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Greifswald „Hier kann man sich so richtig einsauen“
Vorpommern Greifswald „Hier kann man sich so richtig einsauen“
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00:00 02.10.2017
Gützkow

Hier wird jeder nass. Und richtig dreckig. Beim Feel-the- run-Lauf geht es ab ins Gelände rund um den und so manches Mal auch durch den Kosenowsee. 40

Hindernisse hat das Team von Veranstalter Frank Trettin auf die 2,5 Kilometer lange Strecke gebaut. Die musste bei den vier Hauptläufen dreimal absolviert werden, macht 120 Hindernisse.

Etliche Berge wurden erklommen, Palettenstapel überwunden und lange Rohre durchkrochen. Eines von Trettins Lieblingshindernissen ist der acht Meter hohe Sandberg, der in etlichen Stunden Arbeit zuvor aufgebaggert worden war.

Das Event ist über die Jahre stark gewachsen. Bei der Premiere vor fünf Jahren starteten 27 Läufer. „Damals haben wir den Lauf innerhalb von zwei Wochen auf die Beine gestellt“, sagt Trettin. Diesmal hatten sich mehr als 500 Starter angemeldet. Vier Läufe gingen im Team oder alleine über 7,5 Kilometer, der sogenannte Fun-Run für Familien über 2,5 Kilometer.

„Der Berg mit dem Netz war das schwierigste Hindernis“, sagt Celine Link (15). Sie ist mit ihren Eltern Diana Link (37) und Lars Gauger (46) aus Bandelin an den Start gegangen. Hammergeil und sehr anstrengend – so die Bilanz der drei. Gleich das erste Hindernis, bei dem man 20 Meter unter Seilen hindurchkrabbeln musste, hätte viel Kraft gekostet. „Das setzt schon richtig Adrenalin frei und es ist ein super Gefühl, es dann geschafft zu haben“, sagt Oliver Schmidt (40), Inhaber der Gaststätte in Sauzin. Wilhelm Schmidt (9) hat es sichtlich genossen, sich von oben bis unten einzumoddern. Das war aber keineswegs nur bei den Kindern beliebt. Auch Anne-Kathrin Goos (42) macht der Hindernislauf besonders Spaß, „weil man sich hier mal so richtig einsauen kann“. In diesem Jahr habe es besonders viele Gelegenheiten gegeben, weil deutlich mehr Wasserhindernisse auf der Strecke lagen als in den Jahren zuvor. „Die waren eine tolle Abkühlung“, sagt Reno Lemke (48) aus Greifswald. Ronny Karsten (39) aus Gützkow landete beim Feel-the-Run-Lauf, weil er „eine große Klappe hat“, wie ihm Colette Simon bescheinigt. „Wir haben Ninja Warriors geschaut, da hat Ronny behauptet, dass er das ja alles locker schafft. Da hab ich ihn hier angemeldet“, erzählt sie. Er habe sich super geschlagen. Etliche Teilnehmer kamen von außerhalb, zum Beispiel das Frauenteam Bodystreet aus Schwerin oder die beiden Mannschaften aus dem kleinen Dörfchen Liepgarten bei Ueckermünde. „Im Team Liepgarten starten die Kinder, bei Jens & Friends die Eltern“, sagt Jule Münchow (13). Ronald Schoof (39) und Christian Meyer (44), die Gewinner des Teamlaufs, sind sich einig, dass die Strecke diesmal besonders schwierig war, weil es mehr Hindernisse gab. Die beiden trainieren gemeinsam beim Powerlifting-Verein Greifenpower. „Das war hammergeil“, sagt Schoof. Beide sind im nächsten Jahr auf jeden Fall wieder dabei.

Veranstalter Frank Trettin (37) hat sich im April 2016 selbstständig gemacht. In seinem Barfüßler-Laden in der Friedrich-Loeffler-Straße verkauft der Existenzgründer Schuhe, die einem das Gefühl geben sollen, man laufe barfuß. In diesem Jahr hat er ein zweites Geschäft in Rostock eröffnet.

Die erste Idee, den Lauf um den Kosenowsee zu einem Barfußlauf zu machen, gab er schnell auf, weil so viele Leute dabei waren, die lieber mit Schuhen laufen wollten. Ein richtiges Konzept für die Veranstaltung gibt es nicht, sagt Trettin. „Mir macht das einfach riesig Spaß, hier sind so viele glückliche Gesichter. Das ist toll.“ Für die sechste Auflage im nächsten Jahr will er sich um mehr Sponsoren kümmern, damit das Event weiter wachsen kann. Bislang bezuschusst er die Veranstaltung aus seiner privaten Tasche. „Wir können alle Materialien vom Hof des Bauunternehmers Armin Görs aus Gützkow nutzen“, sagt Trettin. Daraus entstehen dann die Hindernisse. Wie diese im nächsten Jahr noch aufwändiger und schwieriger werden können, darüber denken Trettin und sein Team jetzt schon nach.

Katharina Degrassi

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