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Hurra: Stammzellspender für Anja gefunden

Greifswald Hurra: Stammzellspender für Anja gefunden

Die Frau hat Leukämie / Transplantation in Greifswald soll bald erfolgen

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Alle freuen sich mit Anja Röhl(vorn), für die jetzt ein Stammzellspender gefunden wurde: Pfleger Jörg Stüwer, SchwesterAnka Michalak, Mutter Heike, Vater Jens-Uwe, Prof. William Krüger, der die 26-Jährige behandelt und Assistenzarzt Dr. Martin Weigel (v.l.).

Quelle: Foto: Peter Binder

Greifswald. Was für ein unglaubliches Glück: Für die schwer an Leukämie erkrankte Anja Röhl wurde jetzt ein Stammzellspender gefunden. Überglücklich berichteten gestern die Eltern der 26-Jährigen, die das Down Syndrom hat, dass es für die junge Frau Hoffnung gebe. „Es konnte ein sogenannter genetischer Zwilling für Anja gefunden werden“, bestätigt Oberarzt Prof. William Krüger, der behandelnde Arzt an der Universitätsmedizin Greifswald. Bei der lebensfrohen Anklamerin, die so gern lacht, kann nun bald mit der Stammzelltransplantation begonnen werden.

Zwei Monate wird sie im Zuge der Behandlung im Krankenhaus bleiben müssen. Am Ende können die Ärzte bereits feststellen, ob die Spenderstammzellen angewachsen sind und die Genesung beginnt. „Wir hoffen das alle sehr“, betont Anjas Vater Jens-Uwe Röhl. „Ich kann das Glück noch gar nicht fassen“, sagt Mutter Heike Röhl mit Tränen in den Augen.

Die Eltern, deren Tochter an einer sehr aggressiven Form von Leukämie leidet, sind den Ärzten, Schwestern, Pflegern und Sozialarbeitern des Klinikums dankbar für ihr großes Engagement bei Anjas Behandlung. „Sie ist unser Sonnenschein. Aber es ist dennoch nicht immer einfach mit ihr“, bestätigen die Eltern. „Ach was, wir beide verstehen uns gut“, meint Professor William Krüger, und Anja hebt zur Bestätigung den Daumen nach oben – und da ist es wieder, dieses ansteckende Lachen ...

Die Stammzellspende erfolgt anonym. Anja und ihre Eltern wissen nicht, ob der Spender männlich oder weiblich ist und woher er kommt. Der Professor erläutert, dass sie das Blut der Patientin nach Essen geschickt hatten, wo im Zentralen Knochenmarkspender-Register geschaut wurde, ob es einen passenden Spender gebe. „Wir werden diesem unbekannten Retter immer dankbar sein“, sagt Heike Röhl und fügt an, dass es ihr und ihrem Mann gutgetan habe, dass „so viele Menschen an Anjas Schicksal Anteil genommen haben.“ Besonders gerührt habe die Familie die beiden Typisierungsaktionen in Anklam, die zweite fand am vergangenen Wochenende statt (die OZ berichtete). Freunde und Bekannte hatten sie zusammen mit Vereinen, der Stadt und weiteren Helfern organisiert, um einen geeigneten Spender für Anja zu finden. Insgesamt 200 Menschen ließen sich als potenzielle Spender registrieren. Dass es nun niemand davon ist, der helfen wird, tut der Freude keinen Abbruch. „Wir haben stets betont, dass diese Typisierungen sehr wichtig sind, weil damit ganz sicher auch anderen Patienten geholfen werden kann“, erklärt Jens-Uwe Röhl. Zu sehen, wie Hilfe so quer durch alle Bevölkerungsschichten funktioniere, sei einfach herzerwärmend, meint der Mittfünziger.

Er, seine Frau und Anjas großer Bruder André wissen, dass es noch einmal bange Wochen werden, wenn die Transplantation vorgenommen wird. „Aber wir fühlen uns in Greifswald bestens betreut und erfahren auch sonst viel Zuspruch durch uns völlig unbekannte Menschen“, betont Mutter Heike. Sie meint die finanzielle Unterstützung von mehreren Vereinen, damit die Familie die hohen Fahrtkosten von Anklam nach Greifswald aufbringen kann. Da Heike Röhl rund um die Uhr für ihre Tochter da und auch der Vater nach einem schweren Unfall noch nicht wieder fit ist, könnten sie diese Ausgaben sonst nicht stemmen.

„Durch Anjas Erkankung sind wir als Familie noch enger zusammengerückt. Dieser gegenseitige Halt und die große Hilfe von so vielen Seiten geben uns allen neuen Mut“, betont Mutter Heike. Anja sei eine Kämpfernatur – „sie hat immer wieder gesagt, dass sie noch nicht gehen will“, so die Eltern. Deshalb gebe es jetzt nur ein Ziel: Stammzelltransplantation – und dann gesund werden!

Stammzellspende tut nicht weh

Wenn ein passender Spender gefunden worden ist, wird zwei bis drei Wochen vor der eigentlichen Aktion eine umfangreiche Untersuchung des Spenders durchgeführt.

Die Stammzellen selbst werden aus dem Venenblut gewonnen – die Person wird dabei an beiden Armen „angezapft“.

Die Entnahme dauert in der Regel vier bis fünf Stunden und wird ambulant durchgeführt. Anschließend werden die so gewonnenen Stammzellen per Kurier zu dem dafür vorgesehenen Patienten gebracht und diesem transplantiert.

Cornelia Meerkatz

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