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Greifswald Projekt Hansering wird zur Zerreißprobe
Vorpommern Greifswald Projekt Hansering wird zur Zerreißprobe
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13:30 15.01.2019
Der Hansering gehört zu den viel berfahrenen Straßen der Stadt. Quelle: foto: Eckhard Oberdörfer
Gerifswald

Der Hansering in Greifswald wird mehr und mehr zum Streitobjekt. Je näher der Baustart der großen Umgestaltung im Mai rückt, desto unwohler wird vielen Abgeordneten in der Bürgerschaft. Grund sind die in den vergangenen Jahren immer weiter gestiegenen Kosten. Derzeit werden diese auf 7,4 Millionen Euro geschätzt, von denen aber voraussichtlich 3,5 Millionen Euro aus europäischen Fördermitteln gedeckt werden können. Die SPD-Fraktion sprach sich auf der Bürgerschaftssitzung am Donnerstag klar für einen Stopp des Projekts aus. Neben den hohen Kosten würde das Risiko einer erheblichen Verzögerung bestehen, sollten archäologische Funde zutage gefördert werden. In einem Antrag warb die SPD stattdessen für ein anderes Bauvorhaben, das statt des Hanserings in Betracht kommen könnte. Der Umbau der Buswendeschleife Eldena könne den Bau ersetzen, schlug Fraktionschef Andreas Kerath vor. Die SPD beantragte, Gespräche hierzu mit dem Landesverkehrsministerium aufnehmen.

Hintergrund: Die europäischen Fördermittel (EFRE-Mittel) für den bereits weitgehend abgeschlossenen Neubau der Erwin-Fischer-Schule („Soziales Projekt“) sind an ein anderes „Grünes/Kulturerbe Projekt“ geknüpft. Nur wenn beide Projekte umgesetzt werden, gibt es Geld. Als Grünes/Kulturerbe Projekt wurde nach langer Diskussion 2015 die Umgestaltung des Hanserings ausgewählt. Kann das Grüne/Kulturerbe Projekt nicht umgesetzt werden, drohen der Stadt nach Angaben der Verwaltung Rückzahlungen in Höhe von rund 10 Millionen Euro an Fördermitteln die für den Bau der Fischer-Schule geflossen sind, auch die Planungskosten für den Hansering wären dahin. Es handelt sich bislang um rund 341 000 Euro und Anspruch auf Leistungen in Höhe von 690 000 Euro.

Bausenatorin Jeannette von Busse (CDU) war entsetzt über den Vorschlag der SPD-Fraktion. „Ich weiß wirklich nicht, wie Sie sich das vorstellen“, sagte sie vor der Bürgerschaft. „Die EFRE-Förderperiode geht bis 2020. Abrechnen müssen wir 2021. Wir können jetzt nicht einfach Projekte tauschen. Der Planungsstand bei der Buswendeschleife ist noch ganz am Anfang, es gibt nichts außer ersten Ideen, mit denen man jetzt anfängt.“

Kurz und knapp fasste sich Beate Schinkel vom Bauamt. Das von der SPD vorgeschlagene Projekt „Ausbau der Buswendeschleife Eldena“ komme überhaupt nicht in Frage, stellte sie klar. „Die Maßnahme erfüllt nicht die im Programm verlangten Kriterien“, so Schinkel. „Projekte des öffentlichen Personennahverkehrs sind von diesem Förderprogramm generell ausgenommen. Aus diesem Grund fand dieses Vorhaben auch keine Berücksichtigung.“

In der Greifswalder Bevölkerung ist die Meinung zum Hansering geteilt. „An sich finde ich es eine gute Sache, den Hansering zu verschönern. Allerdings finde ich das Tempolimit schwierig“, meint Michèle Sakuth (36), Leiterin der Theaterkasse. „Wenn ich nach Stralsund fahre und deswegen dann eine halbe Stunde länger brauche, ist das schlecht.“ Auch der Greifswalder Peter Mai wäre unglücklich über ein Tempolimit „Für Pendler ist das nicht schön“, sagt der 42-jährige Tischler. Sieben Millionen Euro seien natürlich eine stolze Summe. „Für mich wäre der Hansering auch so in Ordnung. Natürlich ist es schön, wenn dort mehr Bäume stehen.“

Die Bürgerschaft entschied sich trotz aller Bedenken gegen den Antrag der SPD. „Wenn wir diesem Antrag folgen, killen wir das Projekt Hansering. Das würde ich nicht machen“, sagte Peter Madjarow (Grüne). „Wir würden mindestens auf einer Million Euro Kosten sitzen bleiben. Zudem ist das Projekt sinnvoll für unsere Stadt.“ So wie er dachte schließlich die Mehrheit der Abgeordneten: mit 24 zu 9 Stimmen wurde der Antrag abgelehnt. Die Umgestaltung des Hanserings in eine Tempo 30-Zone mit einer dreireihigen Baumallee soll im Mai beginnen und zwei Jahre dauern.

Hier gehts zur OZ-Umfrage: Umgestaltung Hansering –ja oder nein? Stimmen sie ab!

Anne Ziebarth

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