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Greifswald Hier sind die Großen wieder ganz klein
Vorpommern Greifswald Hier sind die Großen wieder ganz klein
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00:01 09.04.2016

Der Film „Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft“ war Ende der 1980er Jahre ein großer Publikumserfolg. So mancher Erwachsener kam sich am Donnerstagabend in der Sporthalle des Berufsbildungswerks so vor, als sei auch er geschrumpft worden. Das Dienstleistungsunternehmen Dekra hatte acht Meter lange und drei Meter große Autoattrappen aufgepumpt, damit Eltern und Erzieher am eigenen Leib erfahren können, wie sich der Nachwuchs im Straßenverkehr fühlt. Die kindliche Dimension verdeutlichten auch hüfthohe Bordsteine und Schilder, die so hoch hingen, dass sie aus dem Blickfeld gerieten.

„Ich habe hier ein besseres Verständnis für Kinder im Straßenverkehr bekommen“, sagte die zweifache Mutter Mandy Schlichtkrull, nachdem sie mit einem ganz besonderen Fahrrad ein, zwei Runden gedreht hatte. „Im Rahmen ist ein Knick, sodass die Räder etwas versetzt sind. Außerdem sind sie leicht schief montiert“, erklärte Alexander Mewes vom Institut für angewandte Familien-, Kindheits- und Jugendforschung an der Uni Potsdam (IFK). „Kinder haben noch keinen ausgeprägten Gleichgewichtssinn. Um das nachzuvollziehen, müssen Erwachsene auf diesem Rad motorische und kognitive Fähigkeiten in Einklang bringen.“

Eine ziemlich wackelige Angelegenheit. So manch ein Besucher traute sich erst gar nicht aufs Fahrrad, andere touchierten schon mal die Hallenwand oder fuhren unbeabsichtigt dicht an anderen Besuchern vorbei. Für Kinder ist es also offenbar gar nicht so leicht, sich auch noch auf andere Verkehrsteilnehmer zu konzentrieren.

Vor allem, wenn man bedenkt, dass auch ihr Gehör nicht so funktioniert, wie das eines Erwachsenen. IFK-Mitarbeiterin Julia Schmidt ließ deshalb die Besucher einen Akustiktest machen. Zuerst sauste durch die Kopfhörer das Geräusch eines vorbeifahrenden Autos, wie es Eltern hören, danach, wie es die Kleinen vernehmen. „Bis zum sechsten Lebensjahr hören Kinder vier bis sieben Dezibel leiser“, erläuterte Schmidt den überraschten Testern. „Außerdem ist es für sie schwerer, die Geräusche zu lokalisieren.“ Heißt: Ob ein Auto von links oder rechts kommt, ist einem Kind nicht auf Anhieb klar.

„Der Verkehrsraum ist für Erwachsene ausgelegt“, verdeutlichte Dietmar Sturzbecher, Verkehrsexperte vom IFK. Doch müssten sich darin auch Kinder zurechtfinden. Doch sie würden die Umgebung nicht als solche sehen, in der Gefahren lauerten, sondern vor allem als „Erkundungsraum, Spielplatz und Wettkampfarena“.

Organisiert wurde die Veranstaltung vom Schweriner Verkehrsministerium. Dessen Chef Christian Pegel (SPD) hat selbst zwei kleine Kinder. „Wenn ich es schaffe, übe ich mit ihnen. Die Zeit dafür muss man sich nehmen — auch als Minister.“

Von Kai Lachmann

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