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Grypsnasen: Sonntags kommt Lachen ins Krankenzimmer

Greifswald Grypsnasen: Sonntags kommt Lachen ins Krankenzimmer

Klinikclowns überraschen kleine Patienten und hoffen auf den Ehrenamtspreis

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Die Grypsnasen existieren seit zwölf Jahren. Seitdem bringen sie kranken Kindern ein bisschen Abwechslung in den Klinikalltag.

Quelle: Fotos: Privat/peter Binder

Greifswald. Krank in der Klinik zu liegen und das in den Winterferien – Max (Name von der Redaktion geändert) ist verzweifelt. Seine Freunde toben draußen herum, die Eltern kommen immer erst am Nachmittag nach der Arbeit ans Krankenbett. Doch dann geht plötzlich die Tür des Krankenzimmers auf und ein freches Gesicht mit kugelrunder roter Nase lugt um die Ecke.

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Klinikclowns überraschen kleine Patienten und hoffen auf den Ehrenamtspreis

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Der Clown schaut im Zimmer umher, dann streckt er Max die Zunge raus und versteckt sich, ehe ein weiterer Klinikclown hinzukommt, hinterm Schrank ... Zwar schaut ein Bein in lustig bunter Hose hervor, aber der zweite Clown sieht es nicht und fällt tatsächlich darüber... Max muss lachen – und seine Krankheit ist für eine kurze Weile in weite Ferne gerückt.

Solche Szenen sind für Nadine Hecker und ihre Mitstreiter von den „Grypsnasen“, den Greifswalder Klinikclowns, die schönsten in ihrer Arbeit. Kindern, die krank sind und oft auch Heimweh haben, bringen sie mit ihren Späßen Abwechslung. „Unser Verein existiert seit zwölf Jahren. In dieser Zeit konnten wir zahlreichen Kindern den oft unangenehmen und beängstigenden Krankenhausaufenthalt ein wenig verschönern“, berichtet die 23-Jährige, die aus Berlin stammt und in Greifswald Psychologie studiert. Besonders toll finden die 15 Mitglieder, dass sich immer auch Eltern, Geschwister und Freunde sowie das Krankenhauspersonal über die Auftritte freuen.

„Bei unseren Besuchen, die immer sonntags auf den vier Kinderstationen der Unimedizin Greifswald stattfinden, sind wir immer zu zweit unterwegs. Bewaffnet sind wir mit Luftballons, Seifenblasen, Musikinstrumenten und anderen witzigen Dingen“, erzählt die Vereinsvorsitzende. Das Wichtigste, was die Klinikclowns den Kindern geben, seien aber nicht die kleinen Geschenke, „sondern unsere Zeit, Aufmerksamkeit und gute Laune.“ Beim Gesundwerden helfe das sehr.

Nadine Hecker berichtet, dass die Studenten, Erzieher und Krankenschwestern, die im Verein mitmachen, nicht irgendwelche einstudierten Nummern wiederholen. „Wir beschäftigen uns mit jedem Patienten ganz individuell und passen uns den Bedürfnissen der Kinder an. Das ist eine anspruchsvolle Aufgabe voller Verantwortung“, erläutert sie. Wenn ein Kind oder Teenie trotz der Späße nicht lachen wolle oder könne, sei das auch in Ordnung. „Die Abwechslung zählt“, so Hecker. „Deshalb trainieren wir jede Woche zwei Stunden Techniken der Clownerie und der Improvisation“, sagt Hecker. Für professionelle Tipps und neue Techniken wird zweimal im Jahr ein Berufsclown für Wochenendworkshops engagiert. Im vergangenen Jahr trafen die Greifswalder Klinikclowns auch mit dem Vater aller Krankenhausclowns, Dr. Eckart von Hirschhausen, zusammen.

Die Grypsnasen verlangen für ihre Auftritte keine Bezahlung. „Aber um die Kosten für die Workshops, Material und Kostüme zu decken, sind wir auf Spenden und Förderungen angewiesen“, sagt Nadine Hecker und bekennt, dass sie sich deshalb um den Ehrenamtspreis der Achterkerke-Stiftung beworben haben. Der wird am 4. März auf dem vierten OZ-Ball im Heringsdorfer Kaiserbädersaal verliehen. Ob Preis oder nicht – „wir werden den kranken Kindern mit unseren Späßen auch weiterhin Freude bringen“, versichert Grypsnase Nadine.

Grypsnasen suchen Verstärkung

15 Mitglieder zählt der Verein, die Arbeit erfolgt ehrenamtlich. Die Grypsnasen hätten gerne weitere Verstärkung. Voraussetzungen sind Freude am Spiel und der Wunsch, gerne mit Menschen zusammen zu sein. Trainiert wird immer dienstags ab 20 Uhr in der Ellernholzstraße. Dort können Interessenten Rote-Nasen-Luft schnuppern und entscheiden, ob sie als Nachwuchsclown dabei sein wollen.

Cornelia Meerkatz

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