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Greifswald Humboldt lehrt weiter
Vorpommern Greifswald Humboldt lehrt weiter
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17:02 02.02.2018
Ruth Schomerus (12), Hannes Krakowski (11), Torge Monsees (12), Josephine Gewand (13), Valentin Wolff (13) und Josephina Neumann (13) (von links nach rechts) mit dem Namenspatron ihres Gymnasiums, Alexander von Humboldt. Quelle: Christopher Gottschalk
Greifswald

Extra-Klassen für hochbegabte Schüler, reformpädagogische Klassen und dann noch die „ganz normalen“: All das vereint das 1991 gegründete Alexander-von-Humboldt-Gymnasium im Viertel Schönwalde II.

640 Schüler lernen in 28 Klassen an dieser Offenen Ganztagsschule. Nach dem Unterricht können sie freiwillig Angebote annehmen und Zeit in der Schule verbringen. Schulleiter Ulf Burmeister meint allerdings, auch ohne Ganztagsangebote hätten sie schon genug zu tun. „Das Abitur in zwölf Jahren, das ist ein hartes Brot. Die Schüler müssen Leistungsdruck bewältigen, der bei 36 Wochenstunden sehr hoch werden kann.“ Das bestätigt Josefine Hohm, 15. „Ich muss bereits jetzt meine Prüfungsfächer wählen, das ist der Wahnsinn“, erzählt die Schülersprecherin aus der 10a. „Mit sehr hohem Druck umzugehen, ist aber eine gute Vorbereitung aufs Studium.“

Die Schule versucht, Druck zu nehmen. Alle Fächer werden in Doppelstunden unterrichtet, danach gibt es 20 Minuten Pause. In der 7. Klasse stehen Geographie und Informatik jeweils nur ein halbes Jahr auf dem Lehrplan, dann sind sie abgeschlossen. In Klasse 9 werden Astronomie und Physik auf die gleiche Weise unterrichtet. „Weniger Fächer pro Halbjahr bedeutet effektiveren Unterricht und weniger Stress für die Schüler“, meint Ulf Burmeister.

Schule müsse vor allem auf die Interessen der Schüler eingehen. „Patentrezepte existieren nicht. Jeder Schüler muss das finden, was für ihn am besten funktioniert“, sagt Ulf Burmeister. Dafür gibt es eine wöchentliche Berufsberatung durch das Arbeitsamt in der Schule und diverse Klassenstrukturen.

So die 5. Klassen, für deren Besuch Hochbegabung die Voraussetzung ist. Nur vier Gymnasien in ganz MV haben solche Klassen. Elisa Berger (35) fand nach ihrem Wegzug aus Magdeburg im Humboldt die passende Schule für ihren Sohn. „In der Hochbegabtenklasse wird er gefordert, das ist die beste Möglichkeit für ihn. Er spielt auch Trompete und ist im Chor“,erzählt sie. Für jeden Hochtalentierten (ab einem IQ–Wert über 130 gilt jemand als hochbegabt) wird ein eigener Förderplan erstellt.

Seit 2007 gibt es reformpädagogische Klassen (R-Klassen) im Haus. Sie werden vor allem von Schülern besucht, die vorher an der Montessorischule Greifswald lernten. Aber auch für Quereinsteiger aus anderen Schulen sind sie offen. Die alternativen Lehrmethoden werden durch spezielle Räume und Materialien unterstützt, etwa ein eigenes Klassenzimmer, eine Bibliothek und Dreieckstische für Gruppenarbeit und freies Lernen.

Das Humboldt-Gymnasium ist auch eine von vier Schwerpunktschulen für Mathematik, Naturwissenschaften und Informatik in MV. Sie nimmt an internationalen Wettbewerben teil. In Singapur bauten Schüler etwa ein Miniatur-Rennauto und gewannen damit den ersten Preis (die OZ berichtete).

Die unterschiedlichen Klassen bleiben nicht unter sich. In Sport, Religion, Philosophie, den Fremdsprachen und den Wahlpflichtfächern findet der Unterricht mit Schülern der allgemeinen Klassen zusammen statt. „Natürlich witzelt man ab und zu darüber, wer wohin gehört“, sagt Leo Hirt (17), der selbst in einer R-Klasse lernt. „Aber der Zusammenhalt ist gut.“

Christopher Gottschalk

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