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Greifswald „In 15 Minuten kann niemand einkaufen“
Vorpommern Greifswald „In 15 Minuten kann niemand einkaufen“
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04:30 12.04.2013
W�hrend der Hauptgesch�ftszeit: Kaum Pkw in der Langen Stra�e. Quelle: Tom Schröter

Die Umsätze im Einzelhandel in der Wolgaster Altstadt lassen ohnehin zu wünschen übrig, jetzt müssen sich die Händler zusätzliche Sorgen machen. Seit einer Woche gelten in der Burg- und in der Langen Straße neue, kürzere Parkzeiten. Kunden dürfen hier ihren Pkw, statt bisher zwei, jetzt nur noch eine Viertelstunde abstellen. Wer länger steht, muss mit einer Verwarnung seitens der Ordnungsbehörde rechnen. Ladeninhaber klagen schon jetzt über wegbleibende Kundschaft.

„In 15 Minuten kann niemand einkaufen gehen; das reicht vielleicht für den Kauf von ein paar Brötchen, aber nicht für mehrere Besorgungen“, schimpft Viola Drewicke (51) von Ledermoden. „Wie zum Beispiel soll jemand im Reisebüro innerhalb so kurzer Zeit ein Beratungsgespräch führen?“, lautet ihre Frage. „Oder sich in der Buchhandlung in Ruhe ein Buch oder ein Geschenk aussuchen?“ Außerdem kritisiert die Wolgasterin, dass die Stadtverwaltung die Händlerschaft über die Änderung der Parkdauer nicht informiert habe. „Ich will keinen Krieg mit der Verwaltung“, stellt Viola Drewicke klar.

„Aber ich fände es schön, wenn wir Konversation machen können und nicht vor vollendete Tatsachen gestellt werden.“

Adelheid Meier von Meier‘s Anglerladen ist mindestens genauso empört. Die Laufkundschaft sei seit der Neuregelung deutlich zurückgegangen. „Heute hatte ich gerade einmal sieben Kunden“, berichtet die 63-Jährige am Mittwochabend um 17 Uhr. 15 Minuten seien für einen Einkaufsbesuch in der Innenstadt viel zu kurz. „Am Dienstag hatte ich eine Reklamation wegen einer Wathose. Die Ware war zu begutachten, mit der Firma einiges abzuklären und so weiter. Dies ist in einer Viertelstunde nicht zu schaffen“, verdeutlicht Adelheid Meier. „Ich weiß nicht, was das soll“, pflichtet ihr Buchhändlerin Ute Henze (59) bei. „Ich habe keinen Kunden, der nur fünf Minuten bleibt. Eher sind 20 bis 30 Minuten die Regel.“ Ute Henze rechnet nun mit Umsatzeinbußen, ebenso wie Roland Zymelka von der Schnöker-Stuw. Der 60-Jährige ist irritiert: „Die Stadtväter wollen mehr Leute in die Stadt bringen. Das schaffen sie doch aber nicht, wenn sie die Parkzeit verkürzen.“

Längst ist eine Unterschriftenaktion im Gange, die bereits viele Geschäftsinhaber unterzeichnet haben. Sie fordern vom Bürgermeister, die Parkzeit auf 60 Minuten zu erhöhen. „Eine kürzere Parkdauer ist uns aus keiner anderen Stadt bekannt“, heißt es. Und: „Leider mussten in der Innenstadt von Wolgast schon viele Geschäfte schließen. Durch diese Parkdauer haben wir den Eindruck, dass auch die letzten Geschäfte von der Schließung bedroht werden.“

„Ich kann die Kritik sogar ein Stück weit verstehen“, räumt Bürgermeister Stefan Weigler (34, parteilos) ein. Aber im Hauptausschuss sei die Entscheidung zur verkürzten Parkdauer gefallen. Die Verwaltung habe den Beschluss daraufhin umgesetzt. Ein Dogma sei die Regelung jedoch nicht. Am 6. Mai um 18.30 Uhr tage im Kornspeicher die neu gebildete Arbeitsgruppe Verkehr und Parken. „Alle Interessierten sind eingeladen“, so Weigler. „Mein Wunsch sind einheitliche Regelungen für die Parkplätze an den Straßen und für unsere großen Parkplätze.“

Ich kann die Kritik sogar ein Stück weit verstehen.“Stefan Weigler, Bürgermeister

Tom Schröter

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