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Greifswald Herbrand beginnt Forschung in Murchin
Vorpommern Greifswald Herbrand beginnt Forschung in Murchin
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00:00 07.02.2018
Prof. Dagmar Braun und Prof. Beatrice Großjohann (v.l.) mit den Plänen für die künftige Anlage der Firma Herbrand in Anklam. Quelle: Foto: Peter Binder

Neues Leben im früheren Schlachthof vor den Toren Anklams: Die aus dem Schwarzwald stammende Firma Herbrand will dort künftig Arzneimittelwirkstoffe aus tierischem Rohmaterial herstellen. Insgesamt sollen in den kommenden Jahren über acht Millionen Euro auf dem zur Gemeinde Murchin gehörenden Areal investiert werden.

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Im alten Anklamer Schlachthof werden Arzneimittelwirkstoffe hergestellt / Land fördert das Projekt

Das Land Mecklenburg-Vorpommern hat jetzt einen ersten Förderantrag positiv beschieden, wie von Geschäftsführerin Prof. Dagmar Braun zu erfahren ist. Zusammen mit dem Bereich Biochemie der Universität Greifswald wurde für die Forschung ein Projektverbund gebildet. Das Projektvolumen beträgt 3,2 Millionen Euro. 1,4 Millionen Euro Fördergelder fließen dabei. „Die tierischen Nebenprodukte, die beim Schlachten anfallen, bisher aber nicht genutzt wurden, werden in Flüssigform angeliefert und hier weiterverarbeitet“, schildert Dagmar Braun. Aus diesen Grundstoffen entstehen dann die Arzneimittelwirkstoffe in Pulverform, die an die Hersteller von Tabletten und Kapseln geliefert werden.

Allerdings sollen in Murchin die Wirkstoffe nicht nur auf herkömmlichem Weg hergestellt werden. „Wir forschen an neuen Methoden, um die bei der Biotransformation im Tierkörper anfallenden Stoffwechselsubstanzen synthetisch herstellen zu können. Wenn uns das gelingt, ist die Chance, die Wirkstoffe nicht nur schneller, sondern auch mit doppelter Ausbeute herstellen zu können, sehr groß“, schildert Projektkoordinatorin Prof. Beatrice Großjohann. Mit eingebunden in die Forschung ist auch eine Masterarbeit an der Hochschule Neubrandenburg. In der Wirkstoffproduktion selbst sollen 15 neue Arbeitsplätze entstehen.

Derzeit beginnt die Einrichtung der verschiedenen Labore. „Wir haben bereits auf eigenes Risiko mit fünf Arbeitskräften begonnen, um keinen Zeitverzug zu haben, wenn die chemische Produktion anläuft“, erläutert Dagmar Braun. Deshalb wurden zuallererst Heizung und die Wasserversorgung wieder instandgesetzt und auf den neuesten Stand gebracht. Auch im Eingangsbereich des früheren Schlachthofes kann an einem Modell bereits die Zukunft erahnt werden. Braun hält das Objekt des früheren Schlachthofes für einen Glücksfall, da es ideal liege. Die Verkehrsanbindung sei sehr gut und es gebe keine große Wohnbebauung in der Nähe. Das Gelände umfasst insgesamt elf Hektar, die Hallen und das Bürogebäude haben zusammen eine Fläche von 11000 Quadratmetern.

Um die Ansiedlung von Pharmaindustrie in Murchin zu verwirklichen, hatte das erfolgreiche Greifswalder Pharmaunternehmen Cheplapharm den 2015 stillgelegten Schlachthof von der niederländischen Vion-Unternehmensgruppe gekauft. Seit gut einem Jahr ist das Objekt an den Wirkstoffhersteller Herbrand Pharma Chemicals GmbH (HPC) aus dem Schwarzwald vermietet, die der Braun Beteiligungs GmbH gehört. Der Tipp für die Immobilie kam übrigens von der Wirtschaftsförderung Vorpommern. Dort ist man froh, eine geeignete Nutzung gefunden zu haben, da durch die Vorgaben des Verkäufers nur Lebensmittel- oder Pharmaindustrie möglich war.

Läuft alles weiter nach Plan, sollen im Herbst dieses Jahres dann die ersten Arzneimittelwirkstoffe aus Murchin geliefert und international vertrieben werden. Die enge Kooperation mit dem weltweit agierenden Greifswalder Unternehmen Cheplapharm sei dabei hilfreich, betont Projektmanagerin Großjohann. Vorgesehen ist auch die Einstellung weiterer Mitarbeiter und zweier Auszubildende. Außerdem wurden bereits mehrere Zulassungsanträge an die Behörden gestellt.

Cornelia Meerkatz

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