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Greifswald Greifswalder schlucken sauberes Wasser
Vorpommern Greifswald Greifswalder schlucken sauberes Wasser
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08:10 25.03.2019
Holger Wellnitz, Abteilungsleiter für Wassergewinnung bei den Stadtwerken Greifswald, bescheinigt dem Greifswalder Trinkwasser eine hohe Qualität. Quelle: Martina Rathke
Greifswald

Dass in Greifswald das Trinkwasser zu jeder Tages- und Nachtzeit aus dem Wasserhahn fließt und die Klospülung funktioniert, ist für die Hansestädter eine Selbstverständlichkeit. „Selbst wenn das Stromnetz zusammenbrechen sollte, Kühlschrank und Telefonnetz offline sind, ist die Wasserversorgung noch immer dank Notstromaggregaten gesichert“, berichtet Holger Wellnitz, Abteilungsleiter für Wassergewinnung bei den Stadtwerken Greifswald. Während andere Regionen mit Grundwasserknappheit zu kämpfen haben, sei das für Greifswald bislang kein Thema. Die Neubildung von Grundwassers durch ausreichend Niederschlag funktioniere im Wassereinzugsgebiet der Stadt. „Zudem pumpen wir weniger Wasser aus den Brunnen nach oben, als von den Wasserbehörden genehmigt.“

Rund 60 Greifswalder informierten sich am Samstag im Wasserwerk Groß Schönwalde über die Trinkwassergewinnung in der Stadt. Die teils kritischen Fragen nach möglichen Nitratbelastungen oder Arzneimittelrückständen zeigten, dass die Verbraucher ihren Wasserkonsum zunehmend hinterfragen. „Es ist ein Bewusstseinswandel eingetreten,“, sagt auch Wellnitz. „Vor 15 Jahren sind zu ähnlichen Veranstaltungen vielleicht zwei drei Leute gekommen.“

Leonore Bildat und ihre Kinder Josef (4) und Theodor (9), die sich die Wasserspeicher und Brunnen im Wasserwerk anschauten, trinken aus Umweltgründen nur noch Leitungswasser. „Es ist verrückt, wie viele Plastikflaschen die Leute aus den Einkaufsmärkten schleppen“, so Leonore Bildat. Aber weil die Familie Leitungswasser trinkt, will sie genau wissen, wie sauber das Wasser ist.

Während in Rostock – so die vor wenigen Tagen veröffentlichte Landes-Trinkwasserversorgungskonzeption – wegen fehlender Grundwasserleiter auf oberflächennahes Wasser zurückgegriffen und dieses aufwändig aufbereitet werden muss, befindet sich Greifswald in einer komfortablen Lage. „Das Greifswalder Trinkwasser stammt zu 100 Prozent aus Grundwasser, das über Brunnen aus 30 bis 50 Meter tiefen Erdschichten nach oben befördert, mit Sauerstoff versetzt, gefiltert und gespeichert wird“, erklärt Wellnitz. Für die Trinkwassergewinnung gilt Grundwasser als am besten geeignet, da es durch die überlagernden Gesteinsschichten meist gut geschützt ist.

„Das Trinkwasser in Greifswald ist von hoher Qualität und erfüllt in allen Punkten die Anforderungen an die Trinkwasserverordnung“, sagte Stadtwerke-Sprecherin Steffi Borkmann. Pro Jahr würden dafür 120 bis 150 Proben genommen und analysiert. Bei den großen Proben wird das Wasser auf Geruch, Härte und Färbung sowie auf mehr als 80 Inhaltsstoffe und Rückstände kontrolliert, darunter auch das umstrittene Pflanzenschutzmittel Glyphosat. „Das Greifswalder Trinkwasser ist besser kontrolliert als Flaschenwasser und auch deutlich billiger“, so Wellnitz.

Obwohl die Stadt von einem landwirtschaftlich bewirtschafteten Raum umgeben ist, sind die Nitratwerte niedrig. Ein Anstieg sei auch, anders als in anderen Regionen, hier bislang nicht zu beobachten, so der Trinkwasserexperte. Die letzte Analyse weist für die Brunnen des Wasserwerks Groß Schönwalde, das Greifswald zu 60 Prozent versorgt, einen Nitratwert von 1,2 mg/l (Grenzwert 50 mg/l) aus, für das Wasserwerk Hohenmühl (40 Prozent der Versorgung) von 2,5 mg/l.

Im Blick haben die Wasserwerke die Sulfat-Werte, die zwar noch von den Grenzwerten entfernt, aber relativ hoch seien, so Wellnitz. „Deshalb wird auch engmaschig kontrolliert.“ Laut Landes-Trinkwasserversorgungskonzeption werden die Werte um Greifswald wie auch in anderen Regionen Vorpommerns im Rohwasser als steigend bewertet. Bei der letzten großen Prüfung in Hohenmühl im November 2018 hatten die Prüflabore einen Wert von 199 mg/l gemessen, der Grenzwert liegt bei 250 mg/l. Sulfat gilt als Umbauprodukt von Nitrat.

Rund 7000 bis 8000 Kubikmeter Wasser verbraucht die Stadt pro Tag. Im sehr trockenen Jahr 2018 stieg der Verbrauch tageweise auf 11000 Kubikmeter. „Spitzenreiter war nicht Hochsommer, sondern der Mai und Juni“, so Wellnitz. Vor allem Kleingärtner hätten in dieser Zeit den Verbrauch in die Höhe getrieben. Dennoch könne das Wasserwerk diese zeitlich begrenzten Spitzen gut meistern. „Die Netzdimension in Greifswald passt ganz gut.“

Mit einem Wasserverbrauch von 125 Liter pro Einwohner und Tag liegt die Stadt statistisch über den Landesschnitt. Dies lasse sich dadurch erklären, dass viele Einpendler hier arbeiten und die Kliniken sehr viel Wasser verbrauchen. Eine besondere Eigenheit des Greifswalder Wassers sind die hohen Calcium- und Magnesiumwerte. Kein Grund für die Wasserwerke, die Stoffe herauszufiltern: Der hohe Kalkgehalt verursache zwar lästige Ablagerungen, sei aber geschmacksbildend, sagte Wellnitz. Magnesium und Calcium gelten zudem als wichtige Mineralstoffe für den Knochenaufbau und den Energiestoffwechsel.

Martina Rathke

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