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Greifswalder pilgerten im Mittelalter nach Maastricht

Greifswald Greifswalder pilgerten im Mittelalter nach Maastricht

Auf einem Grundstück an der Rakower Straße fanden Archäologen das Abzeichen eines Pilgers.

Greifswald. Der bis heute erhaltene Schrein des Heiligen Servatius in Maastricht war im Mittelalter ein beliebtes Ziel frommer Pilger. Auch Greifswalder zog es vor allem im 13.

und 14. Jahrhundert dorthin.

„Mit einem Pilgerabzeichen zeigte man dann seine Frömmigkeit“, erzählt Giannina Schindler vom Landesamt für Kultur- und Denkmalpflege. Sie leitet die Grabungen auf dem Grundstück Rakower Straße/Ecke Domstraße. Dort will der Pommersche Diakonieverein ein neues Verwaltungsgebäude errichten.

Hier wurde ein sehr gut erhaltenes Pilgerabzeichen mit dem Abbild des der Legende nach aus Armenien stammenden Bischofs von Tongern gefunden. Er soll am 13. Mai 384 verstorben sein. Über dem Grab wurde eine Kirche errichtet. Der Schrein stammt aus dem 12. Jahrhundert.

Servatius ist einer der Eisheiligen. Diese sogenannten Wetterheiligen verbindet der Volksglaube mit der Bitte um gutes Wetter für die Landwirtschaft. „Das Pilgerzeichen haben wir in einer Grube gefunden, die um 1300 entstand“, erzählt Schindler. „Aus dem 14. Jahrhundert haben wir schon mehrere Abzeichen von Servatiuspilgern gefunden“, sagt die Archäologin. „Er muss auf dem Territorium des heutigen Mecklenburg-Vorpommern populär gewesen sein.“

Da der Diakonieverein ohne Keller baut, dringen die Ausgräber nur in kleinen Bereichen bis in die mittelalterlichen Schichten vor.

„Richtung Domstraße haben wir noch mittelalterliche Mauerreste gefunden“, berichtet Schindler. Die meisten Fundstücke stammen aus dem 18. Jahrhundert. Zudem war die Rakower Straße kein Wohnort der Oberschicht. Hier wohnten kleine Handwerker, in der Schwedenzeit auch mal ein Branntweinbrenner. Die betrieben nebenher Landwirtschaft. Ställe, Scheunen und Gärten gab es daher hier.

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Greifswald
Das Pilgerzeichen aus dem Mittelalter zeigt den Heiligen Servatius.

Archäologen haben bei Ausgrabungen in der Nähe des Greifswalder Marktes ein sehr gut erhaltenes Relikt aus dem 14. oder 15. Jahrhundert entdeckt.

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