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Hafenstraße: Planer entwickeln neues Wohngebiet

Greifswald Hafenstraße: Planer entwickeln neues Wohngebiet

675 Wohnungen sollen hier entstehen / Noch fehlen die Baulandpreise

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Auf dieser Fläche soll das neue Wohngebiet an der Hafenstraße entstehen.

Quelle: Foto: Cornelia Meerkatz

Greifswald. Noch steht Wasser auf dem riesigen Gelände an der Hafenstraße. Doch bald schon soll hier, zwischen Marienstraße und der Straße „An den Wurthen“, eines der attraktivsten neuen Wohnviertel Greifswalds entstehen. Im April beauftragte die Bürgerschaft die Berliner Projektentwicklungsfirma UTB, das sieben Hektar große Areal innerhalb eines Jahres zu planen.

Es soll ein Mix aus Wohnungen, Gewerbe, Dienstleistung und Handel entstehen.

„Wir liegen im Plan“, sagt Klaus Boehmer, Geschäftsführer der UTB Greifswalder Projektentwicklungs GmbH. Ob die Jahresfrist seit April oder erst mit Bekanntwerden des Preises für die städtischen Grundstücke läuft, dazu will er sich mit Hinweis auf die Vertraulichkeit der Vertragsdetails nicht äußern. Wie hoch der Gutachterausschuss des Kreises den Wert der Fläche bemisst, werde man spätestens Anfang Dezember wissen, sagt Stadtsprecherin Andrea Reimann.

Die UTB geht nach ersten Untersuchungen davon aus, dass Pfahlgründungen nötig sind, was teuer ist. „Der Baugrund ist aber auf keinen Fall ein Ko-Kriterium“, betont Boehmer.

Es gebe erste Anfragen von Händlern und Interessenten für den Bau und den Betrieb einer Kindertagesstätte. „Auch eine überregional aktive Genossenschaft und zwei private Initiativen hätten Interesse.

Laut Thomas Bestgen, Geschäftsführer UTB Management GmbH, sollen nach jetzigem Stand 675 Wohnungen entstehen, 60 Prozent über Wohnungsunternehmen. Ein Drittel davon, insgesamt 135, müssen laut Vertrag Wohnungen im unteren Mietpreissegment (bis 7,50 Euro) oder Sozialwohnungen (5,50 Euro) sein. Dabei setzt UTB auf die Wohnungsbau und Verwaltungsgesellschaft Greifswald (WVG), die Wohnungsgenossenschaft Greifswald (WGG), die Diakonie Züssow und das Greifswalder Studierendenwerk. Sie können nach jetzigem Stand auf insgesamt etwa 20000 Quadratmeter investieren. Ohne die Preise, inklusive der für die Erschließung von Straßen oder Spielplätzen, könne man noch nichts Konkretes sagen, bedauert WVG-Sprecherin Jana Pohl. Ähnlich äußert sich Juliane Boutalha für die WGG.

Die Genossenschaft geht davon aus, dass die Stadt den Grundstückspreis reduziert, damit Mieten bis 7,50 Euro möglich sind.

Das Studierendenwerk Greifswald prüft noch, ob im B-Plan 55 gebaut werden könne, so Geschäftsführerin Cornelia Wolf-Körnert. Derzeit sei man außen vor. Denn das Bildungsministerium genehmige keinen Kredit für das Projekt und in dieser Legislaturperiode gebe es keine Fördermittel für Studentenwohnungen. Sollte sich das ändern – „4250 Quadratmeter bleiben für das Studierendenwerk reserviert“, sagt UTB-Mann Thomas Bestgens.

Wie das Gelände einmal aussehen soll, verdeutlicht Architekt Gerd Jäger. Am Ryck sollen Fünfgeschosser, in der zweiten Reihe maximal Viergeschosser und am Alten Friedhof maximal Dreigeschosser stehen. Am Ryck könnte sich Gewerbe ansiedeln. Die drei Straßen, die die insgesamt zehn Baugruppen teilen, würden „aufgebrochen“ und zu Erlebnisräumen werden, kündigt Jäger an.

Der Verkehr ins neue Wohngebiet soll zu etwa einem Drittel über die Straße „An den Wurthen“ laufen, die auch für Baufahrzeuge genutzt werden soll. Ob und wann diese Straße ausgebaut wird und wer dafür bezahlt, werde derzeit geprüft, erklärt Bausenatorin Jeannette von Busse (CDU) auf Nachfrage. Die UTB plant den Bau einer neuen Straße für den Verkehr aus und in das Wohngebiet Richtung Marienstraße. Ohne den Inhaber der Nachbargrundstücke (Petruswerk, B-Plan 55a) wird das nicht gehen. Da dieser Investor mit seinen Planungen noch nicht weit genug sei, sei auch der Straßenbau noch nicht festgezurrt.

„Die Verkehrs- und Mobilitätsplanung läuft noch“, informiert UTB-Geschäftsführer Bestgens. Dazu gehöre auch der ruhende Verkehr. Ein klassisches Parkhaus werde es im neuen Wohnviertel nicht geben, stellt der für Greifswald zuständige Klaus Boehmer klar. Man prüfe stattdessen den Bau eines Multifunktionsgebäudes, das neben Stellplätzen Angebote für Carsharing und E-Mobilität bieten könnte.

Die Zukunft

Die Arbeiten für die Entwicklung des Wohngebiets an der Hafenstraße werden durch ein Werkstattverfahren begleitet, Bürger sind mit von der Partie.

Möglicherweise noch in diesem Jahr wird eine Projektentwicklungsgesellschaft gegründet. Eine Planungsgemeinschaft gibt es bereits.

Ende Januar 2018 soll es eine öffentliche Veranstaltung zu den Möglichkeiten selbst organisierten Bauens (zum Beispiel durch Genossenschaften) im B-Plan 55 geben.

Eckhard Oberdörfer

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