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Greifswald Ihr größtes Geschenk ist Liebe
Vorpommern Greifswald Ihr größtes Geschenk ist Liebe
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00:10 02.03.2016
Dirk Scheer (r.) und Ulrike Trecziok dankten den Pflegeelternpaaren für ihr großes Engagement. Quelle: Cornelia Meerkatz
Eltern werden ist nicht schwer, Eltern sein dagegen sehr: Antje und Peter Lange aus Greifswald kennen den Spruch. Genau deshalb hat das Paar neben den vier eigenen Kindern noch zwei in Pflege. Langes gehören zu den 251 Pflegeeltern im Landkreis Vorpommern-Greifswald, die helfen, dass hunderten Kindern ein glückliches Zuhause gegeben wird. „Dafür können wir ihnen nicht genug danken“, sagte am Montag Sozialdezernent Dirk Scheer (parteilos), als er stellvertretend für alle Pflegefamilien sechs von ihnen für ihr Engagement Dankeschön sagte.

Pflegeeltern

251 Pflegeeltern stehen im Landkreis Vorpommern-Greifswald zur Verfügung, um bei Bedarf Pflegekinder aufzunehmen. Ehe der Status „Pflegeeltern“ zuerkannt wird, muss ein umfangreiches Prüfverfahren durchlaufen werden.

6 Mitarbeiter betreuen im Bereich Pflegekinderdienst des Landkreises die Pflegeeltern und stimmen mit ihnen alle Fragen zum Aufenthalt und zur Entwicklung des Kindes ab.

Die Langes sind seit drei Jahren Pflegeeltern. 24 und 15 Monate alt sind die Geschwisterkinder, denen jetzt ihre Liebe mit gilt. „Wir haben seitdem keine Nacht mehr durchgeschlafen“, bekennen sie.

Eines der Kinder kam als Säugling direkt aus der Klinik zu ihnen, weil die Mutter das Kind nicht mit nach Hause nehmen wollte. Doch wenn Antje Lange und ihr Mann Peter, ein Polizeibeamter, von „ihren“ Kindern berichten, leuchten ihre Augen. „Wir haben sie ins Herz geschlossen und versuchen, sie zu aufgeschlossenen, fröhlichen Menschen zu erziehen“, sagen sie. Traurig macht sie nur, dass die leiblichen Eltern keinen Kontakt wünschen.

Steffen und Sandra Lindemann aus Bismark nahe der polnischen Grenze haben zwei eigene und zwei Pflegekinder. „Die heute 15-Jährige kam mit fünfeinhalb Monaten zu uns“, erzählen sie und verweisen darauf, dass die unbedingte Bereitschaft, sich auf das fremde Kind einzulassen, Voraussetzung bei Pflegeeltern sei. Familie Schwandt aus Neu Boltenhagen nickt bei diesen Worten zustimmend. Das Paar betreut vier Geschwisterkinder zwischen acht und 13 Jahren sowie die eigene achtjährige Enkelin in Pflege. „Das ist nicht einfach, besonders wenn die Kinder anfangen, eigene Wege zu gehen“, erklären sie. „Doch wir vermeiden Reibereien, weil wir alles im Familienrat abstimmen“, erläutern sie. Am Familienrat halten auch die anderen Pflegeeltern fest, „denn die eigenen Kinder dürfen niemals das Gefühl haben, dass sie an zweite Stelle gerutscht sind“, sagt Familie Martiniak aus der Nähe von Demmin. Seit 20 Jahren umsorgen sie neben drei eigenen auch Pflegekinder. Zu manchen, wie einem blinden Mädchen, das heute 22 Jahre alt ist, haben sie noch engen Kontakt. Ähnliche Erfahrungen haben auch Anke Schimansky aus Greifswald und Familie Rütz aus Schwarzensee gemacht.

Ulrike Trzeciok, Mitarbeiterin im Pflegekinderdienst, weiß um die vielen Voraussetzungen, die Eltern mitbringen müssen, ehe erstmals ein fremdes Kind in die Familie kommt. „Wir machen uns die Entscheidung nicht leicht, denn es muss für beide Seiten passen. Deshalb gibt es neben der Vollzeit- auch die Bereitschaftspflege oder das Heim. Auch eine Familienhilfe löst oft schon manchen Konflikt“, weiß sie aus Erfahrung. Kinder in Pflegefamilien zu geben, sei immer ein Risiko. „Die Mädchen und Jungen haben zu Hause oft schlimme Dinge erlebt oder wurden bislang ohne jegliche Regeln erzogen. Plötzlich wird für sie von einem Tag auf den anderen alles anders. Wir können uns glücklich schätzen, dass es im Landkreis Familien gibt, die diese Kinder bedingungslos lieben. Das ist das größte Geschenk, das sie machen“, sagt sie voller Anerkennung.



Cornelia Meerkatz

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