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Große Sorge um Süd-Zufahrt zur Insel Usedom

Johannishof/Zecherin Große Sorge um Süd-Zufahrt zur Insel Usedom

Bereich der Zecheriner Brücke durch Hochwasser und Grundbrüche gefährdet

Johannishof/Zecherin. Auf Usedom wächst die Sorge um die verkehrstechnische Erreichbarkeit der Insel. Für die Ziese-Brücke vor Wolgast, über welche die Bundesstraße 111 verläuft, gilt auf Grund von Schäden schon seit langem das Tempolimit 70. Der dringend nötige Neubau der Überführung als Bestandteil der geplanten Wolgaster Ortsumfahrung ist, obgleich das Planfeststellungsverfahren für das Vorhaben läuft, nicht in Sicht. Die 1996 gebaute Peenestrombrücke in Wolgast soll ab September 2017 bis 2019 saniert werden. Ein konkretes Konzept zur Instandsetzung des Klappteils inklusive Waagebalken, Federbalken, Pylone sowie Maschinenhaus und Steuerstand fehlt bisher. Klar ist nur: Es kommt zu Verkehrsbehinderungen und für den Schiffsverkehr sogar zu Sperrungen.

Als ein weiteres großes Sorgenkind erweist sich die Bundesstraße 110 direkt vor der Insel Usedom. Auf dem etwa 2,5 Kilometer langen Abschnitt zwischen Johannishof und der Zecheriner Brücke weist die Fahrbahn zum Teil starke Verwerfungen auf. „Es ist lebensgefährlich, die Straße zu befahren“, meint Martin Fromholz, Brennstoff- und Mineralölhändler aus Labömitz mit Verweis auf die Unebenheiten.

Insbesondere Schwerlastverkehr und Reisebusse seien gefährdet und liefen auf der noch dazu vergleichsweise schmalen Fahrbahn Gefahr, aus der Spur zu geraten. „Wenn wir da nichts unternehmen, ist das grob fahrlässig“, so Fromholz, der im Ausschuss für Tourismus und Verkehr des Landkreises Vorpommern-Greifswald sitzt.

Auf Initiative der SPD-Fraktion befasste sich am Dienstagabend besagter Ausschuss in Anklam mit dem betreffenden Straßenabschnitt. Die Kreisverwaltung, so die Forderung des Gremiums, solle unverzüglich eine gründliche Untersuchung des Straßengrundes beim Schweriner Ministerium für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung beantragen. „Die Maßnahme, der natürlich eine gründliche Prüfung des Straßenzustandes vorausgehen muss, dient in erster Linie der Gefahrenabwehr“, informierte der SPD-Kreistagsabgeordnete Günther Jikeli. „In der Bevölkerung geht die Sorge um, dass die Straße auf Grund von Unterspülungen plötzlich aufreißen oder brechen könnte.“

Es gehe um den Schutz vor dem nächsten Hochwasser, verdeutlichte Jikeli mit Verweis auf zwei Hochwasserereignisse, die in jüngerer Zeit bereits zur teilweisen Überschwemmung der Inselanbindung geführt hatten. Links und rechts der Straße erstrecken sich, soweit das Auge blickt, Moor- und Wasserflächen. Als Ausgleichsmaßnahmen im Gegenzug zur Verlegung von Gaspipelines durch das Unternehmen Nordstream war der Deich entlang des Peenestromes geschlitzt und das Areal südwestlich des Ortes Jamitzow weiträumig wiedervernässt worden. Mitten durch diese Landschaft verläuft die B 110.

„Ein Hochwasser kann ungehindert vom Peenestrom aus die Straße erreichen und sie überschwemmen“, warnte Günther Jikeli. Ausschusschef Karl-Heinz Schröder (CDU) sah die Polderflutung sogar als Ursache dafür an, dass „der Torf aufgeschwemmt wurde und es damit zu Grundbrüchen kommt“. Er plädierte daher dafür, mögliche Verursacher der misslichen Situation zu ermitteln und zu prüfen, ob diese für die Beseitigung der Folgen finanziell zur Verantwortung gezogen werden können.

Ursprünglich beinhaltete der Antrag der SPD auch die Forderung nach einem gegebenenfalls sofortigen Neubau der B 110 zwischen Johannishof und Zecheriner Brücke, wovor Heringsdorfs Bürgermeister Lars Petersen (CDU) allerdings warnt: „Wir haben nur zwei Insel-Zufahrten, die wir unbedingt brauchen. Wir müssen über eine neue Zufahrt nachdenken, bevor an einer bestehenden herumgedoktert wird.“

Die Sperrung einer Insel-Anbindung in Folge von Bauarbeiten gefährde den Tourismus auf der Insel.

Laut Auskunft des Straßenbauamtes Neustrelitz wurden vor dem Hintergrund des Straßenzustandes in jüngster Zeit vor und hinter der Brücke bereits Untersuchungen der Fahrbahn und in Teilbereichen auch des -untergrundes vorgenommen. „Vom Ergebnis dieser Untersuchungen hängt ab, welche Erhaltungsmaßnahmen in welchen Abschnitten notwendig sind, um die Befahrbarkeit der Straße weiter dauerhaft zu gewährleisten“, informierte Amtsleiter Jens Krage. Die Ergebnisse erwarte er innerhalb der nächsten Wochen.

Nach Krages Meinung erstrecken sich die Straßenabschnitte, die, anstatt auf mineralischen Böden, auf Torf gründen, nur auf „einige hundert Meter“. Die Untersuchungen würden zeigen, ob in diesen Bereichen umfangreichere Erhaltungsmaßnahmen erfolgen müssen. Aktuell wird auf einem etwa 150 Meter langen Abschnitt direkt vor der Brücke die Fahrbahndecke erneuert. „Wir packen zusätzlich Asphalt drauf, um in diesem Bereich höher zu kommen“, so Krage.

Tom Schröter

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