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Hanshäger kämpft seit Monaten gegen das Jobcenter

Hanshagen Hanshäger kämpft seit Monaten gegen das Jobcenter

Jan Schiller (44) kritisiert die in seinen Augen verschleppende Arbeitsweise des Amtes. Weder seine Frau noch seine Stieftochter bekommen staatliche Unterstützung.

Hanshagen. Jan Schiller ist verzweifelt. Seit Monaten kämpft er gegen das Jobcenter Vorpommern-Greifswald Nord. Der 44-Jährige kann nicht verstehen, warum das Amt so lange braucht, um über die Hartz-IV-Zahlung seiner Frau Maia zu entscheiden. Auch seine Stieftochter Nitsa wird nicht vom Amt unterstützt. „Der Streit zerrt an meinen Nerven. Wir hängen in der Luft und bekommen keine klaren Aussagen“, sagt der Hanshäger. Mittlerweile seien mehrere tausend Euro zusammengekommen, die der Familie nach Ansicht Schillers zustünden. Ihm sei bewusst, dass sein Fall ungewöhnlich ist. „Dennoch bin ich Kunde des Jobcenters und als solcher habe ich ein Recht auf Antworten.“

Schiller ist Außendienstmitarbeiter und seit 2012 mit seiner Frau Maia verheiratet. Sie stammt aus Georgien und brachte ihre Tochter Nitsa (11) mit in die Beziehung. Der einjährige Luka komplettiert die Familie. Ein Gesetz schreibt vor, dass Nitsa nur in Deutschland leben darf, wenn sie hier finanziell versorgt ist. „Meine Eltern haben beim Ausländeramt eine Bürgschaft für das Mädchen abgegeben und unterstützen sie nun finanziell“, erklärt Schiller. Ausgaben für Klassenfahrten, Kleidung oder Schulbücher bezahlten Schillers Eltern. Dieses Geld wurde dann der Familie als Einnahmen angerechnet.

Wenig später entschied das Jobcenter in Rücksprache mit der Ausländerbehörde, Nitsa in die Bedarfsgemeinschaft aufzunehmen. Folge: Nitsa hatte Anspruch auf Geld, von dem sie an schulischen Aktivitäten teilnehmen konnte. Schillers Frau Maia erhielt Hartz IV. „Doch dann habe ich den Fehler gemacht, einen Überprüfungsantrag beim Jobcenter zu stellen, um schriftlich zu haben, dass Nitsa doch in der Bedarfsgemeinschaft berücksichtigt werden kann“, sagt Schiller. Damit habe er sich gegenüber der Ausländerbehörde absichern wollen. Schiller: „Auf die Antwort wartete ich wochenlang.

Meine Nachfragen verliefen im Sand.“

Dann die Überraschung: Nitsa durfte doch nicht Teil der Bedarfsgemeinschaft sein. „Und das haben wir nur meinem Überprüfungsantrag zu verdanken“, betont Schiller. Somit stand der Familie nur das Geld von Schillers Eltern für Nitsa zur Verfügung. Außerdem erhält die Ehefrau auch kein Hartz IV mehr.

Der 44-Jährige wendete sich an einen Fachanwalt in Greifswald und legte Widerspruch gegen den negativen Bescheid des Überprüfungsantrags ein. „Monatelang kam keine Antwort vom Jobcenter“, erinnert sich Schiller, der deshalb mehrere Dienstaufsichtsbeschwerden gegen Mitarbeiter des Jobcenters einreichte. Von dort heißt es schriftlich: „Die Bearbeitung lag innerhalb der gesetzlichen Frist.“ Man sei außerdem der Ansicht, dass das aktuelle Einkommen Schillers als Außendienstmitarbeiter für die vierköpfige Familie ausreiche. Zumal Nitsa von seinen Eltern unterstützt würde. „Durch die Zahlungen der Eltern von Herrn Schiller ist der Bedarf gedeckt“, so das Jobcenter. In die Bedarfsgemeinschaft könne sie nur, wenn sie kein eigenes Einkommen habe. Schiller will sich gerichtlich gegen die in seinen Augen verzögernde Arbeitsweise des Jobcenters wehren.

 



Reik Anton

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