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Im Blickpunkt: Menschen und Maschinen

Greifswald Im Blickpunkt: Menschen und Maschinen

Das deutschlandweit einmalige Junge Kolleg in Greifswald nimmt Cyborgs, optimierte Menschen und eine hypermoderne Prothetik in den Blick

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Alexander Fritzsche, Julia Fuhrmann und Maik Woehlert präsentieren das Plakat der neuen Reihe des Jungen Kollegs.

Quelle: Eckhard Oberdörfer

Greifswald. Seit Jahren bevölkern humanoide Roboter die Leinwände. Maschinen werden künftig auch in der Realität menschenähnlicher, glauben Wissenschaftler. Längst ist die Verbesserung des Menschen mit Neuroprothesen ein Zukunftsthema, und in der Prothetik wird bereits an gedankengesteuerten künstlichen Händen und Beinen geforscht.

Damit verbunden sind viele Fragen, die in der Vortragsreihe „Mensch:Maschine“ im Krupp-Kolleg mit namhaften Experten diskutiert werden. Als nächster spricht Thorsten Galert vom Deutschen Referenzzentrum für Ethik in den Biowissenschaften Bonn über „Ethische Fragen einer neurotechnischen Optimierung des Menschen“ am 3. Juni. Im gleichen Monat kommt mit Bernhard Graimann der Vertreter eines Weltmarktführers der Orthopäde- und Prothesentechnologie, der Otto Bock GmbH, nach Greifswald. Er referiert über „Mensch-Maschine-Schnittstellen in der Prothetik“.

Veranstalter der Reihe ist das 2012 gegründete Junge Kolleg. Das ist eine in Deutschland einmalige Institution, mit der das Alfried Krupp Wissenschaftskolleg den Nachwuchs fördert. Dem Jungen Kolleg steht sogar ein eigenes Budget für seine Arbeit zur Verfügung. „Es wird von seinem Mentor, dem Osnabrücker Professor Karl-Heinz Altendorf, vorbildlich begleitet“, schätzt der Wissenschaftliche Geschäftsführer des Krupp-Kollegs, Christian Suhm, ein. „Er ist Mitglied unseres Wissenschaftlichen Beirats und kommt zu fast allen Sitzungen des Planungskreises.“

Zur Teilnahme am Jungen Kolleg sind die rund 100 Greifswalder Stipendiaten der Begabtenförderungswerke eingeladen. „Träger sind beispielsweise Parteien, Gewerkschaften oder Konfessionen“, erläutert Suhm. „Aktuell überwiegt die 1925 gegründete Studienstiftung des deutschen Volkes.“ Auch die Greifswalder Deutschlandstipendiaten arbeiten hier mit. Die Medizinstudentin Julia Fuhrmann (25) ist schon seit der Gründung im Jungen Kolleg aktiv. „Dass es so eine Institution in Greifswald gibt, dass wir kontinuierlich ein eigenes Programm anbieten können, das ist toll“, betont sie. In den ersten Jahren hätten geisteswissenschaftliche Themen die Arbeit geprägt, dann die Medizin, nun sollen Naturwissenschaft und Technik eine stärkere Rolle spielen. „Das Interdisziplinäre bot sich an“, schätzt Maik Wöhlert ein. Der 26-Jährige hat für eine philosophische Arbeit in diesem Jahr den Kurt-von-Fritz-Preis der Ebertstiftung erhalten. „Die jetzige Entwicklung der Technik stellt die Philosophen vor enorme Herausforderungen“, so Wöhlert. „Wo zieht man beispielsweise beim automatischen Fahren die Grenze?“ Und würden Roboter bei der Pflege von kranken Menschen von diesen akzeptiert, wo es doch hierzulande Aufstände gegen gentechnisch verändertes Obst gebe?

Humanoide Roboter, die äußerlich kaum von Menschen zu unterscheiden sind, hätten dank der Science-Fiction-Romane von Isaac Asimov ein positives Image, meint Alexander Fritzsche (21). Die Technik sei schon sehr weit, schätzt der Physikstudent ein, Und sie lasse sich nicht aufhalten, ist er überzeugt. Darum müssten rechtliche und ethische Fragen diskutiert und Grenzen geklärt werden.

Die Vortragsreihe

Die interdisziplinäre Vortragsreihe „Mensch:Maschine“ des Jungen Kollegs bietet im Sommersemester noch folgende Vorträge im Krupp-Kolleg an:

Thorsten Galert (Bonn) spricht am 3. Juni um 18 Uhr über „Ethische Fragen einer neurotechnischen Optimierung des Menschen“.

Bernhard Graimann (Duderstadt) referiert am 30. Juni 18 Uhr über „Mensch-Maschine—Schnittstellen in der Prothetik“.

Im Wintersemester spricht als Erster am 20. Oktober Sadi Haddain vom Institut für Regelungstechnik, Hannover.

Von Eckhard Oberdörfer

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