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Greifswald Großteil der Lehrlinge schafft den Abschluss
Vorpommern Greifswald Großteil der Lehrlinge schafft den Abschluss
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09:18 14.03.2018
Freuen sich über ihre Gesellenbriefe: Die KfZ-Mechatroniker Gabriel Mahnke (v.l.), Tilo Mielke, Tobias Blankschän und Dominik Denda. Quelle: Fotos: Peter Binder (1), Katharina Ahlers (3), Handwerkskammer (1)
Greifwald

Dreieinhalb Jahre lang haben sie auf diesen Moment hingearbeitet, jetzt konnten sie schließlich ihre Zeugnisse in den Händen halten: Die Kreishandwerkerschaft Vorpommern-Greifswald hat gestern 46 Gesellen aus acht verschiedenen Berufen im Pommerschen Landesmuseum Greifswald freigesprochen.

Kreishandwerkerschaft spricht 46 Gesellen frei / Starker Fachkräftemangel / Männer dominieren die Branche

„Insgesamt haben 52 Lehrlinge die Prüfungen abgelegt – sechs haben leider nicht bestanden“, sagte Geschäftsführerin Franziska Pens. „Mit einer Quote von 88,5 Prozent bestandener Abschlüsse sind wir aber sehr zufrieden.“ Neun Gesellen erreichten die Abschlussnote „gut“, zwei sogar „sehr gut“. Einer von ihnen ist der Greifswalder Metallbauer Ronny Marco Deutschmann. „Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht und auf diesen Abschluss hingearbeitet“, sagte der 29-Jährige, der die gute Zusammenarbeit zwischen der Berufsschule in Wolgast und seinem Greifswalder Betrieb lobte. „Ich mag das Material Metall. Andere Oberflächen, etwa Holz, sind leicht zu bearbeiten. Bei Metall ist das immer schwer vorstellbar.“

Ebenfalls die Bestnote erhielt der Usedomer Tilo Mielke. „Ich wusste, dass ich nicht schlecht bin, aber damit habe ich nicht gerechnet“, sagte der 21-Jährige stolz. Schon immer wollte er KfZ-Mechatroniker werden. „Ich mag Autos und interessiere mich für die Technik“, erklärte er. Nach der bestandenen Gesellenprüfung hat er sich entschlossen, weiterzulernen. „Ich mache nun meine Meisterausbildung in Neubrandenburg“, verriet der Ahlbecker.

Auch Franziska Pens wies auf die zahlreichen Weiterbildungsmöglichkeiten im Handwerk hin. „Nach dem Abitur sollte nicht nur über ein Studium nachgedacht, sondern auch eine Lehre in Betracht gezogen werden“, sagte sie – auch im Hinblick auf den Fachkräftemangel. „Wir haben jedes Jahr viele freie Ausbildungsstellen. Überall fehlt der Nachwuchs.“

Vor allem Frauen seien in der Branche in der Minderheit. „Wir hatten auch schon Tischlerinnen, aber das ist eher selten“, erklärte Kreishandwerksmeister Helmut Kastner. „Viele Berufe werden aufgrund der teilweise schweren körperlichen Arbeit eher von Männern gewählt.“ Gestern erhielten drei Frauen den Gesellenbrief. „Ich bin sehr glücklich“, meinte Kerstin Kniephoff. Die 41-Jährige, die zuvor als Verkäuferin gearbeitet hat, ist froh, sich vor knapp vier Jahren für die Umschulung zur Malerin und Lackiererin entschieden zu haben. „Das Gestalten und Arbeiten mit Farbe gefällt mir. Es macht Spaß, aus hässlichen Gegenständen etwas Schönes zu machen.“ Die Gesellin wird voraussichtlich übernommen. „Ich muss nur noch meine Fahrerlaubnis bestehen“, verriet sie. Die Chancen, nach der Ausbildung in dem gelernten Beruf arbeiten zu können stehen, so Franziska Pens, sehr gut. „Eigentlich müssten alle, die das wollen, einen Betrieb finden“, sagte die Geschäftsführerin. „Wenn nicht im Ausbildungsbetrieb, dann in einem Betrieb in der Nähe. Der Bedarf ist da.“

Sven Hintz aus Torgelow sucht nach seiner Ausbildung zum Metallbauer noch einen neuen Arbeitgeber. „Ich wurde nicht übernommen. Ich würde gern in der Region bleiben, kann mir aber auch vorstellen, wegzuziehen“, sagte der 21-Jährige.

In ihren Grußworten machten sowohl Oberbürgermeister Stefan Fassbinder (Bündnis 90/Die Grünen) als auch Landrätin Barbara Syrbe (Die Linke) auf die Vorteile der Region aufmerksam. Auch Kreishandwerksmeister Kastner hofft, dass möglichst alle Gesellen im lokalen oder regionalen Bereich bleiben. „Es hat auch viele Vorteile, einmal wegzugehen“, sagte er. „Aber es wäre schön, wenn die Gesellen dann auch nach Vorpommern zurückkehren.“

Alles über Handwerk

46 Gesellen sind gestern in einem traditionellen Festakt im Pommerschen Landesmuseum freigesprochen worden – die Prüfungen wurden insgesamt von 52 Lehrlingen aus acht verschiedenen Handwerksberufen abgelegt.

88,5 Prozent der Prüfungen wurden bestanden. Zweimal wurde die Bestnote „sehr gut“ vergeben. Neun Gesellen freuen sich über einen Abschluss mit der Note „gut.“ Sechs Lehrlinge sind durchgefallen, haben aber die Möglichkeit, die Prüfung zu wiederholen.

Drei Frauen wurden gestern freigesprochen. Kerstin Kniephoff (Malerin und Lackiererin), Heeder Heims (Frisörin) sowie Gerda-Marie Peters (Malerin) erhielten ihren Gesellenbrief.

Mehr als 2600 Handwerksbetriebe gibt es nach Angaben von Kreishandwerksmeister Helmut Kastner, im gesamten Landkreis. 330 Innungsbetriebe sind Mitglied in der Kreishandwerkerschaft.

Katharina Ahlers

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