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Historische Schätze des Landes nun im Internet

Greifswald Historische Schätze des Landes nun im Internet

Bildungsministerin Hesse hat in Greifswald den Regelbetrieb der Digitalen Bibliothek MV gestartet. Bislang macht sie rund 3,3 Millionen Seiten historischer Werke zugänglich. Elf Archive, acht Bibliotheken sowie zwei Museen und mehrere wissenschaftlichen Sammlungen präsentieren etwa 31 000 Objekte.

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Symbolischer Knopfdruck mit Greifswalds OB Stefan Fassbinder, Unirektorin Johanna Eleonore Weber, Kulturministerin Birgit Hesse, Rostocks Unibibliotheksdirektor Robert Zepf sowie Hans-Martin Moderow, Vizedirektor der Unibibliothek Greifswald (v.l.).

Quelle: Foto: Peter Binder

Greifswald. Historiker, Ahnenforscher, Chronisten und Geschichtslehrer dürfen sich freuen: Die historischen Schätze aus Bibliotheken, Archiven und Museen des Landes sind ab sofort für interessierte Bürger frei zugänglich. Bildungsministerin Birgit Hesse (SPD) startete gestern in Greifswald den Betrieb der Digitalen Bibliothek MV im Internet. Unabhängig von Zeit und Ort könnten die kulturhistorisch bedeutenden Quellen für den privaten und wissenschaftlichen Gebrauch eingesehen werden. „Das ist ein wunderbares Projekt“, schwärmte Hesse.

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Bildungsministerin Hesse hat in Greifswald den Regelbetrieb der Digitalen Bibliothek MV gestartet. Bislang macht sie rund 3,3 Millionen Seiten historischer Werke zugänglich. Elf Archive, acht Bibliotheken sowie zwei Museen und mehrere wissenschaftlichen Sammlungen präsentieren etwa 31 000 Objekte.

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Bislang macht die Digitale Bibliothek MV rund 3,3 Millionen Seiten historischer Werke zugänglich. Elf Archive, neun Bibliotheken und vier Museen beziehungsweise Sammlungen präsentieren aktuell rund 31 000 Werke. Und jeden Tag werden es mehr. Vor allem an den beiden Universitätsbibliotheken in Greifswald und Rostock werden die wertvollen Bücher, alte Handschriften, historische Stadtpläne und Urkunden digital eingelesen. Doch das ist nur ein Teil der Arbeit. „Rund 20 Prozent der Bearbeitungszeit wird für das Scannen benötigt, 80 Prozent für die Erzeugung und Verknüpfung mit Metadaten“, sagte Bruno Blüggel, zuständig für die Digitalisierung an der Unibibliothek Greifswald. Er sei der „Vater der Digitalen Bibliothek in MV“, wertschätzte sein Rostocker Kollege Karsten Labahn. In den Rechenzentren der beiden Universitäten sind die gigantischen Datenmengen gespeichert und werden dort auf dem aktuellen technischen Stand gehalten, damit sie noch in Jahrzehnten lesbar bleiben.

Durch die Vernetzung eröffnen sich völlig neue Möglichkeiten der Recherche: Über einen Klick kann sich der Nutzer beispielsweise neben einem Schweriner Stadtplan aus dem 19. Jahrhundert auch ansehen, wie die Straße aktuell aussieht, erläuterte Blüggel. Eine Handschrift aus dem 14. Jahrhundert, deren Text heute nur noch von wenigen Experten entziffert werden kann, ist mit einem wissenschaftlichen Buch aus dem 19. Jahrhundert verknüpft, in dem die Handschrift bereits transkribiert wurde. „Wir waren weltweit die erste Einrichtung“, sagte Blüggel mit Stolz, „die das Lesen dieser alten Handschriften auf dem Smart- phone ermöglichte.“ Selbst Gemälde des Romantikers Caspar David Friedrich (1774-1840) seien in der digitalen Bibliothek mit historischen Quellen, Briefen und seinem Taufeintrag im Greifswalder Dom St. Nikolai verbunden. Dort, über der Sakristei, befindet sich auch die „Bibliothek des Geistlichen Ministeriums“, die ebenfalls am Projekt beteiligt ist. Mit rund 3000 Werken des 14. bis 19. Jahrhunderts zählt sie zu den bedeutendsten spätmittelalterlichen Büchersammlungen des Ostseeraums.

Greifswalds Rektorin Johanna Eleonore Weber freute sich gestern, dass der symbolische Knopfdruck zur Eröffnung der Digitalen Bibliothek ausgerechnet in der Universitätsaula stattfand. An jenem Ort also, der 1750 zur Einweihung des Hauptgebäudes noch als barocke Saalbibliothek genutzt wurde. „Die Digitalisierung eröffnet nicht nur völlig neue Möglichkeiten der Forschung und der Teilhabe an Wissen, sondern erlaubt einen völlig neuen Zugang zur Vergangenheit“, sagte sie. Das Land fördert die Digitalisierung nach Angaben des Ministeriums mit etwa 170000 Euro im Jahr.

Die Digitale Bibliothek MV

30000 Objekte mit rund 3,3 Millionen digitalisierten Seiten umfasst die Digitale Bibliothek MV derzeit. Dazu zählen historische Druckwerke, Archivalien und 1000 museale Objekte. Und täglich werden es mehr.

11 Archive, darunter das Landeshauptarchiv mit Schwerin und Greifswald sowie das Archiv der Nordkirche, neun Bibliotheken und vier Museen bzw. Sammlungen sind am Projekt beteiligt. Das Land unterstützte die Entwicklungsphase mit 78300 Euro.

Martina Rathke und Petra Hase

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