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Greifswald Hornissen-Alarm im Nachbarkreis?
Vorpommern Greifswald Hornissen-Alarm im Nachbarkreis?
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00:00 07.09.2016

Fast täglich klingelt das Telefon im Büro von Dr. Andreas Osterland von der Abteilung Artenschutz der Kreisverwaltung in Stralsund. Drei- bis viermal pro Woche wenden sich Menschen an den Experten, weil sie Hornissen entdeckt haben. „Mit den steigenden Temperaturen im Hochsommer steigen auch die Zahlen an Hornissen in den immer größer werdenden Nestern“, sagt der Fachmann. Hornissen-Alarm im Landkreis Vorpommern-Rügen?

Aus dem gesamten Landkreis kommen die Meldungen. Die Hornissen ziehe es vor allem in die Gärten, wo sie ihre Beutetiere finden. Dass es tatsächlich mehr Hornissen gibt als in den Vorjahren, lasse sich nicht belegen. Möglich sei aber, dass die Menschen Hornissen stärker wahrnehmen, weil es in diesem Jahr aufgrund des milden Winters weniger Wespen gebe.

In alten hohlen Bäumen, aber auch in Jagdkanzeln, Schuppen oder in Dachbereichen von Häusern seien derzeit „stattliche Nester dieser großen Stechimmen“ zu finden. 400 bis 700 Tiere leben in so einem Nest. „Durch die Größe und das Brummen werden die Hornissen oft als besonders gefährlich von Menschen eingeschätzt“, sagt Osterland. Dabei sei die Angst oftmals unbegründet. Die Mentalität von Hornissen sei eher mit der von Hummeln vergleichbar. „Hornissen stechen nur dann, wenn sie eingeklemmt werden oder aus Angst nach ihnen geschlagen wird.“ Das bedeute aber auch, dass gerade in der Nähe von Nestern besondere Gefahr droht, wenn Erschütterungen auftreten, etwa das Zuschlagen von Türen oder Klopfen an Balken oder Wänden, an denen das Nest befestigt ist.

Menschen, die allergisch auf Insektengift reagieren, müssen vorsichtig sein. Ansonsten sei der Stich einer Hornisse zwar schmerzhaft, aber die Giftmenge vergleichbar mit der einer Biene. „Allergische Reaktionen auf Insektenstiche werden häufig verharmlost“, sagt Mathias Bonatz, Sprecher des Helios Hanseklinikums Stralsund. Etwa 3,5 Prozent der Bevölkerung reagieren mit einer Anaphylaxie, also einem allergischen Schock, auf einen Bienen- oder Wespenstich. Aber auch Bonatz sagt: „Wir konnten nicht beobachten, dass in diesem Jahr vermehrt Patienten mit Hornissenstichen zu uns ins Krankenhaus gekommen sind. Auch bei den Bienen- und Wespenstichen gibt es keinen auffälligen Anstieg, sondern vom Gefühl her sogar eher weniger Fälle.“

Grundlos würden Menschen laut Andreas Osterland ohnehin nicht angegriffen, da Hornissen andere Insekten wie Raupen, Bienen, Spinnen oder Fliegen fressen.

Das Problem, wenn Hornissennester in der Nähe von Gebäuden entdeckt werden: Die Tiere stehen unter Naturschutz. Ein Nest darf deshalb nicht einfach zerstört werden. Auch eine Umsiedlung ist nur mit Ausnahmegenehmigung möglich. Eine solche Genehmigung kann bei der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises beantragt werden.

Robert Niemeyer

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