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Greifswald Hundesteuer: Ansturm auf Meldestelle
Vorpommern Greifswald Hundesteuer: Ansturm auf Meldestelle
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00:00 10.01.2015
Stephanie Koppe (24) hat ihren Chihuahua Yona (1) angemeldet und zahlt 72 Euro Hundesteuer im Jahr. Quelle: Fotos: Peter Binder
Greifswald

Diese Nachricht kommt selbst für die Experten überraschend: Bereits 200 Neuanmeldungen von Hundebesitzern sind seit Dezember in der Hansestadt verzeichnet worden. Die Stadtverwaltung vermutet die derzeit laufenden Befragungen aller Haushalte für die Erhebung der Hundesteuer (die OZ berichtete) hinter dem Ansturm. „Die Tierbesitzer haben auf die Ankündigung in den Medien reagiert, noch bevor die Befragung überhaupt tatsächlich begonnen hatte“, erklärt Stadtsprecherin Bärbel Lenuck. Mit der aktuellen Erhebung erhofft sich die Stadt Steuermehreinnahmen von etwa 30 000 Euro, denn nicht jedes Tier ist bisher offiziell registriert.

Die Springer Kommunale Dienste GmbH aus Düren (Nordrhein-Westfalen) wurde mit der Erhebung beauftragt. „Es ist außergewöhnlich, dass sich so viele bereits im Vorfeld gemeldet haben“, sagt Projektleiterin Gaby Kulartz (52). Seit 20 Jahren sei das Unternehmen auch in Sachen Hundesteuer in ganz Deutschland unterwegs. Eine solche Reaktion habe es ihres Wissens nach noch nicht gegeben.

„Vielleicht sind die Greifswalder einfach kooperativer als die Leute andernorts“, vermutet Kulartz. Der Amtsleiter für Wirtschaft und Finanzen, Dietger Wille, schränkt ein: „Wir können nicht sagen, wie viele dieser Hunde schon seit langem in Greifswald leben. Sicher sind auch einige dabei, die ihr Haustier seit kurzem haben und es jetzt anmeldeten.“

Bisher wurden rund 1000 Haushalte in Greifswald befragt. Die Mitarbeiter erkundigen sich, ob ein Hund im Haushalt lebt. „Wir ermitteln nicht, ob er angemeldet ist oder nicht. Falls ein Hund vorhanden ist, geben wir das an die Stadt weiter. Die prüft dann alles Weitere“, erklärt Kulartz, die nach den ersten Gesprächen ein positives Zwischenfazit zieht. „Die Ablehnung hält sich in Grenzen. Der überwiegende Teil hat Verständnis.“ Wer sich nicht äußern wolle, müsse das auch nicht. Die Befragung ist freiwillig. 35 000 Euro lässt sich die Stadt die Hunde-Inventur kosten. In etwa so viel würde zusätzlich ins Stadtsäckel fließen, wenn die geschätzten 400 Bellos, die derzeit noch unerkannt in Greifswald leben, auch erfasst sind. Ob diese Zahl nach oben korrigiert werden muss, kann Bärbel Lenuck nicht sagen. „Die Anzahl der befragten Haushalte ist derzeit noch zu gering, um eine Prognose zu geben.“ Ende Februar soll die Studie abgeschlossen sein.

Hundebesitzer können das Vorgehen der Stadt nachvollziehen. „Mein Hund Yona ist angemeldet. Es ist gerechter, wenn alle Halter auch Steuern zahlen“, sagt Studentin Stephanie Koppe (24). Sie habe im Rathaus ein Formular für die Anzeige erhalten. Auch Krankenpflegerin Ulrike Ehlert (24) meint: „Wegen der Gleichberechtigung sollte jeder zahlen.“ Ihre Jack-Russel-Hündin Nala (2) sei angemeldet. Der Malteser Luxi (7) von Anja Sadewasser (46) trägt eine gültige Hundemarke. „Wer einen Hund hat, soll auch für ihn zahlen“, so Gärtnerin Anja Sadewasser.

Neue Hundemarken
Die neuen grünen Hundesteuermarken, die bis 2017 gültig sind, werden ab dem 19. Januar den Haushalten automatisch zugeschickt. Die bisher genutzten roten Steuermarken können dann entfernt werden. Wie die Abteilung Steuern der Stadtverwaltung mitteilte, ist die Marke am Halsband des Hundes anzubringen. Sie zeigt, dass das Tier angemeldet ist. Wer das nachholen möchte, kann sich im Stadthaus, Markt 15, Zimmer D2 18 bei der Abteilung Steuern/Stadtkasse melden.
• Online-Anmeldeformular:
www.greifswald.de/uploads
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Vivien Knaak: „Ein Hund kostet Geld und wenn man es nicht mal hinkriegt, die Hundesteuer zu zahlen, sollte man sich keinen Hund anschaffen!“
Anne Jaeschke: „Ich bin gern gewillt, sogar etwas mehr Hundesteuer als jetzt schon zu zahlen, wenn nur endlich auch mal was für Hunde und Halter getan wird. Keine Eimer, kaum bis gar keine Gassimöglichkeiten. Wozu dient diese Besteuerung?“
Jenny Lobeck: „Es gibt zu wenig Parks oder Grünanlagen, wo man die Hunde mal laufen lassen kann.“
Antje White: „Ich finde, dann sollten die Dog-Stationen aber auch mit Beuteln befüllt sein. Und es sollten mehr Mülleimer aufgestellt werden. Teilweise rennt man einen Kilometer mit den Hundebeuteln, um sie zu entsorgen. Sehr angenehm ist das. Wozu bezahle ich die Steuern denn?“
Christoph Rademacher: „Top. Und bitte endlich Strafen für Leute, die ihre Hunde überall hinmachen lassen.“
Jörg Müller: „Und was ist mit Katzen? Gleichberechtigung? Warum kostet ein Hund Steuern und eine Katze nicht? Abzocke — überall das Gleiche.“
Claudia Brummund: „Sonst heißt es immer, Hunde sind auch nur Lebewesen. Genau. Und wir zahlen Steuern — also dann auch Steuern für Hunde. Völlig in Ordnung.“
Hans Fuchs: „Die Frage ist ja, wozu bezahlt man überhaupt Hundesteuer??? Es ist doch nur Ausbeutung des Menschen mit Hund.“
Yvonne Buutz: „Richtig so. Die Hundesteuer muss man ja nicht erst ab diesem Jahr bezahlen. Also kann ich nicht verstehen, dass es einige wundert.“
Gerit Gutjahr: „Luxussteuer, gehört abgeschafft.“



Reik Anton

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