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00:05 23.03.2016
Dietrich Lange hat seit 55 Jahren ein außergewöhnliches Hobby: Er bemalt Ostereier und verziert sie dann kunstvoll. Quelle: Fotos: Peter Binder

Drei Eier pro Tag sind Satz für Dietrich Lange, und das seit Jahren. Aber keine Sorge, der Mann isst die Eier nicht, sondern zaubert aus ihnen kleine Kunstwerke für die Osterzeit. Mittlerweile geht die Zahl der Eier, die er auf diese Weise verziert hat, in die Tausende.

Für kunstvollen Osterschmuck bohrt der 73-jährige Dietrich Lange bis zu 240 Löcher in die Schale

Im Haus der Familie Lange hängen lediglich „bisschen was über 100 Ostereier“, schätzt der Rentner ein. Hühner-, Gänse- und Wachteleier, nichts ist Dietrich Lange zu kompliziert, um nicht daraus einen Hingucker für den Osterstrauß oder das Fenster zu schaffen. Die Techniken, die er dafür verwendet, sind vielfältig. „Ich bemale, wende die Kratztechnik an. Meine Lieblingsbeschäftigung allerdings ist es, in die Eier Löcher zu bohren“, erzählt der 73-Jährige. Gesehen hat er solcherlei Kunst vor Jahren erstmals in Tschechien. „Das hat mich so beeindruckt, dass ich es sofort auch probiert habe“, erzählt er. Allerdings — bis tatsächlich die Eier heil blieben beim Bohren, habe es etlicher Dutzend bedurft.

Dietrich Lange hat schon seit frühester Jugend eine Affinität für Ostereier. „Die kunstvoll verzierten sorbischen Eier habe ich immer bewundert. Allerdings fehlten mir die Möglichkeiten und das Geld, um nach Bautzen zu fahren. Also habe ich es selbst probiert“, so der Greifswalder. Gerade mal 18 Jahre alt war er, als er sein erstes Osterei in der Wachstechnik bemalte. „Ich war damals junger Lehrer in der Landschule von Lüssow. Bei den Kollegen habe ich getestet, wie meine Versuche ankommen. Die Resonanz war durchweg sehr positiv“, erinnert er sich.

1965 wechselte er nach Greifswald, von 1970 an war er 30 Jahre lang Musiklehrer an der Fischerschule. Auch hier gefielen den Kollegen die bunten Eier aus der Hand von Dietrich Lange. Inzwischen war er auf die Kratztechnik umgestiegen, die meist auch bei den Sorben verwendet wird. Später versuchte er es dann mit Acrylfarben, „weil die nicht so schnell verblassen.“

„Das Hobby hat mich all die Jahre nicht mehr losgelassen. Und meine Frau hat mich darin noch unterstützt“, sagt er. Mitmalen, -kratzen oder -bohren darf sie aber nicht. „Das ist mein Metier, sie darf die Bändchen zum Aufhängen einfädeln“, erklärt der Eierkünstler. Doch woher bezieht Lange für sein spezielles Hobby die Unmengen an Eiern, die er braucht? „Da muss die Familie und die ganze Verwandtschaft mithelfen“, erklärt er. Im Laufe der Jahre habe er Verwandten und Freunden beigebracht, mit welcher speziellen Technik die Eier ausgepustet werden müssen: Unten ins Ei kommt ein winziger Pikser zum Pusten, oben muss das Löchlein etwas größer und die Eihaut zerstochen sein, damit das Eigelb herauskommt. Die dafür aufgewandte Zeit habe sich gelohnt — „sie beherrschen es jetzt perfekt und liefern jede Woche“, sagt Lange.

Seine Kunstobjekte verschenkt er oder bietet sie auf Märkten in der Region zum Kauf an. Am vergangenen Wochenende war er beim Frühlingsmarkt in Katzow dabei. Die Löchereier in weiß und pastell waren genau wie die farbenfrohen Exemplare in Kratztechnik der Renner und wurden gleich schachtelweise gekauft. „Gefreut habe ich mich, dass sogar Kunden aus Brandenburg kamen, die schon Ostereier bei mir gekauft hatten.“

Seinem Hobby frönt er, außer im Urlaub, täglich. „Von kurz nach 8 bis 12 Uhr bin ich am Werkeln“, gesteht er. Während dieser Zeit entstehen drei Ostereier. Ein Hühnerei kunstvoll zu gestalten nimmt nach seinen Worten in der Regel eine Stunde in Anspruch, die großen Gänseeier dauern entsprechend länger. Für die Löcherbohrerei bedarf es vor allem einer ruhigen Hand: Immerhin muss er, je nach Eigröße, zwischen 84 und 240 Löcher anbringen. „Die Muster denke ich mir alle selbst aus, Schablonen gibt es dafür nicht. Ich markiere die Eier lediglich mit sechs Punkten — dann geht‘s los. Blumen und Ornamente ergeben sich wie von selbst.“ Damit alles hält, müssen die Eier nach dem Bohren noch chemisch behandelt und gut gewässert werden.

Dietrich Lange hofft, dass er noch viele Jahre seinem Hobby nachgehen kann. An Ideen und Interessenten für seine Exponate mangele es ihm nicht, versichert er. Und wenn ihm die ganze Eierei doch mal über sein sollte? „Dann nehme ich den Pinsel und male Bilder, auch daran habe ich Freude“, sagt er.

55 Jahre lang ein Hobby

3 Eier in vier Stunden — das ist das tägliche Pensum von Dietrich Lange bei seinem Hobby, der Herstellung kunstvollen Osterschmucks.

84 Löcher bohrt der Greifswalder in ein mit Acrylfarbe bemaltes Hühnerei, bis er ein Muster seiner Wahl daraus erstellt hat.

240 Löcher schafft der Rentner bei einem Entenei zu bohren. Ob es beim Straußenei doppelt so viele sein können, testet er noch.

55 Jahre schon bemalt und gestaltet der Mann Osterschmuck. Seine Fertigkeiten hat er sich alle selbst beigebracht.

Von Cornelia Meerkatz

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