfindet.

• www.reformation-greifswald.de

Petra Hase

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