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Greifswald Größer und schöner: Waldorfkita baut neu
Vorpommern Greifswald Größer und schöner: Waldorfkita baut neu
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07:46 29.09.2016
Gustav, Julius, Emelie, Mika und Merle gehen gerne in den Waldorfkindergarten. Sie freuen sich bereits auf den Neubau. Fotos (2): Peter Binder

Die Nachfrage nach Plätzen im Greifswalder Waldorfkindergarten ist groß. Deswegen hat sich der Trägerverein zu einem Neubau entschlossen. Im Oktober sollen die vorbereitenden Arbeiten beginnen. Wenn alles nach Plan läuft, können die Kinder Ende 2017 bereits in die neue Einrichtung einziehen. Der Neubau für 1,6 Millionen Euro entsteht auf dem jetzigen Gelände in der Hans-Beimler-Straße. Die frei werdenden Räume nutzen künftig die Kinder der Waldorfschule und des Hortes.

Wir vertrauen auf die schöpferische Kraft des Kindes, geben keine fertigen Spielangebote vor, sondern regen zum freien Spielen an.“René Walter, Vorstandsmitglied und Lehrer an der Waldorfschule
Gesetzlich vorgeschrieben ist ein zusätzlicher Schlafraum nur für Kinder bis zwei Jahre. Bei uns gehört zu jedem Gruppenraum ein Schlafraum.“Katharina Rosenthal, Leiterin des Waldorfkindergartens
Wir vertrauen auf die schöpferische Kraft des Kindes, geben keine fertigen Spielangebote vor, sondern regen zum freien Spielen an.“René Walter, Vorstandsmitglied und Lehrer an der Waldorfschule
Gesetzlich vorgeschrieben ist ein zusätzlicher Schlafraum nur für Kinder bis zwei Jahre. Bei uns gehört zu jedem Gruppenraum ein Schlafraum.“Katharina Rosenthal, Leiterin des Waldorfkindergartens

18 zusätzliche Plätze

88 Kinder haben im neugebauten Waldorfkindergarten Platz. Davon sind 24 Plätze für vier sogenannte Kleinkindgruppen vorgesehen. Das sind Kinder zwischen einem und drei Jahren. Im Kindergarten (ab 3) sind vier Gruppen mit insgesamt 64 Kindern geplant. Das sind zehn Plätze mehr als aktuell.

90 Kinder besuchen den Hort. Dieser verbleibt im Schulgebäude.

Statt derzeit 70 können künftig 88 Mädchen und Jungen in den Waldorfkindergarten gehen. Die zusätzlichen Kapazitäten entstehen sowohl im Bereich der Ein- bis Dreijährigen als auch bei den Drei- bis Sechsjährigen. „Wir haben in allen Altersgruppen eine starke Nachfrage und eine lange Warteliste“, sagt Vorstandsmitglied René Walter. Er freut sich besonders, dass nun erstmals in Greifswald ein Gebäude entsteht, dass auch in der Architektur zur Waldorfpädagogik passt. „Derzeit ist die Kita gemeinsam mit der Schule in einem Gebäude untergebracht, das ehemals eine Kaserne war“, sagt Walter.

Davon sei zwar nichts mehr sichtbar. Trotzdem habe man vor 20 Jahren die Kita in die vorgegebenen Räumlichkeiten hineingepflanzt. „Jetzt können wir eine Kita bauen, die zu den Bedürfnissen unserer Kinder passt“, sagt Walter.

Konkret bedeutet das auch, dass jedes Kind mehr Platz hat, als es gesetzlich vorgeschrieben ist. Jede Gruppe hat zudem einen Raum zum Spielen und einem zum Schlafen. Das ist längst nicht in allen Einrichtungen üblich. „Gesetzlich vorgeschrieben ist ein zusätzlicher Schlafraum nur für Kinder bis zwei Jahre“, sagt Kitaleiterin Katharina Rosenthal. Ihr ist wichtig, dass die Räume für die Kinder sehr hell sind. Die Spielzimmer sind mit einer kleinen Küche ausgestattet, in der die Erzieher mit den Kindern auch Brot backen. Das ist fester Bestandteil im Wochenplan.

Der Waldorfkindergarten ist die einzige Einrichtung in Greifswald, die mit ihren Kindern regelmäßig Brot selbst herstellt. Ein Unikum ist auch die hauseigene Küche, in der die Mittagsmahlzeiten zubereitet werden. Hier wird auf Bioprodukte und vegetarische Ernährung gesetzt. Im neuen Gebäude soll es auch einen Mehrzweckraum geben, in dem unter anderem eine Werkbank steht. An der können sich die größeren Kinder unter Anleitung handwerklich ausprobieren – ein wichtiger Bestandteil der Waldorfpädagogik. „Wir vertrauen auf die schöpferische Kraft des Kindes, geben keine fertigen Spielangebote vor, sondern regen die Kleinen zum freien Spielen an“, erklärt Walter. Ein Stück Holz könne auf diese Weise heute ein Boot, morgen ein Auto und übermorgen ein Telefon sein.

Viel Wert legt Kitaleiterin Rosenthal auf einen klar geregelten Tagesablauf: „Kinder brauchen sinnvolle Prozesse, die sie nachahmen können.“ Dazu gehört das tägliche Frühstück, das die Erzieher gemeinsam mit den Kindern zubereiten. „Montags gibt es zum Beispiel immer Milchreis oder Reiswaffeln“, sagt Rosenthal. Der Montag habe für die Kleinen noch keine Bedeutung. „Sie lernen aber mit der Zeit, dass das der Milchreistag ist“, so Rosenthal weiter. Der Tag, die Woche, der Monat und das Jahr würden auf diese Weise in immer wiederkehrende Rhythmen eingeteilt. Das helfe den Kindern, sich zurechtzufinden.

Den Kleinen „seelische Geborgenheit“ zu geben, steht nach Aussage von Walter im Mittelpunkt. Dazu gehören auch „wenig wechselnde Bezugspersonen“, kleine Gruppen. Die Gruppen für die Ein- bis Dreijährigen bestehen deswegen beispielsweise nur aus sechs Kindern. In anderen Kitas ist es üblich, dass zwei Erzieher zwölf Kinder in einer Gruppe betreuen.

Katharina Degrassi

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