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Greifswald Großgemeindefusion: Mesekenhagen im Zwiespalt
Vorpommern Greifswald Großgemeindefusion: Mesekenhagen im Zwiespalt
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00:05 07.05.2018
Noch steht es nicht fest, ob die Gemeinden fusionieren. Quelle: Peter Binder
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Greifswald

Trauen sie sich oder trauen sie sich nicht? Am Freitagabend kamen etwa 60 der knapp über 1000 Einwohner Mesekenhagens zu einer Bürgeranhörung in das Festzelt auf dem Dorfplatz. Zentrales Thema: die Hochzeit zur Großgemeinde Landhagen. Es ist das erste Stimmungsbild aus dem Ort - und das ist zwiegespalten.

Doch noch einmal umgestimmtDie Nachbargemeinde Neuenkirchen hat es sich noch einmal überlegt: Die Mehrheit der Gemeindevertreter stimmte Ende April bei einem zweiten Anlauf für die Fusion zur Großgemeinde Landhagen (OZ berichtete). Damit steigt die Spannung erneut. Denn mit Neuenkirchen (2300 Einwohner) ist das Erreichen der geforderten 5000 Bürger für den hauptamtlichen Bürgermeister wieder möglich. Es ist eine Bedingung aus dem Vertragsentwurf. Das Projekt Großgemeinde lebt wieder auf. Mesekenhagen muss nun eine Entscheidung fällen. Eines stellte Geert-Christoph Seidlein, Mesekenhagens Bürgermeister, zu Beginn der Bürgeranhörung klar: „Wir sind vor allem für den Erhalt von ländlichen Strukturen und einer ländlichen Verwaltung.“ Dies wäre bei der Fusion zur Großgemeinde Landhagen mehr gegeben, als „aus einer Stadt wie Greifswald heraus verwaltet zu werden.“ Für ihn spricht vor allem eines für eine Fusion: Dass es bei dem Zusammenschluss zur Großgemeinde Landhagen einen hauptamtlichen Bürgermeister geben würde. Denn die Verwaltungsaufgaben steigen stetig, die Ehrenamtler stoßen an ihre Grenzen, so Seidlein.

Angst vor einer ZwangsfusionKritischer als der Bürgermeister zeigte sich der Gemeindevertreter Uwe Rieger. Er ist sich sicher: „Das Vorhaben Großgemeinde ist politisch motiviert. Es geht dem Landkreis nicht um eine Gemeindeentwicklung, sondern weniger Gemeinden zu haben, um einen leichteren Zugang zu bekommen.“ Der Landkreis habe viel Geld, gibt es allerdings nicht nach unten weiter, so Rieger. Zwar stehe der Gemeindevertreter einer Fusion skeptisch gegenüber, eines wäre allerdings fatal: eine mögliche Zwangsfusion. „Für uns ist es besser, wenn wir es unter der Überschrift ’Freiwilligkeit’ tun“, so Rieger. Wenn alle Gemeinden einer Fusion zustimmen würde, würde auch Rieger eine Großgemeinde befürworten.

Nicht besser, aber auch nicht schlechterUnmut bei den Anwohnern löste die Auflösung der Gemeindevertreter aus. Bei einer Fusion werden die Gemeinden in Ortsteile eingeteilt. Sollten acht Gemeinden fusionieren, werde es also acht Ortsteilvertreter geben, einen für jede Gemeinde, so Seidlein. Die Angst, dass eine kleinere Gemeinde wie Mesekenhagen bei einer Fusion untergehen könnte, konnte Seidlein einigen Bürgern nicht nehmen. Auf die Frage, warum nicht alles beim Alten für die gut acht Kilometer von Greifswald entfernte Gemeinde bleiben sollte, antwortete der Bürgermeister mit klaren Worten: „Es wird uns bei einer Fusion nicht besser gehen, aber es wäre vernünftiger, damit es uns weiterhin gut geht.“ Am 14. Mai soll eine endgültige Entscheidung in Mesekenhagen getroffen werden.

Christin Weikusat

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