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Greifswald Grüne fordern mehr Freiheit für Hunde
Vorpommern Greifswald Grüne fordern mehr Freiheit für Hunde
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07:12 30.08.2013
Aline Glendenberg spielt mit ihrem Schäferhund Emma in den Credneranlagen. Quelle: André Wornowski

Die Bürgerschaftsfraktion der Grünen fordert mehr Freiraum für Hunde. Sie will prüfen lassen, welche Flächen der Stadt als Auslaufzonen ausgewiesen werden könnten. Im Bauausschuss stößt die Initiative jedoch auf Widerstand. „Ich will der Prüfung nicht vorgreifen. Aber vielleicht kann das Problem mit der neuen Hundeverordnung gelöst werden“, sagt Bausenator Jörg Hochheim (CDU). Ein Ziel der bald erscheinenden Satzung sei es, den Leinenzwang zu lockern.

Bisher gilt die Leinenpflicht für alle Hunde. Nur mit einer Ausnahmegenehmigung dürfen Halter ihre Vierbeiner auf bestimmten Flächen frei laufen lassen. Vielen reicht das nicht. „Es gibt zu wenig Auslaufzonen“, sagt Hundehalterin Aline Glendenberg. Ein Test für die Befreiung vom Leinenzwang sei zudem zu teuer. „Das kostet mehr als 100 Euro“, sagt die 22-Jährige. „Schade, dass Hunde in der Stadt so sehr eingeschränkt werden.“ Eine gewisse Hundeablehnung spürt auch Besucher Matthias Müller aus Aachen. „Viele schauen skeptisch, wenn ich mit meinem Husky spazieren gehe.“ Im Vergleich zu seinem Heimatort seien in Greifswald nur wenige Vierbeiner unterwegs.

Zuletzt hatte es Streit um den Leinenzwang gegeben (die OZ berichtete). Tagesmütter kritisierten, dass die Stadt zu wenig auf die Einhaltung der Hundeverordnung achte. Halter motzten zurück und wünschten sich mehr Toleranz für ihre Tiere.

Die Grünen wollen mit ihrem Vorstoß die Wogen glätten. „Ich verstehe das Argument mit der Hundeverordnung nicht“, sagt Politiker Ulrich Bittner. „Der Leinenzwang wurde vor Jahren wegen der Kampfhund-Debatte eingeführt. Und nun soll die Vorgabe gelockert werden, weil die Tiere plötzlich ungefährlich sind?“ Für ihn seien die Auslaufzonen die bessere Lösung.

Bittners Vorschlag: „An der Koitenhäger Landstraße könnte so eine eingezäunte, weitläufige Fläche entstehen. Am besten dort, wo die ehemalige Fernwärmeleitung zurückgebaut worden ist.“

Doch auch Fred Wixforth, Chef des städtischen Grünflächen- und Tiefbauamtes, äußert sich kritisch. „Anders als in Großstädten gibt es in Greifswald nicht das Bedürfnis, mit dem Hund eine halbe Stunde rauszufahren, um sich auszutoben.“ Er könne sich schwer vorstellen, dass auf einer freien Fläche Schilder stehen mit dem Hinweis: „Hier dürfen nur Hunde laufen.“

Das habe Wixforth auch falsch verstanden, entgegnet Burchard Dreiseitel (SPD). Es gehe nicht um Verbote, sondern darum, dass Eltern, Kinder und Hunde frei in Beziehung treten könnten. Denn: „Es ist doch nicht so, dass Kinder hysterisch losschreien, wenn sie Hunde frei laufen sehen“, betont Dreiseitel. Außerdem sei die Stadt in der Pflicht, für die Einnahme von Hundesteuern auch mal eine Gegenleistung zu erbringen.

Wixforth bleibt jedoch standhaft: „Ich habe nichts dagegen, wenn friedliche Hunde mit friedlichen Menschen auf einer Wiese herumlaufen.“ Das könne jedoch auch die Befreiuung vom Leinenzwang ermöglichen.

Unterstützung erhält die Initiative dagegen von Tierärztin Anette Quandt. „Hunde müssen sich selbstbestimmt bewegen können. Sie brauchen auch soziale Kontakte mit Artgenossen.“ Der ständige Leinenzwang sei nicht gerade tierschutzgerecht. Eine mögliche Auslaufzone fällt Anette Quandt sofort ein: am Rodelberg.

Stadt kassiert rund 140 000 Euro Hundesteuer

140000 Euro Hundesteuer nimmt die Hansestadt Greifswald pro Jahr durchschnittlich ein.
1880 Hunde sind steuerlich angemeldet. Ihre Halter müssen sich einem Leinenzwang in den dafür vorgesehenen Grenzen beugen. Es gibt aber auch Ausnahmen.

240 Ausnahmegenehmigungen erteilte das Ordnungsamt der Stadt seit 2003 nach einem Test. Die Befreiung vom Leinenzwang gilt nicht für den Markt, die Lange Straße ab Kapaunenstraße bis Ende Mühlentor und einige andere Straßen. Auf den Wallanlagen dürfen Hunde mit einer Ausnahmegenehmigung dagegen frei laufen.

André Wornowski

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