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Gute Jobchancen für Theologen

Greifswald Gute Jobchancen für Theologen

Vier Jahre war Thomas K. Kuhn Prodekan. Jetzt wurde der Professor für Kirchengeschichte zum Dekan der Theologischen Fakultät gewählt.

Greifswald. Vier Jahre war Thomas K. Kuhn Prodekan. Jetzt wurde der Professor für Kirchengeschichte zum Dekan der Theologischen Fakultät gewählt. Wie bei den Kollegen der Rechts- und Staatswissenschaften wechseln sich die Lehrstuhlinhaber in diesem Amt ab.

 

OZ-Bild

Wir müssen in Greifswald keinen Mangel an Studenten verwalten.“Thomas Kuhn, Dekan der Theologen

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„Die Theologische Fakultät ist hervorragend aufgestellt“, betont Kuhn kurz nach dem Amtsantritt. „Wir genießen ein hohes Ansehen. Ich möchte fortsetzen, was meine Vorgänger als Dekane begonnen haben.“

Über 90 Prozent der Absolventen seien mit ihrem Studium in Greifswald zufrieden gewesen, verweist der zukünftige Dekan auf die Ergebnisse des letzten Qualitätsberichts Studium und Lehre der Uni. „Das spricht sich herum, Mundpropaganda ist die beste Werbung.“ Der Studienort Greifswald sei attraktiv: „Wir müssen keinen Mangel an Studenten verwalten.“ Zwischen 400 und 500 schwanke die Zahl der Studenten. Die Jobchancen der Absolventen seien gut. Spätestens in den 2020er-Jahren würden in der Nordkirche viele neue Pfarrer benötigt.

Trotzdem müsse die Fakultät natürlich an einem erweiterten Lehrangebot arbeiten. Neben den beiden Studiengängen Lehramt evangelische Religion und Pfarramt wolle die Fakultät einen dritten etablieren. „Er soll breiter angelegt sein, Absolventen sollen auch für andere Bereiche als Kirche oder Schule attraktiv sein“, erläutert der Dekan. Beispiele seien die Diakonie, Wirtschaft oder die Kultur.

Mit einem Studientag am 8. April wolle die Fakultät Weichen für das neue Angebot stellen. In der jüngeren Vergangenheit hat sie schon ihr Profil ergänzt. Davon zeugen die beiden Juniorprofessuren für Jüdische Literatur und Kultur sowie Empirische Religionswissenschaft. „Religion ist allgegenwärtig, auch wenn in Vorpommern die Kirchenmitglieder heute in der Minderheit sind“, ist Kuhn überzeugt.

Nicht nur in der Lehre, auch in der Forschung sei die Fakultät gut aufgestellt. „Wir können für unsere Größe viele Drittmittel einwerben, und die Kollegen publizieren sehr viel. Das wird bei jeder Semestereröffnung deutlich, wenn neu erschienene Bücher ausgestellt werden.“ Die Forschung sei breit angelegt. Kuhn selbst setzt derzeit Schwerpunkte in der Zeit der Aufklärung, im 18. Jahrhundert.

In Kürze wird der von ihm herausgegebene Briefwechsel zweier Baseler Theologen aus dem frühen 20. Jahrhundert erscheinen.

Aber es gibt auch für Kuhn regionale Themen. Gemeinsam mit Christfried Böttrich befasst er sich mit der Mayerischen Lehrsynagoge in Greifswald, die Anfang des 18. Jahrhunderts bestand und der Ausbildung von Theologen diente. Vielen gilt sie als erstes jüdisches Museum der Welt. In diesem Jahr soll dazu ein Buch erscheinen, das die beiden herausgeben. „Ich plane eine Darstellung der Geschichte der pommerschen Kirche nach 1945“, berichtet Kuhn. Wegen der Auslagerung der Bestände des Landeskirchlichen Archivs nach Mesekenhagen sei das aber derzeit nicht möglich. Auch ein pommersches Pfarrerbuches für die gleiche Zeit kann sich Kuhn vorstellen. Und dann steht des Reformationsjubiläum 2017 bevor. Kuhn ist Vorsitzender der Arbeitsgruppe, die dieses große Ereignis vorbereitet. „Es wird ein vielfältiges Programm geben“, verspricht der Kirchengeschichtler. An der Universität beginnt im Wintersemester eine Ringvorlesung, eine Tagung im Krupp-Kolleg ist geplant.

„Wir wollen uns nicht nur mit den Reformatoren der 1520er und 1530er Jahre befassen“, erläutert Kuhn. „Die kulturellen Folgewirkungen werden ein wichtiges Thema sein.“ Eine Tagung ist zum Croyteppich geplant, der als eines der bedeutendsten Denkmale der Reformation gilt. Auf ihm ist die Hochzeit des ersten evangelischen Pommernherzogs Philipp I. mit Maria von Sachsen dargestellt, in der Mitte predigt Luther. Eine Darstellung von großer Symbolik — ein Thema der Tagung.

Von Eckhard Oberdörfer

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