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Greifswald Heldin des Alltags blickt auf ein bewegtes Leben zurück
Vorpommern Greifswald Heldin des Alltags blickt auf ein bewegtes Leben zurück
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00:00 02.04.2014
Ein Geburtstagprost gab es von Margrit Beutler, Hannelore Bleuel, Gisela Hoffmann und Hedwig Böhme (v.l.) für Lilly Röseler (Mitte). Quelle: cw

Sie blickt auf ein bewegtes Leben zurück, arbeitete 30 Jahre als Krankenschwester, war während des Zweiten Weltkrieges auf dem Balkan im Einsatz und ist seit mehr als 70 Jahren Ehrenmitglied im Deutschen Roten Kreuz (DRK). Gestern feierte Lilly Röseler zusammen mit Freundinnen und Tochter ihren 94. Geburtstag.

Ihren Sinn für Humor hat Röseler nie verloren. Das zeigte sich beim Anstoßen mit einem Glas Sekt. „Da ich ja schon sitze, kann ich nicht mehr umfallen“, scherzt sie. Vor einigen Jahren erlitt Röseler einen Oberschenkelhalsbruch und sitzt seither im Rollstuhl. Der Grund, weshalb sie ihrer Reiselust nicht mehr mit ihren beiden Freundinnen, Hannelore Bleuel und Inge Senzek, nachgehen kann. „Mit unserer Reisegruppe waren wir schon in Italien, auf Mallorca oder in Norwegen“, erinnert sich Röseler.

Ihre Erfahrungen und Erlebnisse gab Röseler stets weiter, wie Inge Senzek verrät: „Sie erzählte unseren Kindern aus der Zeit, als sie im Krieg als Krankenschwester gearbeitet hat.“ 1940 trat sie dem Roten Kreuz bei, arbeitete in Russland in einem Lazarett. Später ging es dann auf den Balkan. „Ich habe dort viele schlimme Sachen gesehen, aber wir waren auch eine große Gemeinschaft. Das half“, erzählte Röseler. 1945 geriet sie in Holland in amerikanische Gefangenschaft.

„Sie war immer sehr selbstbestimmt und selbstständig“, schätzt ihre Tochter Waltraud Müller an ihrer Mutter. Ihren Vater lernte sie nie kennen. „Er fiel während des Krieges“, sagt Müller. Geheiratet hat Röseler nie. Sie hat einen Enkelsohn, eine Urenkelin und einen Ururenkel. Über den Besuch ihrer Liebsten freut sie sich immer. Vor allem eine Person habe die 94-Jährige besonders ins Herz geschlossen, obwohl ein Altersunterschied von 36 Jahren besteht. Vor 15 Jahren lernten sich Margrit Beutler und Röseler durch das DRK kennen. Seit mehr als 70 Jahren ist Röseler Ehrenmitglied der Organisation, bekam schon eine Auszeichnung. Beutler und Röseler treffen sich einmal im Monat mit weiteren Frauen zum gemütlichen Beisammensein. „Meistens bringt sie uns dann ihren selbstgemachten Brombeerlikör mit“, sagt Beutler, die vor allem die Gespräche mit Röseler genießt. „Sie hat immer ein offenes Ohr, man kann mit ihr über alles reden, es ist ein Geben und Nehmen“, schwärmt Beutler.

An ihrem Geburtstag bekam Röseler ein selbstverfasstes Gedicht von ihren Freunden, das zu Tränen rührte. Eine Lobeshymne auf eine Frau, die viel von der Welt gesehen hat und ihre Erfahrungen mit allen teilt. Christin Weikusat



OZ

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