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Grüne küren Ulrike Berger zur Landratskandidatin

Vorpommern-Greifswald Grüne küren Ulrike Berger zur Landratskandidatin

Der Kreisverband Bündnis 90/Grüne hat am Donnerstagabend Ulrike Berger (38) zur Kandidatin für die Landratswahl gekürt. Zuvor hatten sich Pläne für einen gemeinsamen Kandidaten eines linken Bündnisses zerschlagen. Welche Chancen hat sie?

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Ulrike Berger (38) will Landrätin in Vorpommern-Greifswald werden.

Quelle: Robert Wachholz

Greifswald. Die Greifswalderin Ulrike Berger (38) tritt für die Grünen als Kandidatin für die Landratswahl in Vorpommern-Greifswald an. Sie wurde bei der Mitgliederversammlung am Donnerstagabend in Greifswald mit 16 von 17 Stimmen gewählt.

Damit stellen sich am 27. Mai nun fünf Politiker dem Wählervotum. Als aussichtsreichste Kandidaten im Landratswahlkampf gelten Michael Sack (CDU), Kreistagspräsident und Loitzer Bürgermeister, sowie der Greifswalder Dirk Scheer (parteilos), Sozialdezernent des Kreises. Außerdem treten Monique Wölk, SPD-Bürgerschaftsmitglied aus Greifswald, und der AfD-Mann Axel Gerold aus Altwarp an.

Mehrere Mitglieder des Kreisverbandes Bündnis 90/Die Grünen bekräftigten ihr Bedauern, dass die Pläne für einen gemeinsamen Kandidaten eines linken Bündnisses gescheitert sind. „Ich war eine große Verfechterin der Bündniskandidatur“, sagt auch Ulrike Berger. Nach dem „unglücklichen Vorpreschen der SPD“, die Monique Wölk als Kandidatin benannte, hätten sich die Pläne jedoch weitestgehend zerschlagen. „Ausschlaggebend war dann, dass die Linke mit Herrn Scheer einen eigenen Kandidaten unterstützt.“ Obwohl die Grünen im Kreis ein vergleichsweise geringes Wählerpotenzial haben, habe sich die Partei für einen eigenen Kandidaten entschieden, um grüne Themen setzen und den Wahlkampf mitgestalten zu können, sagt Berger.

Wichtigstes Thema ist für sie eine deutlich sozialere Ausrichtung des Kreises. „Der Schuldenabbau ist wichtig. Wir müssen aber den Gestaltungsspielraum nutzen, den uns der Jahresüberschuss in Höhe von zehn Millionen Euro ermöglicht“, sagt Berger. Beispielsweise müssten die Arbeitsbedingungen der Verwaltung verbessert werden, in der es einen sehr hohen Krankenstand gibt. Außerdem dürfe nicht bei den Ärmsten gespart werden. „Der Kreis hat in einer neuen Richtlinie für Kosten für Pflegefamilien abgeschafft, dass der Kreis den Nachhilfeunterricht für Pflegekinder bezahlt“, sagt Berger. Das lehne sie ab. Ebensowichtig sei ein kostenloses Schülerticket für alle, damit Kinder und Jugendliche im ländlichen Raum Freunde besuchen oder zum Sport fahren können.

Ulrike Berger stammt von der Insel Usedom, studierte in Greifswald Erziehungswissenschaften und Deutsch als Fremdsprache, war von 2011 bis 2016 Mitglied im Landtag. Dort war sie bildungs- und kulturpolitische Sprecherin. Sie ist verheiratet und hat drei Kinder.

Am 27. Mai wählen die Einwohner von Vorpommern-Greifswald einen neuen Verwaltungschef. Ein Kandidat muss mehr als 50 Prozent der abgegeben Stimmen auf sich vereinen. Angesichts der aktuellen Kandidatenkonstellation scheint daher eine Stichwahl wahrscheinlich. Diese würde am 10. Juni stattfinden. Die amtierende Landrätin Barbara Syrbe (Linke) tritt nicht wieder an. Ihre Amtszeit endet im Oktober.

Degrassi Katharina

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