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Greifswald Greifswalder liefern Module für Mega-Kreuzfahrer
Vorpommern Greifswald Greifswalder liefern Module für Mega-Kreuzfahrer
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15:26 11.09.2018
Das Greifswalder Unternehmen EAG hat drei Module für den ersten Mega-Kreuzfahrer der MV Werften ausgeliefert. Quelle: EAG
Greifswald

In Rostock wird am Dienstag das größte Kreuzfahrtschiff der Welt auf Kiel gelegt – und mit an Bord sind Maschinen aus Greifswald.

„Wir haben drei Module für den Maschinenraum des Kreuzfahrtschiffes geliefert“, sagt Michael Lüdeke, Geschäftsführer des Unternehmens EAG mit Sitz am Eckhardsberg. „Es handelt sich dabei um die Brauchwasserpumpe, die Motoröl- und Brauchwasserkühlung.“ Der Auftrag der MV Werften, die das Kreuzfahrtschiff für die asiatische Reederei Dream Cruises bauen, habe ein Volumen von knapp einer Million Euro. „Und das ist erst der Anfang“, so Lüdeke. „Für einen ähnlichen Auftrag im kommenden Jahr haben wir bereits den Zuschlag bekommen, für weitere zwei Aufträge haben wir die Option.“

Alle Mitarbeiter konnten nach Insolvenz übernommen werden

Gute Nachrichten also für das Unternehmen, das zu großen Teilen aus dem insolventen Anlagen- und Kraftwerkrohrleitungsbau (AKB) hervorgegangen ist. AKB hatte für mehrere seiner Gesellschaften 2016 Insolvenz anmelden müssen, als Verwalter fungierten die Greifswalder Anwälte Heiko Jaap und Jörg Sievers. „Wir haben das Unternehmen so lange weiterführen können, bis Käufer für das Unternehmen gefunden werden konnten“, so Jaap. „Das hatte den Vorteil, dass alle Mitarbeiter übernommen werden konnten und nicht in die Arbeitslosigkeit entlassen werden mussten.“ Den Zuschlag für Gebäude, Lagerbestände und Hardware AKBs erhielt das 2017 neugegründete Unternehmen Energieanlagen Greifswald (EAG). Als Geschäftsführer wurde wiederum Michael Lüdeke bestellt, allerdings sei die Gesellschafterzusammensetzung eine andere, so Rechtsanwalt Jaap.

Russland-Embargo hatte AKB schwer getroffen

„Zur Insolvenz von AKB haben damals vor allem drei unvorhersehbare Entwicklungen geführt“, blickt Lüdeke zurück. „Der angekündigte Ausstieg Deutschlands aus der Kernenergie hat für uns zu einem Wegbrechen der Aufträge auf dem Gebiet von Wartung und Umbau der Kraftwerke geführt“, so Lüdeke. „Zum anderen hat uns das verhängte Handelsembargo mit Russland schwer getroffen. Unsere Umsätze von 10 Millionen Euro in Russland sind auf 50 000 Euro im Jahr zurückgegangen.“ Auch die Übernahme der Werften in Wismar und Warnemünde (2009) sowie Stralsund (2014) durch den Investor Witali Jussufow habe wirtschaftliche Nachteile für AKB gehabt. Aufträge seien nicht mehr in die Region vermittelt worden, beklagt Lüdeke. Diese Zeiten seien jetzt aber ganz offensichtlich vorbei, so der Geschäftsführer. „Es ist gut, dass der Genting Konzern der hinter den MV Werften steht auf regionale Zulieferer mit Erfahrung im Schiffbau setzt“, so Lüdeke. „Dadurch können hier Arbeitsplätze gesichert und geschaffen werden. Auch wir haben ja Materialien und Dienstleistungen aus dem Land bezogen, etwa von Cziotec oder dem Hallenbau Wusterhusen.“ Derzeit sucht EAG, der nach eigenen Angaben 125 Mitarbeiter hat, davon 25 Festangestellte, nach weiteren Fachkräften zur Verstärkung. „Die Auftragsbücher für die kommenden Jahre sind gut gefüllt“, so Lüdeke. „Wir suchen noch Projektleiter, aber auch Schweißer oder Vorrichter für Montagearbeiten in Deutschland.“

EAG setzt auch auf Blockheizkraftwerke

Die Aufträge der MV Werften sind aber nur ein Standbein, aus das die EAG setzt. „Die Aufträge der Werften nehmen etwa 20 Prozent aus, wir fertigen zum Beispiel noch komplette Blockheizkraftwerke und sind am Rückbau von Kernkraftwerken beteiligt.“ Der erste Auftrag der MV Werften sei in jedem Fall aber ein besonderer Gewesen. „Die Maße machen einen herkömmlichen Transport unmöglich“, so Lüdeke. „Das schwerste Modul wiegt alleine 18,9 Tonnen. Die Höhe auf dem Anhänger erreichte knapp 5 Meter, da kommt man nicht unter allen Brücken durch.“ In der Nacht auf den 4. September erreichte die kostbare Fracht aber sicher das Ziel. „Von den 43 ausgeschriebenen Modulen dieses Schiffsbereiches , waren wir die ersten, die geliefert haben.“

Anne Ziebarth

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