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Greifswald Ikuwo-Vorfall: So schildern Gäste und Polizei den Hergang
Vorpommern Greifswald Ikuwo-Vorfall: So schildern Gäste und Polizei den Hergang
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06:26 16.06.2018
Das Internationale Kultur- und Wohnprojekt in der Goethestraße in Greifswald steht in der Kritik. Im Anschluss einer öffentlichen Veranstaltung hat eine Gruppe von Ikuwo-Besuchern einen Verbindungsstudenten auf dem Vorplatz bedrängt und ihm sein Verbindungsband entwendet. Quelle: Degrassi Katharina
Greifswald

Seit einer knappen Woche kochen die Emotionen in der Hansestadt hoch, weil ein Verbindungsstudent auf dem Vorplatz des Internationalen Kultur- und Wohnprojektes (Ikuwo) bedrängt und geschlagen worden war. Außerdem hatten ihm die unbekannten Täter sein Band entwendet, das ihn als Mitglied einer Studentenverbindung kennzeichnet. Der Angriff wird als politisch motiviert eingestuft. Als Polizeibeamte weniger als eine Stunde nach dem Vorfall die Räumlichkeiten des Ikuwo durchsuchen wollten, wurde ihnen der Zutritt verwehrt. Wie dieser Umstand zu bewerten ist, wird in den sozialen Netzwerken hitzig diskutiert. Hat die Polizei versagt, weil sie sich abweisen ließ? Haben die Hausbesitzer eine Straftat begangen, weil sie die Beamten nicht ins Gebäude ließen? Was ist in dieser Nacht genau passiert?

Peter Madjarov, Bürgerschaftsmitglied von Bündnis 90/Die Grünen, war am Abend des Vorfalls im Ikuwo anwesend und hat dort Musik aufgelegt. Im Rahmen des Festivals „Contre le racisme“ fand im Ikuwo die Aftershow-Party „Kein Mensch ist illegal“ mit etwa 250 Teilnehmern statt. Madjarov hat zwar nichts von der Auseinandersetzung vor dem Ikuwo mitbekommen, war jedoch die ganze Zeit während des Polizeieinsatzes anwesend. Der Jurist weist die Darstellung der Polizei zurück, eine 15-köpfige Gruppe hätte vor dem Haus eine Kette gebildet. Im Polizeibericht heißt es: „Etwa 15 von ihnen bildeten vor dem Eingang eine geschlossene Kette und der Zutritt wurde zudem verbal verweigert.“

Madjarov sagt: „Es standen etwa 50 Personen draußen, als die Polizei kam. Das war keine homogene Gruppe, sondern verschiedene Freundeskreise, die Bier tranken und das schöne Wetter genossen. Es hat sich dort niemand bewusst zusammengestellt.“ Auch eine aggressive Stimmung habe er nicht bemerkt. „Die Polizisten sind ins Haus gegangen und standen an dem Tischchen, an dem die Eintrittsgelder kassiert werden“, schildert Madjarov weiter. Ein Ansprechpartner vom Ikuwo habe den Polizisten erklärt, er sei überzeugt, dass sich kein Straftäter im Haus aufhalte. Er habe die Beamten auf die Strafprozessordnung hingewiesen und dass ohne Durchsuchungsbeschluss kein weiteres Betreten der Räumlichkeiten möglich sei.

Ähnlich schildert das Ikuwo-Team den Hergang in einer Pressemitteilung: „Der geforderter Zugang zu den Räumlichkeiten seitens der Polizei auf Grundlage der Begründung ,Gefahr im Verzug’ war in Anbetracht der bereits vergangenen Zeit und der hohen Fluktuation des Publikums der Wahrnehmung nach an diesem Abend bereits gegenstandslos.“ In der Pressemitteilung der Polizei heißt es zum Vorfall: „Die strafrechtliche Relevanz des Verhaltens des Veranstalters und möglicherweise weiterer Personen wird geprüft. In Betracht kommt zum Beispiel der Tatbestand der Strafvereitelung.“

Zum aktuellen Stand der Ermittlungen teilt Carolin Radloff, Pressesprecherin des Polizeipräsidiums Neubrandenburg mit, dass die Vernehmungen noch nicht abgeschlossen sind. Radloff stellt klar, dass der Student keineswegs verprügelt worden sei, sondern er lediglich leicht verletzt wurde. „Er musste sich nicht in ärztliche Behandlung geben“, so Radloff. Der Geschädigte ist Mitglied der Katholischen Studentenverbindung Alemannia. „Er hat eine dicke Beule davongetragen, sonst geht es ihm gut“, sagt Philipp Weinert, der ebenfalls Mitglied der Verbindung ist. Die Stimmung sei seit dem Wochenende gedrückt. „Es wird wohl darauf hinauslaufen, dass keiner mehr alleine mit Band unterwegs sein wird.“

Neben dem Ikuwo distanziert sich auch der Allgemeine Studierendenausschuss als Veranstalter des Festivals von dem Angriff auf den Verbindungsstudenten. Der Asta „engagiert sich für eine gewaltfreie, offene und tolerante Gesellschaft und spricht sich gegen jegliche politisch, religiös oder anderweitig motivierte Gewalt aus“, heißt es in einer Stellungnahme.

Degrassi Katharina

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