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Greifswald Gute Aussichten für ein kostenfreies Schülerticket
Vorpommern Greifswald Gute Aussichten für ein kostenfreies Schülerticket
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00:00 10.07.2018
Vorpommern-Greifswald

Mit dem Schülerticket kostenfrei durch ganz Vorpommern-Greifswald: Geht es nach dem Willen der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen – Forum 17.4 im Landkreis, ist das bald Realität. Mehr noch: Der Kreistag hat der Verwaltung jetzt mehrheitlich den Auftrag erteilt, die kostenlose Schülerbeförderung zu prüfen. Indes: „Ganz kostenfrei wird es nicht gehen“, warnt Vizelandrat Jörg Hasselmann (CDU) vor allzu großer Euphorie und schiebt hinterher: „Wir sind mit unserer Arbeit schon weiter, haben die finanziellen Auswirkungen bereits untersucht und Gespräche mit den Verkehrsbetrieben geführt. Jetzt geht’s um die Endfassung.“

Schüler steigen in Greifswald in einen Bus. Im gesamten Kreis könnte es bald ein günstiges oder sogar kostenloses Schülerticket geben. Quelle: Foto: Peter Binder

Damit tragen die langwierigen Bemühungen der Grünen endlich Früchte. Denn bereits vor einem Jahr unternahm die Fraktion den Versuch, eine Mehrheit im Kreistag für die Idee zu gewinnen. Damals vergeblich, CDU und SPD lehnten ab. „Wir befürchteten, das geht zu Lasten der kleinen Grundschulen auf dem Lande“, erinnert Kreistagsmitglied Erik von Malottki (SPD). Doch das Thema nahm im Landratswahlkampf erneut Fahrt auf. Sowohl SPD-Kandidatin Monique Wölk als auch Christdemokrat Michael Sack, der bei der Wahl das Rennen machte, sprachen sich für ein kostenloses Schülerticket aus.

Um so verwunderlicher scheint, dass Noch-Kreistagspräsident Sack sich bei der Abstimmung zum Schülerticket nun der Stimme enthielt: „Für die gelbe Enthaltungs- statt der grünen Zustimmungskarte erteilen wir Herrn Sack ebenfalls eine gelbe Karte“, kommentiert Kreiselternratsvorsitzender Mario Riedel dessen Verhalten. Ist der künftige Landrat einem Sinneswandel unterlegen?

„Wäre es nur um den Prüfauftrag für die Verwaltung gegangen, hätte ich zugestimmt. Denn ich stehe zu meinem Wahlversprechen“, versichert der Loitzer Bürgermeister. Doch in einem zweiten Punkt der Beschlussvorlage wurde die Landrätin beauftragt, auf einen Beschluss des Landkreistages von MV mit dem Ziel hinzuwirken, landesweit ein kostenfreies Schülerticket einzuführen. „Das ist Murks“, sagt Sack, „und nicht Angelegenheit des Kreises“. Er sei zuversichtlich, dass eine kreisweite Lösung gefunden werde. Womöglich nicht kostenlos, aber zu einem symbolischen Preis, ähnlich wie beim Schülerferienticket MV.

Das ermöglicht Fahrten mit Bus und Bahn, kostet 32 Euro, besitzt aber nur in den Sommerferien Gültigkeit – in diesem Jahr also vom 7. Juli bis 19. August. Zu wenig, meinen die Linken und fordern eine generelle Lösung. „Wir brauchen im Land ein verbessertes Nahverkehrsangebot“, sagt Kreisvorsitzende und Landtagsabgeordnete Jeannine Rösler. „Eine kreisliche Lösung kann nur eine Zwischenlösung sein“, betont sie.

Doch mit ihrem Vorstoß, einen landesweiten „Mobi-Pass“ für Schüler, Azubis und Studenten einzuführen, scheiterten die Linken erst vorige Woche im Landtag (die OZ berichtete). Mit großer Vehemenz hatte Greifswalds Landtagsabgeordnete Mignon Schwenke für diese Idee im Schweriner Schloss geworben: „Wir brauchen ein besseres Angebot, um mehr Menschen zur Nutzung von Bus und Bahn zu bewegen. Der MobiPass soll dafür eine Initialzündung werden.“ Vergebens. Es fand sich keine Mehrheit, um die dafür nötigen 60 bis 65 Millionen Euro im Landeshaushalt locker zu machen.

Dabei ist die Schar der Befürworter in MV groß, wie zuletzt die Initiative des Kreiselternrates von Vorpommern-Greifswald zeigte. Über 17000 Unterschriften für eine kostenlose, landesweite Schülerbeförderung kamen zusammen. Dennoch scheiterte die Volksinitiative aufgrund von Formalitäten, wie Kreiselternratsvorsitzender Mario Riedel erklärte. Vor- und Zunamen etwa beziehungsweise Anschriften seien nicht lesbar gewesen. Davon lassen sich die Eltern aber nicht entmutigen, haben eine neue Volksinitiative angekündigt. Insofern begrüße der Kreiselternrat den jüngsten Kreistagsbeschluss: „Natürlich ist ein kostenfreies Schülerticket nur ein erster Schritt zur Stärkung der Selbstständigkeit der Kinder und Jugendlichen, der Entlastung der Eltern und Entlastung der Umwelt“, sagt Riedel und fordert ebenfalls eine weitere Verbesserung des Nahverkehrs.

Petra Hase

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