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Greifswald In Greifswald fehlen 200 Kita-Plätze
Vorpommern Greifswald In Greifswald fehlen 200 Kita-Plätze
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08:54 16.03.2018
In der ILL-Kita „Sieben Raben“ fühlen sich die Kinder wohl. Doch auch hier gibt es eine lange Warteliste auf einen Betreuungsplatz. Quelle: Peter Binder
Greifswald

In der Hansestadt fehlen 200 Kita-Plätze! Das ist das Resümee des Kitagipfels, den Stadt und Landkreis am Mittwochnachmittag im Rathaus durchführten. Der Gipfel war vehement durch die SPD-Fraktion der Greifswalder Bürgerschaft und den Frauenbeirat gefordert worden.

Problem einer Erfolgsgeschichte

Derzeit fehlen in der Stadt sogar 370 Plätze in Krippe, Kindergarten und Hort. Da im Laufe des Jahres mehrere Anbauten bzw. eine neue Kita fertig werden und so insgesamt 180 zusätzliche Plätze entstehen, sind es schlussendlich 200. Bislang hatten Stadt und Kreis immer betont, nicht zu wissen, wieviele Plätze genau fehlen. Greifswalds Oberbürgermeister Stefan Fassbinder (Grüne) spricht von einem Problem einer Erfolgsgeschichte, weil die Stadt ständig weiter wachse. Trotz einer Steigerung der Platzanzahl seit 2013 um 13 Prozent reichen die Betreuungsangebote nicht. Laut Dr. Astrid Petersmann, Gleichstellungsbeauftragte der Unimedizin, geht der Unimedizin wegen fehlender Betreuungsplätze wichtiges Personal, Ärzte und Schwestern, verloren.

Acht-Punkte-Maßnahmeplan

Scheer, Fassbinder und Petersmann hatten im Vorfeld des Gipfels einen Maßnahmeplan zusammengestellt, den sie mit den etwa 60 Teilnehmern diskutierten. Dazu gehörten 20 Träger von Kindereinrichtungen, Tagesmütter, der Frauenbeirat, Vertreter der Bürgerschaftsfraktionen, der Stadt- und der Kreisverwaltung, des Stadtjugendrings, Mitglieder des Sozialausschusses der Bürgerschaft und des Jugendhilfeausschusses des Kreistages, Vertreter der Uni und der Unimedizin. Der vorgeschlagene Maßnahmeplan umfasst acht Punkte: Zur genauen Bedarfsermittlung werden alle Träger verpflichtet, das Kita-Portal zu nutzen. Bislang tun das nur 70 Prozent der Träger. Für die Betriebserlaubnis einer Kita kann es befristete Ausnahmeregelungen geben. Im Klartext heißt das, dass für einen abgegrenzten Zeitraum mehr Kinder in der Kita betreut werden dürfen. Bei Kitaneubauten oder -erweiterungen sollen moderne Bauweisen, etwa Module, genutzt werden. Gleichzeitig legen die Träger dar, welche Kapazitäten sie wann erweitern wollen. Ausgebaut werden soll die Tagespflege durch Kooperationen mit Kitas. Zur Gewinnung von pädagogischen Fachkräften soll Quereinsteigern eine duale Ausbildung ermöglicht werden. Erarbeitet werden soll ein Beförderungskonzept zur Betreuung von Stadtkindern in Kitas außerhalb von Greifswald, weil nach Aussage des Kreises dort noch Kapazitäten vorhanden sind. Und: Es wird eine Arbeitsgruppe gebildet, die einen öffentlichen Kitagipfel vorbereitet, an dem vor allem Eltern teilnehmen.

SPD bleibt kritisch

Für die Sozialdemokraten ist zuallererst der Landkreis in der Pflicht, Abhilfe zu schaffen und mit der Stadt Greifswald schnell Lösungen zu finden. „Die Bürgerschaft will diese Lösungen Anfang Juni auf dem Tisch haben“, betont Monique Wölk, Landratskandidatin der SPD. Der Landkreis müsse deshalb über organisatorische Vorschläge hinausgehen und eine eigene Förderung für Kitaneubauten und -erweiterungen vornehmen. Auch eine Absenkung der Kreisumlage schaffe weitere Kitaplätze, weil das Geld für Neubauten genutzt werden könnte.

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