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Größtes Flugboot der Welt landete in Stralsund

Stralsund Größtes Flugboot der Welt landete in Stralsund

Die Dornier DO-X war im Juni und Juli 1932 auf Deutschlandflug

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Die Do-X hatte bei ihrem denkwürdigen einstündigen Rekordflug am 21. Oktober 1929 sogar 169 Menschen an Bord – 20 Jahre lang galt dieser Rekord.

Stralsund. Zwischen dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg waren Stralsund und Sellin bereits Seeflughäfen auf Strecken entlang der Ostseeküste. Zudem wurden in Stralsund Wasserflugzeuge produziert. Höhepunkt war die Landung der 72-sitzigen Dornier DO-X am 16. Juli 1932 auf dem Strelasund.

OZ-Bild

Die Dornier DO-X war im Juni und Juli 1932 auf Deutschlandflug

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In einem Zeitungsbericht heißt es über dieses Ereignis in der Hansestadt: „Es regnete den ganzen Vormittag am Sonnabend, dem 16.07.1932; trotzdem standen die Menschen dichtgedrängt am Nassen Dreieck, auf der Fährbrücke, Ballastkiste usw.. Das Flugschiff, vom Parower Haken kommend, machte eine elegante Schleife über der Stadt, eine zweite über der Kniepervorstadt, wasserte auf dem Sund, fuhr mit eigner Kraft durch die Hafeneinfahrt der Trajekte in den Hafen, machte zunächst am Packwerk fest, wo die Passagiere auf Wunsch des Kapitäns ausgebootet wurden. Dann erst brachte Flugkapitän Christiansen das Flugschiff zum Ippenkai, ein Motorboot zog den Riesen rückwärts an den Kai heran.

Eine offizielle Begrüßung fand nicht statt. Oberbürgermeister Dr. Heidemann, Ratsherr Krönung und Baurat Gerlach wurden als erste Gäste nach dem Festmachen begrüßt. 6300 Personen besichtigten am Sonntag, 17.07., trotz des schlechten Wetters das Flugschiff, etwa 20 Passagiere buchten einen Flug nach Warnemünde. Gegen 12.30 Uhr ist das Flugschiff am Montag nach Warnemünde gestartet.“

Die Begeisterung der Stralsunder kam nicht von ungefähr. Claudius Dornier fand als Konstrukteur mit dem Bau der DO-X, des damals größten Flugbootes der Welt, weltweite Aufmerksamkeit. Am 12. Juli 1929 startete es zum ersten Probeflug. Mit der gewaltigen Spannweite von 48 Metern und zwölf je 500 Pferdestärken leistenden Motoren bei einer Höchstgeschwindigkeit von 240 Stundenkilometern stellte die DO-X alles bis dahin Erreichte in den Schatten. Dorniers Wasserflugzeug, benannt mit DO für Dornier und X für die unbekannte Größe, verfügte über drei übereinander liegende Decks.

Das untere enthielt die Tanks für 18 000 Liter Treibstoff, ganz oben befanden sich neben dem Cockpit Räume für die Besatzungsmitglieder. Luxuriös, im Stil eines Clubs eingerichtet, war das für die Passagiere bestimme B-Deck in der Mitte des Bootes. Damast, Kristall und plüschbezogene Polstermöbel gaben dem mit Orientteppichen ausgelegten Hauptsalon das Flair eines fliegenden Hotels. Für die Sicherheit gab es Schwimmwesten. Achteckige Kriechgänge führten durch die Tragflächen zu den Motoren, die von Besatzungsmitgliedern ständig gewartet wurden.

Vom Bodensee startete die DO-X am 5. November 1930 zu ihrer Weltreise. Dornier hoffte, Käufer für sein Flugboot zu finden. Über Amsterdam, Lissabon, Buenos Aires und Miami flog die Maschine nach New York.

Nach langem Aufenthalt startete sie von dort 1932 wieder in Richtung Deutschland. Störungsfrei schaffte das Riesenflugboot den 33030 Kilometer langen Rückflug und landete nach fünf Tagen auf dem Müggelsee in Berlin.

Die Welt bestaunte die DO-X und ihren Kommandanten, den erfolgreichen Seeflieger Friedrich Christiansen. Während des anschließenden Deutschlandfluges, der ab dem 23. Juni 1932 in Stettin begann, besichtigten über eine Million Menschen die für ihren Weltflug berühmte DO-X. Stralsund war eine der Stationen dieses Deutschlandfluges.

Die Nachfrage von Fluggesellschaften war 1932 für Großflugzeuge allerdings noch nicht gegeben. Das Passagierflugschiff DO-X (D-1929) wurde 1933 in Travemünde demontiert und nach Berlin in ein Museum verschifft. Bei einem Bombenangriff im Zweiten Weltkrieg wurde es beschädigt und nach dem Krieg durch Metallhändler und von Sammlern weitgehend zerstört.

Erwachsene zahlten 50 Pfennig für die Besichtigung

Das Flugboot reiste von Swinemünde über Rügen nach Stralsund. Es konnte am Sonntag, dem 17. Juli, von 9 Uhr bis 20 Uhr besichtigt werden. Erwachsene mussten dafür 50 und Schüler und Kinder 25 Pfennige zahlen. Die Besucher wurden auf einer Steganlage am Führer- und Kommandantenraum vorbeigeführt. Dann konnten sie das Innere, die Kabinen und Wirtschaftsräume anschauen. Am Montag, dem 18.

Juli, erfolgte der Abflug nach Warnemünde. Für den Flug konnten Interessenten 50 Plätze zu jeweils 40 Mark buchen.

Stefan Sauer

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