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Greifswald Reisetagebuch ist Highlight pommerscher Kultur
Vorpommern Greifswald Reisetagebuch ist Highlight pommerscher Kultur
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14:50 26.10.2018
Ernst Bogislaw von Croy Quelle: Wikipedia - gemeinfrei
Pommern

An Ernst Bogislaw von Croy (1620 bis 1684) werden sich Besucher des Pommerschen Landesmuseums in Greifswald als Namensgeber des Croyteppichs, einer Leihgabe der Universität, erinnern. Der Teppich ist eines der bedeutendsten auf uns gekommenen künstlerischen Denkmale der Reformation und eines der Geschenke Ernst Bogislaw von Croys an die Hochschule. Er war der letzte Angehörige des pommerschen Herzogsgeschlechtes der Greifen. Von Croy residierte in Stolp, in der dortigen Schlosskirche befindet sich sein Grabmal und das seiner Mutter. Stolp war der Witwensitz der Herzoginnen von Pommern-Stettin

Ernst Bogislaw von Croy war ein Herzog ohne Land, erinnerte die Germanistin Monika Schneikart auf in einem Vortrag im Krupp-Kolleg. „Da es bei den Greifen keine weibliche Erbfolge gab, konnte seine Mutter Anna von Croy, letzte lebende Angehörige des Herzogsgeschlechts, die Regentschaft nicht übernehmen und auch nicht weitervererben. 1660 starb Anna von Croy, bereits vorher hatte der Sohn ihre Ämter im Falle ihres Todes zugesprochen bekommen.“ Er war damit sozusagen Landesvater, musste aber nicht wirklich regieren. Von Croy hat seine freie Zeit gut genutzt.

Einer der gelehrtesten Fürsten Deutschlands

Johann Carl Oelrichs (1722 bis 1799), ein exzellenter Kenner pommerscher Geschichte, der unter anderem einen „Entwurf einer Bibliothek zur Geschichte der Gelahrtheit in Pommern“ verfasste, hat ihn als einen der gelehrtesten Fürsten in Deutschland bezeichnet. Ernst Bogislaw von Croy besaß eine umfangreiche Büchersammlung. Mit ihr hat sich Monika Schneikart in ihrem Vortrag ebenso wie mit zwei anderen adligen Bibliotheken im mecklenburgischen Lübz und dem hinterpommerschen Plathe intensiv beschäftigt.

Ernst Bogislaws von Croys Sammlung wurde nach dessen Tod in die kurfürstliche Bibliothek nach Berlin überführt, denn Hinterpommern war ja Teil Preußens. Zum Bestand gehörten knapp 1200 deutschsprachige und lateinsprachige Bände. Ferner verfügte von Croy über rund 300 französischsprachige Bücher.

Laut Katalog gehörte zum Bestand eine Prachthandsschrift, die aus der Wolgaster Schlossbibliothek stammt. Die Handschrift wurde zur Prinzenreise des späteren Herzogs Philipp Julius 1602/03 verfasst. Dass war vorher nicht bekannt, ist also eine echte Neuentdeckung zu einer bedeutenden Quelle. „Wie keine andere Schrift im Bibliotheksbestand zur pommerschen Geschichte ist das Reisetagebuch direkt mit dem Greifengeschlecht verbunden“, sagt Schneikart. Repräsentanten. Hofadel, Geschichte und Schicksal des Hauses, Verbindungen zum Reich und zu europäischen Höfen sind hier zu finden.

Herzog Philipp Julius (1584 bis 1624) unternahm aufwändige Reisen und betrieb eine prunkvolle Hofhaltung. Die Zeit um 1600 gilt als goldene Zeit in Pommern.

Eckhard Oberdörfer

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