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Greifswald Halleluja – Markt voller Motorräder
Vorpommern Greifswald Halleluja – Markt voller Motorräder
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00:05 14.08.2017
700 Biker hatten den Weg auf den Greifswalder Markt gefunden, um am 6. Motorrad-Gottesdienst teilzunehmen. FOTOS): Steven Holz (3)/CORNELIA MEERKATZ (5)

Das Chrom blitzt und blinkt in der Sonne auf dem Markt – und nach zwei Regengüssen sehen die vielen Motorräder und Trikes wie frisch geputzt aus. 700 Biker sind in die Stadt gekommen, um am 6. Motorrad-Gottesdienst der Nordkirche, kurz Mo-Go, teilzunehmen. „Wir sind sehr glücklich, dass wieder so viele dabei sind. Greifswald hat einen tollen Ruf“, lobt Biker-Pastor Uwe Stiller aus Rendsburg und wippt zur Musik von „Seeside“ im Takt mit.

Chrom, Musik und viele Freunde beim 6. Biker-Gottesdienst in Greifswalds guter Stube

Das nächste Event

Für zwei, drei und vier Räder findet das nächste große Event vom 18. bis 20. August in Grimmen im Hexenkessel statt. Dazu gehören neben einer Ausfahrt mit Gottesdienst auch Highlandgames, Händlermeile, viel Live-Musik, Prämierung und Feuerwerk. Eintrittspreise: 15 Euro (Wochenende), 10 Euro (nur Samstag), 8 Euro (nur Freitag).

Infos: www.engine-ev.de

Gute Laune pur. Die Biker kommen vorwiegend aus MV und Schleswig-Holstein, aber auch Gäste mit weiterem Anfahrtsweg wie Karsten Reinhardt aus Solingen (NRW) sind dabei. „Ich mache gerade Urlaub in Wolgast“, erzählt der 48-Jährige, der mit einer Breakout angereist ist und seit 30 Jahren Motorrad fährt. Mit lautem Hallo begrüßt er Torsten Sielaff (49) aus Kröslin, den er tags zuvor schon getroffen hat. Sielaff hat eine besondere Maschine, eine perlmuttweiße E-Glide. „Weiß steht für Reinheit. So ist das Fahren“, sagt er. Gerald Lossau (59) aus Dersekow ist zum wiederholten Mal beim Mo-Go dabei: „Hier trifft man viele Gleichgesinnte und tauscht sich aus“. Das finden auch Andrea Hacker-Schmidt (56) und ihr Mann Torsten Schmidt (56) aus Lubmin. Das Paar fährt seit 1999 Trike. „Es ist ein tolles Gefühl, damit unterwegs zu sein. Wir fahren, um was zu sehen und um gesehen zu werden“, schildern sie. Raserei dagegen müsse nicht sein – darin sind sie sich mit vielen Bikern einig.

Das Thema der Predigt beim diesjährigen Mo-Go lautet „Leben & Fahren mit Physik & Luftdruck“. Pastor Uwe Stiller erinnert daran, dass Fahren vor allem Spaß machen soll, aber Biker die Physik nicht austricksen können: Brems- und Anhaltewege werden nach physikalischen Formeln berechnet. „Das dürfen wir nicht vergessen. Deshalb muss Umsicht jede Fahrt begleiten, genau wie schützende Kleidung“, mahnt er und wirbt für das Tragen einer Airbag-Jacke. „Die Biker haben die Botschaft verstanden“, glaubt Pastorin Susanne Schuldt aus Eggebrek bei Schleswig. Die 55-Jährige fuhr früher Trike, 2013 hat sie den Führerschein fürs Motorrad gemacht. „Ich wollte zeigen, dass ich auch sicher auf zwei Rädern unterwegs bin“, meint sie. Leider war dieses Glück nicht allen Fahrern hold. Im Vorjahr verloren 672 Biker bei Unfällen ihr Leben. Ihrer wurde gestern gedacht und zugleich für „Bikers Helpline“, Gottes schnellste Bodentruppe mit ehrenamtlichen Seelsorgern, geworben.

Und dann ging’s los: Der große Korso führte über die Umgehungsstraße und die B 109 bis Moeckowberg, von dort auf der B 111 bis kurz vor Wolgast, danach Richtung Kröslin und über Groß Ernsthof zurück nach Greifswald. „Alles hat super geklappt. Auf Greifswald und meine Freunde hier freue ich mich jedes Jahr“, so Johannes Schley aus der Flensburger Förde.

Pastor Uwe Stiller kennt noch einen Grund, warum er gern hierher kommt: „Die Mo-Go-Teilnehmer unterstützen immer ein gemeinnütziges Projekt, in diesem Jahr ein deutsch-polnisches Sommercamp junger Leute. 1000 Euro haben sie dafür gespendet“, berichtet er.

Cornelia Meerkatz

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