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Greifswald Hoffnung in Ladebow: Ausbaggerung geplant
Vorpommern Greifswald Hoffnung in Ladebow: Ausbaggerung geplant
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00:00 14.02.2018
Auf einem von der Firma Beiselen gepachteten Gelände wird bis Ende März ein Spülfeld gebaut. Quelle: Foto: Peter Binder
Greifswald

„Ein Schiff wird kommen...“ Im zweiten Halbjahr 2018 wahrscheinlich sogar mit fünf Meter Tiefgang. Mit den aktuellen 4,20 Meter ist der Wirtschaftshafen in Ladebow nach Einschätzung von Geschäftsführer Michael Ott unrentabel, weil ihn nur noch kleine Wasserfahrzeuge anlaufen können. Bliebe es dabei, könnte Ladebow auf Dauer nicht überleben.

Damit die versandete Fahrrinne demnächst ausgebaggert werden kann, lässt die Stadt derzeit ein Spülfeld auf dem Gelände des Hafens in Ladebow errichten. Große Erdwälle werden aufgeschoben. Das Spülfeld entsteht auf einer knapp zweieinhalb Hektar großen Fläche, die dem Agrarhändler Beiselen gehört. Die Firma hat das Areal an die Stadt verpachtet. Beiselen und die Rostocker Zementumschlagsgesellschaft sind die Gesellschafter der Hafen- und Lagergesellschaft Greifswald (HLG), die Ladebow gepachtet hat.

„Maximal können auf diesem Spülfeld knapp 43000 Kubikmeter Nassbaggergut gelagert werden“, informiert Bärbel Lenuck, Mitarbeiterin der städtischen Pressestelle. Laut Dirk Berger, dem Sprecher des für die Zufahrt zuständigen Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes (WSA), ist die Kapazität für die Vertiefung auf insgesamt 5,90 Meter ausreichend. „Wir rechnen mit etwa 30000 Kubikmetern, die bei der Baggerung anfallen“, sagt er. Die Erdarbeiten für das Ladebower Spülfeld sollen zum 25. März beendet sein. Der Bau kostet inklusive Qualitätsprüfungen und Kontrollen etwa 200000 Euro. Das Spülfeld werde im Einverständnis mit dem Staatlichen Amt für Umwelt und Landwirtschaft (Stalu) errichtet, betont Lenuck. Die eigentliche Genehmigung stehe noch aus. Wann diese erteilt werde, sei noch nicht klar, so Stalu-Chef Matthias Wolters auf OZ-Nachfrage.

Geruchsbelästigungen für die Bürger durch den Bau schließt Lenuck aus. Auch Beeinträchtigungen für die benachbarten Kleingärtner durch Wasser aus dem Spülgut werde es nicht geben.

Laut WSA-Sprecher Berger soll die Fahrrinne bis Juni dieses Jahres ausgebaggert werden. Sobald alle Genehmigungen vorliegen, würden die Leistungen ausgeschrieben, versichert er.

Ohne das neue Spülfeld könnte in Ladebow in den nächsten Monaten nicht gebaggert werden, weil das Spülfeld in Drigge auf Rügen voll ist. Dorthin müsste das Ladebower Baggergut gebracht werden, weil eine Verklappung in der Ostsee nicht zulässig ist. Der Bau des Ladebower Spülfelds hat weitere Vorteile. Der teure Transport zum 40 Kilometer entfernten Drigge entfällt. Zweitens gibt es keine Probleme mit einer europäischen Richtlinie. Der „Wasserkörper“ Strelasund darf nicht durch aus dem Spülfeld Drigge ablaufendes Wasser aus dem Ladebower Baggergut verschlechtert werden.

Das Spülfeld auf dem Beiselen-Gelände soll nur zeitweilig genutzt werden. Geplant sind die Verwertung des anfallenden Sandes und die Reaktivierung des bis 2010 von dem Baustoffhändler Mibau in Ladebow unterhaltenen Spülfeldes. Mit dieser Investition will Greifswald die vor 15 Jahren, nach der letzten Baggerung, erreichte Fahrrinnentiefe von 6,90 Meter erneut erreichen. Damit könnte Ladebow wieder von Schiffen heutzutage üblicher Größe angesteuert werden. Das ist eine Voraussetzung, damit hier beispielsweise wieder Getreide umgeschlagen werden kann.

Die Idee: Mit diesem neuen und größeren Spülfeld wird die Ausbaggerung auf 6,90 Meter durch das WSA wirtschaftlich, denn der Transport von 120000 Kubikmeter Baggergut nach Drigge entfällt.

Stadt ist auch gefragt

Wie die Zufahrt ist auch das Hafenbecken in Ladebow versandet. Die Bürgerschaft (die Stadt ist Eigentümer) hat bereits 2016 für dessen Ausbaggerung 600000 Euro zur Verfügung gestellt. Damals ging es um eine Ausbaggerung auf eine Tiefe von 6,90 Meter und nicht wie jetzt 5,90 Meter. Die Bürgerschaft stimmte im Oktober 2017 auch der jetzt bevorstehenden Ausbaggerung zu. Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Stralsund hat eine Ausbaggerung auf 6,90 Meter in Aussicht gestellt, wenn kein Transport nach Drigge erfolgen muss. Für die Genehmigung des dafür nötige Spülfeld laufen die Vorbereitungen.

Eckhard Oberdörfer

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