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Greifswald Holzpalettenstapel sorgt für Streit unter Nachbarn
Vorpommern Greifswald Holzpalettenstapel sorgt für Streit unter Nachbarn
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00:00 06.10.2016

Die Sache klingt wie ein Schildbürgerstreich, hat aber einen ernsten Hintergrund: Hinter dem Zinnowitzer Edeka-Markt versperrt ein meterhoher Europalettenstapel das Tor zum benachbarten Gelände eines neuen Mehrfamilienhauses. Bewohner des Hauses bekunden ihren Unmut über diesen Zustand. Die Verwaltung des Edeka rudert zurück und gibt Sicherheitsbedenken und nicht getätigte Absprachen als Gründe für die Absperrung an.

Eine Mieterin des Wohnhauses, die anonym bleiben will, bemängelt, dass sie nun den längeren Weg über die Straße Am Kirchberg für ihren Einkauf nutzen müsse. Das Tor sei früher abgeschlossen gewesen.

„Nicht jeder durfte einfach da durch“, schildert sie in einer E-Mail an die OZ-Redaktion. Auch als potenzieller Fluchtweg habe der Weg gegolten. „Im Falle eines Brandes stehen die Mieter nun mit dem Rücken am Zaun und können nicht entkommen. Sie müssen dann warten, bis jemand hilft“, erklärt sie.

„Wir wollen den Bewohnern des Hauses nichts Böses“, versichert unterdessen Frank Argentieri, Mitarbeiter der H+E Immobilienverwaltung in Itzehoe, die den Edeka- Markt verwaltet. „Es wurde von der anderen Seite einfach ein Zaun mit einem integrierten Tor aufgestellt. Das war so nicht abgesprochen“, erklärt er. Nachdem die Immobilienverwaltung des Edeka- Marktes ihren Grundstücksnachbarn auf den Zustand aufmerksam machte, reagierte dieser scheinbar nicht, sondern ließ mehrfach Fristen verstreichen. „Es war Gefahr im Verzug. Deshalb haben wir aus der Not heraus die Paletten aufstellen lassen“, erklärt der Hausverwalter.

„Zum einen ist die Verkehrssicherungspflicht nicht gegeben“, erläutert Argentieri. „Der Edeka würde dafür haften, sollte jemandem in der Ecke etwas passieren – zum Beispiel stürzen. Es braucht nur der Schnee morgens um 7 Uhr in der Ecke nicht beseitigt worden sein und direkt an der Tür fällt jemand hin.“ Zum anderen würden viele Besucher und Angehörige der Hausbewohner den Markt-Parkplatz für ihre privaten Zwecke nutzen. „Die Fläche ist sowieso schon sehr klein. Wenn dann noch Autos der Besucher der Hausbewohner dort stehen, wird es richtig eng“, erklärt er.

In Zukunft soll dieses Problem jedoch gelöst werden. „Die Holzpaletten sind derzeit noch eine Übergangslösung. Wir wollen auf keinen Fall das Image auferlegt bekommen, dass wir böse Menschen sind.

Das stimmt nicht“, erklärt Frank Argentieri ausdrücklich. Für die Verwaltung der neuen Wohnanlage ist die Wohnungsgesellschaft Kaiserbäder zuständig. „Wir sind derzeit dabei, die Angelegenheit in Ruhe zu klären. Wir sind allerdings nicht die Erbauer des Objektes, sondern nur die Verwalter“, betont Mike Speck, Geschäftsführer des Unternehmens. Na dann hoffentlich auf „Frohe Nachbarschaft“!

Hannes Ewert

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