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Immer mehr Leser entdecken Onleihe

Greifswald Immer mehr Leser entdecken Onleihe

Die Greifswalder Stadtbibliothek zählte im vorigen Jahr 6500 Nutzer. Immer mehr finden Freude am digitalen Lesen. Die Zahl dieser Entleihungen steigt enorm.

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Hozaifa Al Jasem, Ahmed Vaghech und Aref Alimawi in der Stadtbibliothek. Hier können die Zehntklässler des Jahngymnasiums nicht nur in Büchern stöbern, sondern zeitgleich auch kostenlos mit ihrem Tablet im Internet surfen.

Quelle: Foto: Peter Binder

Greifswald. Der Trend ist unübersehbar. Immer mehr Nutzer der Stadtbibliothek „Hans Fallada“ gehen online, um Bücher, Zeitungen und Zeitschriften zu lesen, sich einen Film anzuschauen oder ein Hörbuch zu genießen. „Die Zahl dieser Entleihungen ist 2017 um 35,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen“, sagt Bibliotheksleiterin Anja Mirasch. Heißt konkret: 35 253 Entleihungen wurden übers Internet vorgenommen.

Nun gut, das sind noch keine zehn Prozent aller registrierten Ausleihen. Aber Anja Mirasch ist sich sicher: „Dieser Bereich wird in den nächsten Jahren kräftig zulegen.“ Denn der digitale Fundus wachse ständig, ist im vorigen Jahr um fast 10 000 und damit auf mittlerweile 68 000 e-Medien erweitert worden. „Dieser Bestand ist damit erstmals genau so groß wie das ausleihbare Angebot in unserem Haus“, berichtet Anja Mirasch.

Möglich macht’s das Bildungsministerium unseres Landes, das jedes Jahr für den Ausbau der „Onleihe MV“ 100 000 Euro zur Verfügung stellt. Das wissen nicht nur junge Leute zu schätzen. Auch ältere Bücherfreude haben diese neue Art des Lesens längst für sich entdeckt: „Unsere e-Book-Sprechstunde erfährt ein ungebrochenes Interesse“, versichert Mirasch. Jeden ersten Mittwoch im Monat können sich Neugierige, die noch kein oder wenig Wissen im Umgang mit einem Tablet haben, bei den erfahrenen „Silversurfern“ in die digitale Welt entführen lassen. Wer sich traut, geht auch bald nicht mehr mit dicken Büchern auf Reisen. Die Vorteile von e-Books, weiß Anja Mirasch, überzeugten immer mehr Menschen.

Doch wohin führt diese Entwicklung? Wird es die Stadtbibliothek, wie viele sie kennen und schätzen, bald nicht mehr geben? „Ich denke, wir sind ein Ort, an dem man auf Bücher nicht verzichten kann“, sagt die Bibliothekschefin. Was nicht ausschließe, den Bestand an Lese- und Hörstoff sowie Videos langfristig zu reduzieren. Das allein sei jedoch nicht zukunftsträchtig. „Wir brauchen deshalb Ideen und Konzepte, wohin wir uns entwickeln wollen“, sagt sie.

Dabei befindet sich die mit 112000 Besuchern pro Jahr beliebteste Kultureinrichtung der Hansestadt längst auf dem Weg in die Zukunft. Seit Januar bietet die Bibliothek allen Gästen die Möglichkeit, mit ihren Tablets oder Smartphones im gesamten Haus kostenlos im Internet zu surfen.

Erfreulich ebenso: Die Computerspielschule zählte im vorigen Jahr mit 1500 Kindern und Jugendlichen fast doppelt so viele Gäste wie zuvor. Überhaupt entwickelt sich die Stadtbibliothek mehr denn je als Ort der Gemeinschaft und der Kultur. Ausstellungen, Lesungen, Vorträge, Vorlesestunden und andere Angebote erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. „Unsere Veranstaltungen zählten 2017 zehn Prozent mehr Teilnehmer als im Jahr davor“, sagt Anja Mirasch. Diese Entwicklung macht die negative Tendenz zumindest etwas wett: Denn die Zahl der aktiven Nutzer ging um 1,8 Prozent zurück, die Zahl der Entleihungen um 1,9 Prozent. „Damit liegen wir im allgemeinen Trend aller öffentlichen Bibliotheken“, verdeutlicht Anja Mirasch. Um so wichtiger sei es, die Leute mit interessanten Angeboten ins Haus zu lotsen. Im vorigen Jahr feierte die Stadtbibliothek mit vielen Veranstaltungen ihr 120. Jubiläum. „2018 feiern wir weiter. Denn im Sommer jährt sich der 125. Geburtstag von Hans Fallada“, blickt Mirasch voraus. Zu Ehren des Namenspatrons gibt es vom 14. bis 21. Juni eine Festwoche mit mehreren Offerten. So viel sei verraten: Auch Falladas Sohn Achim Ditzen wird zu den Gästen zählen und aus den Briefen seines Vaters vorlesen.

Alles über die Stadtbibliothek

112 976 Besucher zählte das Haus 2017, ist somit die besucherstärkste Kultureinrichtung der Stadt.

437 048

Entleihungen wurden registriert, das sind 1,9 Prozent weniger als im Jahr zuvor.

35 253 Entleihungen liefen davon über das Internet. Das sind 35,4 Prozent mehr als im Jahr zuvor. 319 Veranstaltungen mit über 7800 Teilnehmern fanden in der Bibliothek statt. Neu seit vorigem Herbst ist die Reihe „Kinderkino“.

Internet: stadtbibliothek. greifswald.de;

www3.onleihe.de/mv

Petra Hase

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