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Groß-Gemälde und Raketentriebwerk

Peenemünde Groß-Gemälde und Raketentriebwerk

Neue Sonderausstellung im HTM Peenemünde beleuchtet Fertigung und Einsatz von Kriegswaffen

Peenemünde. Automatische Flugbomben, militärische Großraketen und ein besonderes Gemälde – am 22. Februar wird in Peenemünde eine neue Sonderausstellung eröffnet. Das Historisch-Technische Museum (HTM) zeigt unter der Überschrift „Vernichtender Fortschritt. Serienfertigung und Kriegseinsatz der Peenemünder ,Vergeltungswaffen’“ etwa 180 Fotos, Filme, Dokumente und Objekte. „Dabei sind unter anderem ein originales Raketentriebwerk, das 1944 in England einschlug. Zudem wird erstmals das großformatige Gemälde ,Fortissimo’ von Klaus Ritterbusch gezeigt, welches das Kraftwerk Peenemünde als Motiv aufgreift und mit künstlerischen Mitteln nach den Verbindungen des Ortes in seine historische und heutige Umwelt fragt“, informiert Kai Hampel vom Museum.

 

OZ-Bild

Der Nachbau einer V2-Rakete steht auf dem Gelände der einstigen Heeresversuchsanstalt Peenemünde – dem heutigen HTM Peenemünde.

Quelle: Foto: Stefan Sauer

In den Peenemünder Versuchsanstalten wurden zwischen 1938 und 1945 die automatische Flugbombe „Fi 103“ und die weltweit erste militärische Großrakete „Aggregat 4“ entwickelt und erprobt.

Produziert wurden beide Waffen unter systematischem Einsatz von Häftlingen. Die Terrorwaffen kamen im Zweiten Weltkrieg zum Einsatz, mit denen Städte zerstört, Zivilpersonen getötet beziehungsweise so weit in Angst und Schrecken versetzt werden sollten, dass beim Kriegsgegner der Wunsch nach Kapitulation entsteht. Diesen Anspruch im Rahmen des Luftkriegs und die mit den Waffen verbundenen Hoffnungen offenbart der Begriff der „Vergeltungswaffe“ in der NS-Propaganda.

  Die neue Ausstellung dokumentiert die Praxis von Fertigung und Einsatz in einem bisher nicht dagewesenen Umfang. „Die Fertigung und der Einsatz dieser Waffen waren das Ende eines längeren Prozesses, einer Rüstungseskalation, die die Logik des gesamten modernen technischen Krieges bestimmte und in totalen Waffen wie der deutschen Rakete und der amerikanischen Atombombe ihren Höhepunkt fand“, so Hampel. Peenemünde war ein zentraler Ort, an dem dieses Geschehen vorbereitet wurde. Die Peenemünder Ingenieure waren aktiv beteiligt an der Planung, der Fertigung sowie dem Einsatz und an der Ausbildung der ausführenden Kräfte.

Die Ausstellung wird am 22. Februar um 11 Uhr im HTM eröffnet und dort bis 13. Januar 2019 gezeigt.

Henrik Nitzsche

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